Südafrika: 40 Jahre für Jugendliche ohne Perspektive; KIRCHE IN NOT und die Päpste
Shownotes
Die Themen:
- Südafrika: 40 Jahre für Jugendliche ohne Perspektive. Mit Pfarrer Christoph Schönenberger, Erzbistum Pretoria
- KIRCHE IN NOT und die Päpste. Mit Tobias Lehner, KIRCHE IN NOT Deutschland
Erstausstrahlung: 20. September 2026; © KIRCHE IN NOT
Info zur Sendung: Südafrika fasziniert durch seine kulturelle Vielfalt, steht aber gleichzeitig vor großen sozialen Spannungen. Obwohl nur rund sieben Prozent der Bevölkerung katholisch sind, leistet die Kirche vor Ort – besonders in der Bildungs- und Jugendarbeit – unverzichtbare Arbeit. Der Schweizer Pfarrer Christoph Schönenberger lebt seit 1989 im Land und hat dort eine Jugendbegegnungsstätte nach dem Vorbild von Taizé aufgebaut. Im Gespräch teilt er seine Erfahrungen aus fast 40 Jahren Missionsarbeit und blickt auf die aktuellen Herausforderungen für Land und Leute.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von Weltkirche aktuell auf Radio Horeb und Radio Maria Schweiz.
00:00:07: Schön, dass Sie wieder mit dabei sind!
00:00:10: Aus dem Studio der päpstlichen Stiftung Kirchenot begrüßt sie Volker Nigewöner.
00:00:16: Wenn von Südafrika die Rede ist, denken viele an die Metropolen Johannesburg oder Kapstadt – an den Krüger Nationalpark oder an Nelson Mandela.
00:00:28: Doch Südafrika ist weit mehr, ein faszinierendes Land voller Gegensätze und geprägt von großer kultureller Vielfalt aber auch von tiefen sozialen Spannungen.
00:00:42: Nur rund sieben Prozent der Bevölkerung sind katholisch – dennoch spielt die Kirche vielerorts eine wichtige Rolle in der Seelsorge, in der Bildung und vor allem für junge Menschen.
00:00:56: Einer, der das seit fast vierzeig Jahren aus nächster Nähe erlebt ist Farrer Christoph Schönenberger.
00:01:04: Der Schweizer Priester lebt seit Nineteinundachtzig in Südafrika und hat dort eine Jugendbegegnungsstätte nach dem Vorbild von TC aufgebaut.
00:01:16: Mit ihm möchte ich heute über Land- und Leute sprechen – über die katholische Kirche und natürlich auch über seine Erfahrungen als Missionar!
00:01:27: Herzlich willkommen, Herr Faraschönberger.
00:01:29: Grüß Gott und ich freue mich, dass ich mit Ihnen ein bisschen plaudern darf!
00:01:34: Herr Farrer-Schönberger, als Sie, nach Südafrika gingen, war zunächst von vier Jahren die Rede.
00:01:43: Daraus sind jetzt fast Vier Jahrzehnte geworden – wie kam es dazu?
00:01:50: Ursprünglich war der Vertrag eigentlich für vier Jahre.
00:01:53: das war mit Videodonum abgemacht aber Ich ging nie eigentlich nur für ein Projekt nach Südafrika.
00:02:00: Ich ging einfach in die Kirche runter, ich habe mich beworben und wurde dann auch wie ein üblicher Priester behandelt.
00:02:07: Ich arbeitete zuerst in einer kleinen Gemeinde.
00:02:10: Dann schickten sie mich nach Lesotho in der Berge um die lokale Sprache zu lernen.
00:02:15: Und als ich zurückkam, wurde ich wieder in eine Pfarrgemeinde eingesetzt.
00:02:21: Damals, als ich nach Südafrika kam, wäre es ja noch Apartheid.
00:02:24: also Sie bröckelte zwar überall schon, aber ich wurde zuerst in eine weiße Gemeinde gesetzt und in der Nähe davon gab es eine Schwarzen Siedlung.
00:02:33: Und dort habe ich dann auch ausgeholfen und nach zwei Jahren bin ich dorthin eingezogen und habe mich nur noch in das Schwarzen oder... Es war eine gemischte Gemeinde, Schwarz-Indisch und ein paar Weiße kamen rüber.
00:02:45: Wir haben dort eine Gemeinschaft aufgebaut, eine Paargemeinde.
00:02:50: Weil ich nicht in ein spezifisches Projekt eingebunden war lieb ich einfach weiter am Arbeiten.
00:02:56: Wie halt so Priester das tun.
00:02:57: und dann mit der Zeit habe ich die Idee, die hatte ich schon früher in der Schweiz, ich wollte immer was mit der Jugend etwas tun hat sich diese Idee herausgebildet eine Jugendbegegnungsstätte aufzubauen Als ich noch in der Pfarrgemeinde war in Benoni.
00:03:13: Der Ort heißt Benoni Das Anteil von Johannesburg.
00:03:16: Da hab' ich mir schon überlegt Was hilft mir selber für meine eigene Spiritualität?
00:03:20: Weil in einer Pfarr Gemeinde arbeiten da ist man ja für alle da Man darf niemanden auslassen, aber es ist ja nicht immer die eigene Spiritualität, die dadurch genährt wird.
00:03:30: Und da suchte ich was das mir entspricht und ich erinnerte mich noch daran wie als Jugendlicher nach Tese ging, wie mich das ansprach so viele Menschen zu treffen aus der ganzen Welt, so viele verschiedenen Glaubenstraditionen auch kennenzulernen.
00:03:48: Das hat mich zutrifst getroffen und auch die Einfachheit der Brüder, die dort leben.
00:03:54: Und so habe ich schon in einer Gemeinde angefangen Tesee Gebete anzubieten.
00:03:59: Wir sind dann auch in eine Umgebung rumgegangen In verschiedene Orte, in verschiedenen Kirsen und haben Abengebete Angeboten im Stil von Teseee mit den Gesängen.
00:04:10: Nach ein paar Jahren wurde mir ein Grundstück angeboten Von einem emmeritierten Bischof, der aus Belgien war.
00:04:18: Und er hatte ein Grundstück gekauft und da stand ein Teil davon leer.
00:04:24: Er hat mir das angeboten, ich könne ja was dort anfangen.
00:04:27: Das fing dann also vor über siebenundzwanzig Jahren an, dass sich ganz langsam diese Jugendbegegnungsstätte aufbaute mit der Inspiration von Tesei.
00:04:37: Also wir sind offen für alle Menschen!
00:04:39: Jetzt haben wir schon einiges von Ihrem Weg gehört, aber nehmen Sie uns einmal mit in dieses Land.
00:04:45: Wie würden sie Südafrika jemandem beschreiben der noch nie dort gewesen ist?
00:04:52: Ja es gibt viele Klischees, das ist ein wunderschönes Land.
00:04:55: Es hat eigentlich alles hier von Wüste über mehr endlose Sandstrände leer ohne Menschen.
00:05:02: Man kann also auch für sich selber sein, schöne Berge ist auch ein Land der Gegensätze nicht nur von der Natur her, sondern auch von den Menschen.
00:05:11: Es ist ein kosmopolitisches Land also ganz international aber auch sehr gespalten.
00:05:18: das kommt natürlich von der Geschichte her noch.
00:05:20: ich glaube man kann fast sagen es ist das land mit dem größten unterschied zwischen reich und armen.
00:05:25: also jetzt gibt's sehr viele reiche menschen.
00:05:27: ich denke mir immer viele menschen jammern.
00:05:31: ach es ist nicht mehr so wie früher vor allem die die reicheren ist nicht mehr so wie früher, man kriegt keine Arbeit und so.
00:05:37: Aber wenn man rumfährt dann sieht man eine Villa an der anderen vor allem am Meer entlang und auch in den Städten wunderschöne Wohngebiete.
00:05:45: Auch jetzt noch tausende, zehnhunderttausende von Willen.
00:05:48: aber dann der Gegensatz auch endlose Viertel-Armenviertel mit Wellblech-Hütten Südafrika.
00:05:55: die Wirtschaft ist sehr stark also war sehr stark und gilt auch jetzt noch als die stärkste Wirtschaft in Afrika Und das tient natürlich auch sehr viele Leute an vom Norden.
00:06:06: Das war vermutlich auch in den Nachrichten in Europa, in Deutschland auch wie es plötzlich der so fremden Hass wieder aufkam und in den letzten drei vier Monaten kam es zu furchtbaren Ausschreitungen gegen Fremde.
00:06:19: Das Problem ist Arbeitslosigkeit, Armut, der riesige Gegensatz mit dem man dauernd konfrontiert wird.
00:06:26: also wenn ich mir vorstelle wie gerade auch junge Menschen die in solchen Vierteln aufwachsen und dann in die Stadt kommen und diese Riesen-Shopping-Centers sehen, wo es alles gibt.
00:06:38: Also das gibt's in Europa gar nicht, da habe ich noch nie gesehen so riesige Shopping-Center.
00:06:42: Das schürt natürlich irgendwie.
00:06:45: man merkt dass man nicht gleichwertig ist und Licht war gleichwertlich behandelt wird.
00:06:50: Das ist der Riesenkonflikt in diesem Land und auch eine Zeitbombe.
00:06:55: Sie haben gerade von einem Land gesprochen, dass bis heute stark gespalten ist.
00:07:01: Wie viel davon hat noch mit der Apartheid zu tun und wo begegnen Ihnen deren Folgen heute ganz konkret?
00:07:08: Ja das ist immer noch auf Schritt und Tritt überall sichtbar.
00:07:12: man kann es auch nicht so schnell verändern.
00:07:15: also ich bin enttäuscht von der Regierung die das eigentlich hätte von Anfang an ganz bewusst anpacken sollen.
00:07:21: aber die haben das nicht.
00:07:22: und man kann's auch nicht leicht ändern weil Wenn man in einem schwarzen Viertel aufgewachsen ist, in dieser Kultur mit den eigenen Traditionen so.
00:07:30: Man lässt sich da nicht leicht auf etwas Neues sein.
00:07:32: und genau gleich für die Weißen also es gibt ja ganz viele verschiedene Weiße gerade in der katholischen Kirche das sind die Portugiesen Das sind die Lebanäsen Da sind sie auch Deutsche.
00:07:42: Ich habe für einen der deutschsprachigen Gemeinschaft ein bisschen aus Und dann die Englischsprachige und Afrikanensprachige.
00:07:49: Die haben alle ihre eigenen Tradionen zusammenzuleben.
00:07:54: Man fühlt sich am wohlsten bei sich selber, bei den eigenen Menschen und es gibt wenige Orte wo man sich wirklich vermischen kann.
00:08:03: Weil es sind riesige Orten, schwarze Leben unter sich, weiße Leben unter sie und das hat sich noch nicht geändert sehr wenig.
00:08:10: außer in der Großstrecke die Johannesburg gibt's moderne neue Viertel die jetzt langsam so ein bisschen gemischt werden
00:08:17: aber
00:08:17: eigentlich sehr wenig nach dreißig Jahren.
00:08:19: und ich merke immer vielmehr mit schwarzen Jugendlichen zu tun, die kommen kaum je in Kontakt mit weißen Menschen.
00:08:27: Und für diese sind die weißen Kultur, die weiße Traditionen auch sehr unverständlich und umgekehrt nämlich auch für Weiße, die kaum je ins Schwarze Viertel hinein kommen.
00:08:40: Das ist eigentlich sehr tragisch.
00:08:42: Kommen wir zur katholischen Kirche.
00:08:45: Katholiken machen nur rund sieben Prozent der Bevölkerung aus.
00:08:50: Wer sind diese Katholiken eigentlich?
00:08:52: und wie ist die katholische Kirche in Südafrika gewachsen?
00:09:20: Sogar die Afrikanskirche, die heißt die Dutch Reformed oder auf Afrikaans Encherkerk.
00:09:27: Das war ja die Staatskirchen.
00:09:29: Die hatte sehr viel Geld erhalten vom Apartheid-Regime aber selbst dies wurde gespalten in eine gemischtfarbige Kirche.
00:09:39: und dann die Schwarzen und dann den Weißen Und das hat sich bisher immer noch nicht ganz so aufgehoben.
00:09:45: also In dem Sinne ist die katholische Kirche doch noch sehr machtvoll Einflussreich.
00:09:50: Aber ich würde sagen einfach so, wenn ich so gucke dass der Großteil von den Katholiken jetzt schwarze Menschen sind und das ist ein Problem.
00:10:00: früher war natürlich die katholische Kirche eine Missionskirche.
00:10:04: da kamen viele europäische Priester Die haben auch viel Geld reingebracht gerade auch bei Beordnungsleuten.
00:10:10: die haben sehr viel wunderbare Arbeit geleistet ziemlich viel zu tun gehabt mit Ordensfrauen, die jetzt auch älter geworden sind und zum Teil wieder zurückkehren nach Europa.
00:10:23: Ich muss sagen was die geleistet haben in diesen hundert Jahren.
00:10:27: Schulen, Krankenhäuser alles mögliche aufgebaut.
00:10:30: aber das Geld geht aus jetzt und da kommt nichts Neues mehr rein, kommen auch keine neuen Leute mal aus Europa.
00:10:37: und das Problem war wir haben vermutlich als Europäer auch den Fehler gemacht Einheimischen Leute, die südafrikanischen Leute ein bisschen verwöhnt.
00:10:47: Dass wir halt immer Geld hatten.
00:10:49: Das kann ich auch sagen für mein Projekt das Geld kam immer aus Europa.
00:10:53: Ich bin ja wunderbar dankbar dafür dass es dann so aufbauen konnte.
00:10:57: aber jetzt das selbstständig zu machen das ist eine große eine Riesen herausforderung.
00:11:03: und wenn ich andere Kirchen anschaue in Südafrika Die das nie hatten Für die ist das völlig selten verständlich.
00:11:11: also Leute, die dort in die Kirche gehen.
00:11:13: Dass man dann Geld zahlt also auf Englisch sagt man Tithing einfach ein monatlichen Beitrag leistet damit die Kirsche weitergehen kann.
00:11:23: und das ist ja in der schwarzen Bevölkerung oder in den südafrikanischen aber vor allem in der Schwarzen Bevölkerungen etwas Schwach.
00:11:29: dieses Bewusstsein Und ich weiß von meinem Bischof der Erzbischof von Pretoria Der versucht es jetzt sehr stark reinzubringen Weil er hat mal gesagt, als er anfing zum Bischof Geweiht wurde, sagte er nur ein Drittel aller Pfarrgemeinden zahlten etwas für die Unterstützung der Diocese.
00:11:49: Alle anderen haben nichts bezahlt und das ist natürlich nicht tragbar.
00:11:53: Also das Bewusstsein wir sind Kirche und wir müssen einander unterstützen – das ist schwach!
00:11:59: Es nimmt etwas zu aber es ist immer noch ein Problem
00:12:02: Wenn schwarze und weiße im Alltag noch immer häufig getrennt voneinander leben, wie Sie sagen ist wenigstens die Kirche ein Ort an dem diese Grenzen verschwinden?
00:12:14: Ja das Problem ist eben wie ich gesagt habe dass die Menschen halt immer noch dort leben wo sie aufgewachsen sind.
00:12:20: In einem Schwarzenviertel sind alle Schwarz in einem Weißenvierteln sind alle weiss.
00:12:24: von daher ist der Kirchenbesuch immer noch sehr getrennte.
00:12:28: aber in den Städten ändert sich das weil eben auch viele Menschen in die Stadt eingezogen sind, wo sie früher da gar nicht wohnen durften.
00:12:39: Also gewisse Fahrgemeinden in den Städten – ich kann vor allem von Pretoria reden weil ich dort dazugehöre – dort sind Gottesdienste, die früher ganz weiß waren und jetzt sehr gemächt, aber in Johannesburg.
00:12:52: Aber in Schwarzenvierteln, wo Townships wo natürlich neunundneunzig, neun Prozent schwarz sind.
00:12:58: Dort ist auch jetzt noch neunandzig, nine Prozent schwarze Teilnahme.
00:13:02: Auch die Sprache das ist natürlich auch ein Problem.
00:13:04: wir haben offiziell zwölf, glaube ich zwölfe offizielle Sprachen und je nachdem wo man hingeht, ist es natürlich da die Hauptsprache in der Kirche.
00:13:14: dass wird dann schwierig wenn man nur Englisch kann oder Afrikaans kann.
00:13:19: aber die Bemühung ist schon da also in der kirche.
00:13:22: Aber ja, ich habe auch kein Rezept wie man das machen könnte.
00:13:28: In meinem Zentrum die Grundregel ist wir müssen alle Englisch reden.
00:13:32: Sie dürfen schon ihre eigene Sprache reden wenn sie miteinander zusammen sind aber sobald jemand dazu kommt der das nicht versteht muss man auf Englische rüber und Englisches für uns alle eine Fremdsprache.
00:13:43: von daher für fast alle.
00:13:45: Also zu Sprachprobleme ist eine große Herausforderung.
00:13:48: Die Traditionen sind eine große Harausforderung, zu welcher Klasse man gehört und ob man reich ist oder arm.
00:13:54: Das prägt natürlich auch sehr die reicheren Leute, die sind umgezogen, die können jetzt auch in gemischten Vierteln wohnen.
00:14:01: Da passt man sich auch eher wieder an oder gewöhnt sich an einen neuen Stil aber der Großteil der Bevölkerung ist arm und es schwarz noch.
00:14:10: Welche Rolle spielt die katholische Kirche heute eigentlich in der südafrikanischen Gesellschaft, also auch über Gottesdienst und Seelsorge hinaus?
00:14:21: Wie früher.
00:14:22: Die hatten natürlich Schulen und Krankenhäuser und so.
00:14:24: das war eine sehr wichtige Rolle, die sie spielten.
00:14:27: ich vermisse dass im neuen im jungen Südafrika die Rolle der kirche das war früher stärker zwar natürlich einfacher wenn man einen gemeinsamen, sogenannten gemeinsamen Feind hat wo man sich dagegen stellen darf oder kann muss.
00:14:42: Aber heute vermisse ich das schon ein bisschen in der katholischen Kirche überhaupt.
00:14:47: auch andere Kirchen die sind relativ ruhig weil die Korruption in der Regierung ist ja massiv.
00:14:53: Die Regierung seit zwei und dreißig Jahren haben relativ wenig zustande gebracht.
00:14:59: viel Geld ist verschwunden was nicht hätte passieren dürfen Und die Kirche ist relativ ruhiger.
00:15:05: Nimm keine klare Stellung, das finde ich schade.
00:15:08: Weil es ja nicht Parteipolitik, den man betreiben will oder soll aber Stellung nehmen gegen Ungerechtigkeit, gegen Ausbeutung.
00:15:18: da war die Kirche früher deutlicher.
00:15:21: Aber auch früher waren die katholische Kirche nie so deutlich wie die anglikanische Kirsche zum Beispiel.
00:15:27: Die hatten ein Distentuto Wir hatten ein zwei Hofeetische Stimmen in der katholischen Kirche, in den Seventiger, siebziger Jahren.
00:15:34: Bishop Hurley von Durban, der war so einer – ja ganz klar da für Gerechtigkeit eintrat.
00:15:41: Heute muss ich sagen, ich vermisse die Stimme der kartholischen Leitung!
00:15:45: Wir haben nicht alle diese Gabe, ganz so laut dazustehen.
00:15:49: Das merke ich bei mir selber.
00:15:50: Ich bin nicht der, der als Ausländer gerade... Darstellen möchte er als Gegenungerechtigkeit, aber im Kleinen versuchen wir schon also auch viele Bekannte von mir Gemeinschaft aufzubauen.
00:16:03: Mauern runterzuholen und Brücken damit zu bauen zwischen verschiedenen Völkergruppen.
00:16:09: Das geschieht schon einfach wie man miteinander umgeht.
00:16:13: Also ich kann sagen von allen Freundenbekannten in Schulen wo ich reingucken kann dort geschieht das.
00:16:21: Aber auf der großen Ebene, politischen Ebene könnte man mehr machen.
00:16:28: Ja Südafrika ein Land in dem nach wie vor manche Mauern zwischen den Menschen stehen.
00:16:35: Und mein Gast, Fahrer Christoph Schönenberger versucht seit vielen Jahren solche Mauern im Kleinen zu überwinden.
00:16:43: Vor allem mit jungen Menschen.
00:16:46: und bevor wir darüber sprechen hören wir Musik hier bei Radio Horeb ihrer christlichen Stimme in Deutschland Zurück nach Südafrika und zu Fahrer Christoph Schönenberger hier auf Radio Horeb ihrer christlichen Stimme in Deutschland.
00:17:03: Herr Fahrer, kommen wir jetzt zu Ihrem großen Lebensprojekt nämlich Ihrer Jugendbegegnungsstätte Nach dem Vorbild von TC.
00:17:13: Was sollen junge Menschen dort erfahren was ihnen draußen vielleicht fehlt?
00:17:18: Ja also wir grobiere nicht TC.
00:17:22: Ich mag einfach die Spiritualität von Tesei.
00:17:25: Der Hauptpunkt von Bruder Roger war Versöhnung und ich dachte mir, das wäre ein wichtiger Beitrag den wir leisten könnten weil Südafrika so zerteilt war durch Apartheid dass wir die Menschen wieder zusammenbringen können, dass wir alle willkommen heißen und dass wir versuchen einander kennen zu lernen.
00:17:48: wenn man sich kennt dann kann man auch besser miteinander leben, hoffentlich.
00:17:52: Wir haben also verschiedene Projekte versucht bei uns, das ist immer ein neuer Versuch aber wir haben immer Jugendliche die bei uns wohnen, die kommen aus verschiedenen Bevölkerungsgruppen.
00:18:03: Die meisten kommen aus armen Vierteln.
00:18:06: Aber wir haben auch immer wieder Volontäre aus Europa, die bei Uns für länger mitmachen, für paar Monate.
00:18:12: Die Grundidee ist eben zusammen zu leben weil der Großteil der schwarzen jugendlichen Das ist offizielle Statistik.
00:18:21: Zwei von drei jungen Jugendlichen haben keinen Vater, das ist sogar die Regierungsstatistik.
00:18:28: Also zwei von drei junge Menschen wachsen in einer Familie auf, die nicht funktioniert.
00:18:34: Die Mutter ist überarbeitet Der Vater verschwindet, den kennen die meisten gar nicht.
00:18:39: Es liegt alles an der Großmutter.
00:18:41: hängen Großmütter bei uns, die heißt Gogo.
00:18:44: Ich sag immer, ich schwitzle ein bisschen Ich mache Witze darüber, dass ich denke man müsste die Großmütter eigentlich Nationalheilige erinnern.
00:18:53: Weil ohne Großmüther wäre das Land schon längst kaputt gegangen weil es hängt alles auf ihren Schultern und das ist ja nicht die Aufgabe von einer Großmutter, dass sie kriegt eine kleine Rente der Regierung und damit muss sie zum Teil vier fünf sechs Großkinder durchbringen.
00:19:13: Das ist unvorstellbar.
00:19:15: Und dann kommen diese jungen Menschen zu uns, die hatte nie eine Familienerfahrung.
00:19:20: Die verstehen nicht mal wie man zusammen ist!
00:19:22: Also man fängt ganz von Grund auf an dass man an einen Tisch setzt sich setzt und zusammen mal teilt das ja ein Grundelement von Jesus der hat er überall male geteilt überall menschen eingeladen alle möglichen menschen.
00:19:38: und das den jungen menschen mitzuteilen dass Essen mehr ist, als nur den Magen voll zu stopfen und wieder wegzurennen oder sie einen Teller nehmen und essen rauf tun und dann weggehen.
00:19:50: Dass man sich hinsetzt um miteinander austauscht, dass man eine halbe Stunde zusammen sein kann!
00:19:56: Das ist für die fast unvorstellbar.
00:19:58: Es geschieht natürlich auch in westlichen Gesellschaften immer mehr mit Handys und so, das man nicht mehr miteinander redet.
00:20:04: Und ich denke mir wenn wir das nicht lernen, wenn wir den jungen Menschen nicht zeigen können dann geht ein sehr, sehr wichtiger Teil unseres Glaubens verloren.
00:20:13: Malteilen zusammensitzend auszutauschen – so entsteht auch Frieden!
00:20:19: Also das ist etwas ganz Einfaches.
00:20:21: wo wir denken... Ach, das ist keine große Aufgabe.
00:20:25: Aber es fängt dort an.
00:20:27: Wir haben….
00:20:28: wenn Sie fragen wie unser Alltag so aussieht?
00:20:30: Wir empfangen jeden Tag um sieben Uhr mit einem Morgengebet an.
00:20:34: Da brauchen die Welt Gesänge von Tessé.
00:20:36: Wir haben eine Schriftlesung und dann Stille Und abends wieder um sieben Uhr beenden wir den Tag mit Angebet und das ist immer so um die vierzig Minuten lang.
00:20:45: Die Stille wurde für mich immer wichtiger, je älter ich wurde.
00:20:49: Ich merke einfach wie unsere Welt im Lärm trinkt.
00:20:53: also Wir werden dauernd berieselt man kann kaum mehr alleine sein und wenn wir allein sind haben wir das Handy dass wir dann brauchen damit wir ja nicht nur mit uns selber sind.
00:21:09: Die Stärke wieder von der katholischen Tradition.
00:21:13: Wir haben so viele Heilige, die uns auf diesen Weg gebracht haben, still werden.
00:21:18: Jesus geht ja dauernd weg in die Wüste, auf den Berg, weg von den Menschen um mit Gott zu sein und dem Vater zu beten.
00:21:26: Dieses Element merke ich immer mehr, die Menschen rauszunehmen aus diesem Sog des Lärms, der Dauntberieselung ihnen einen Ort anzubieten, wo das ist für die meisten sehr fremd.
00:21:39: Einen Ort an zu bieten wo man still werden kann.
00:21:42: Jungen Menschen kommen häufig zu mir schwarze und sagen ach dass es nicht afrikanisch.
00:21:46: wir haben Musik und wir tanzen und ja man trommeln.
00:21:50: und ich sage ja das hat einem Platz ganz klar.
00:21:53: aber was ich sag?
00:21:54: dass denen so was ihr denkt sei afriikanisch das ist nicht africanisch das is moderne berieselung.
00:22:01: weil richtig afrika das habe ich als ich in ein Jahr in Lesotho wohnte, um dort die Sprache zu lernen.
00:22:07: Richtiges Afrika ist wenn ein Junge mit seinen Schafen oder seinen Ziegen oder Kühen mehrere Tage allein auf einem Feld ist in den Bergen dort und da hört man nichts mehr nur noch die Vögel und das Summen von Insekten und dem Wind der durch das Gras weht öffentliche Stille, völlige Abgeschiedenheit Leere.
00:22:30: Und nachher, wenn man ins Dorf zurückgeht Klar, am Sonntag da gibt es fest.
00:22:35: Da ist man zusammen, da wird getanzt und geklatscht.
00:22:38: Und am Sonnentag so ein Gottesdienst ist wunderschön!
00:22:42: Aber während der Woche still werden den jungen Menschen zu zeigen, find Gott in dir, Gott spricht.
00:22:48: Man hört ja immer dass junge Menschen häufig oder nicht nur junge Menschen überhaupt sagen Ja, in der Bibel sagen immer Menschen sprach zu Moses und zu Abraham und zu unsprichter Nichts und sagt mir Gott spricht immer Aber wir sind nie da, wir sind nicht leer.
00:23:04: Wir sind nicht still und ich denke mir das den jungen Menschen wieder beizubringen, das ist nicht sehr wichtig.
00:23:11: Herr Pfarrer wenn man so lange mit jungen menschen arbeitet sieht man die Früchte wahrscheinlich oft erst viel später.
00:23:19: gibt es da eine Begegnung bei der sie im Rückblick sagen dafür hat sich all die Arbeit gelohnt?
00:23:26: Ja!
00:23:27: Das gibt's sicher.
00:23:28: Mit jungen wenn man mit denen direkt arbeitet als junge Menschen, dann kommt da häufig nichts direkt rüber zu uns.
00:23:39: Aber so nach weil ich jetzt schon bald vierzig Jahre dort bin, so nach zehn, zwanzig, dreißig Jahren plötzlich trifft man wieder jemanden und der sagt oder die sagt das hat sie sehr beeinflusst und ihr den Weg gezeigt.
00:23:54: Ich bin nicht mehr auf Facebook, ich habe das aufgehört aber als ich noch auf Facebook war vor zwei drei Jahren Da kriegte ich plötzlich eine Botschaft von einer jungen Frau, also die jetzt nicht mehr so jung ist.
00:24:05: Und sie hat gesagt, Sie hätte mich auf Facebook gefunden und sie wollte mir einfach mitteilen dass sie vor zwanzig Jahren bei uns war und es hätte ihr Leben völlig verändert.
00:24:15: Sie wohnt nicht mehr dort wo sie abwuchs aber sie sei völlig... Es hätte sie völlig beeinflusst.
00:24:21: Und so Erlebnisse das tut schon gut oder auch junge Menschen.
00:24:25: Also ich kriege jetzt Gradbesuchende in drei Wochen von einer Familie, sie war Voluntärin aus der Schweiz bei mir und er war Volontär aus Durben bei mir.
00:24:37: Er ist ganz schwarz, weil also wirklich schwarz?
00:24:40: dunkel, weil seine Mutter Angolanrinne ist.
00:24:43: Sie ist ganz weiß, weil ihre Mutter Finnin ist und die haben sich bei mir getroffen, haben sich verliebt, haben dann geheiratet und jetzt zwei Kinder wohnen in der Schweiz Vor drei Tagen eine Botschaft geschickt und gesagt, sie freuen sich so dass sie nach siebzehn Jahren zu mir kommen können.
00:25:06: wieder weil ohne diesen Platz wäre ihre Familie nie entstanden.
00:25:11: Oder wo es sich munzelt und dachte ja auch diese Sachen gibt.
00:25:16: Herr Faras Schönberger noch eine Frage zum Schluss wenn Sie bei Ihrem nächsten Besuch in der Schweiz eine typisch südafrikanische Eigenschaft mit nach Europa bringen könnten Welche wäre das?
00:25:31: Südafrikaner, das höre ich immer und ich kann es auch bestätigen.
00:25:34: Südaffrikanen sind einfach Lebensfreude haben große Lebensfreuden die sind positiv sind freundlich.
00:25:41: also wenn man Menschen begegnet auf der Straße in einem Geschäft in einem Restaurant natürlich auch in der Kirche Es brickelt so ist eine Freude da drin.
00:25:52: Ich denke mir in Europa gerade jetzt im deutschsprachigen Raum, wo ich das erlebe immer wieder.
00:26:00: Wir sind so kritisch und so negativ ist wichtig, kritisch zu sein, es ist wichtig etwas zu hinterfragen aber das soll uns nicht die Freude am Leben nehmen lassen.
00:26:09: also wir nehmen wir sollten doch positiv bleiben.
00:26:13: Südafrika wurde vor zweiunddreißig Jahren demokratisch Und da dachten viele dass klappt nie Es wird auseinanderfallen.
00:26:22: es gibt Krieg Bürgerkrieg.
00:26:25: Wir haben uns thirty Jahre lang da durchgeworstelt, mehr oder recht, weniger richtig.
00:26:32: Es kriselt überall.
00:26:34: aber nach thirty Jahren muss ich sagen es gibt uns immer noch und die Menschen lachen immer noch können immer noch Witze machen wenn etwas falsch läuft ist viel falsch.
00:26:43: Aber diese Hoffnung und diese Zuversicht irgendwie wird schon wieder gehen.
00:26:49: Und das ist schon etwas dass ich mir denke gerade in Europa.
00:26:53: man denkt so ach is so Welt, Ende Stimmung.
00:26:58: Es kommt alles zu Ende es geht nicht mehr, es geht runter.
00:27:02: Es
00:27:02: gibt immer einen Weg vor, wenn wir jetzt als Menschen die Christus nachfolgen Wenn wir das wirklich glauben dass Christus unser Licht ist, das Leben ist der Weg uns zeigt dann sollte sich das auch spiegeln in unserem Alltag wie wir mit anderen Menschen umgehen Wie wir mit Problemen umgehen sich bewusst werden, wo ich in die Falle trete dass ich negativ bin.
00:27:27: Dass ich dem Negativen zu viel Gewicht gebe und einfach sagen kann ja ich sehe die Probleme das ist wichtig dass ich da mit umgehen muss das anpacken.
00:27:39: aber es geht viel einfacher wenn ich mich getragen weiß also nicht nur von mir abhängen sondern ich weiß Es gibt etwas in mir um mich herum in den Menschen mit mehr eine Kraft die mich trägt.
00:27:53: Das ist Unterglaube, dass das Christus diese Kraft ist.
00:27:56: Und das wird gehen!
00:27:58: Es hat bei uns zu einem Jahrzehnten funktioniert und es wird auch weiterhin so funktionieren.
00:28:04: Davor bin ich überzeugt.
00:28:05: Ja, und das wollen wir Ihnen von Herzen wünschen, lieber Herr Pfarrer Schönenberger Ich sage ganz herzlichen Dank für dieses Gespräch und auch für diese Einblicke in das Leben In das Glaubensleben in Südafrika.
00:28:19: Herzlichen Dank, vergelts Gott.
00:28:22: Danke auch und verkehrt Gott all Ihren Zuhörern und Gottes Segen.
00:28:26: Von Südafrika, liebe Hörer zurück nach Deutschland – und zu einem Jahrestag!
00:28:32: Vor zwanzig Jahren besuchte Papst Benedikt der Sechzehnte seine bayerische Heimat.
00:28:38: Was seine Impulse und die anderer Päpste mit der Arbeit von Kirche notzutun haben, darüber sprechen wir gleich hier bei Radio Horeb ihrer christlichen Stimme in Deutschland.
00:28:52: Radio Horeb.
00:28:53: leben mit Gott, Sie hören das Magazin Weltkirche aktuell.
00:28:57: Vor zwanzig Jahren kam Papst Benedikt XVI nach Bayern.
00:29:02: Fünf Jahre später besuchte er erneut seine deutsche Heimat.
00:29:07: Über seine Reden wurde viel diskutiert – manches wurde gefeiert, manches kritisiert und manches vielleicht auch missverstanden.
00:29:17: Doch was bleibt von Papst-Worten, wenn die Schlagzeilen längst verschwunden sind?
00:29:22: Bei Kirche Not erstaunlich viel.
00:29:25: Denn immer wieder haben Päpste dem Hilfswerk neue Aufgaben mit auf den Weg gegeben!
00:29:32: Darüber spreche ich jetzt mit meinem Kollegen Tobias Lena der mir heute telefonisch zugeschaltet ist.
00:29:39: Hallo Grüß dich Tobias Tobias, Päpste halten unzählige Reden.
00:29:45: Sie schreiben Entzüglichen und sie geben der Kirche immer wieder neue Impulse.
00:29:50: Bei manchen geht das links rein und rechts wieder raus.
00:29:54: Hört denn die Kirche in Not eigentlich auf den Papst?
00:29:58: Das tun wir uns ganz genau!
00:29:59: Wir sind ein päpstliches Hilfswerk und wir nehmen das auch ernst im wahrsten Sinne des Wortes.
00:30:05: Die Kirche ist im heiligen Vater treu ergeben,
00:30:09: d.h.,
00:30:09: ein bisschen pathetisch in den geistlichen Richtlinien unseres Hilfswerks, die den Kompass bilden für unsere Arbeit.
00:30:15: Aber wir setzen das auch tatsächlich um.
00:30:17: päpstliche Aussagen, päpsterliches Lehramt sind die Richtschnur für unsere Arbeits-, für alle Äußerungen, die wir tun und für alle Publikationen, die auswenden.
00:30:26: Und oft entsteht daraus dem Wirken der Päpste unsere Projektarbeit.
00:30:31: nicht nur natürlich dass was so in der Kirche allgemein geschieht sondern auch ganz konkret wie die achtzigerige Geschichte mittlerweile fast achtzigjährige Geschichte von Kirchenot auch eindrucksvoll beweist.
00:30:42: Also das war von Anfang an schon so, dass zeigt ein Blick in die Geschichtsbücher von Kirche in Not.
00:30:49: Hast du da Beispiele wie päpstliche Impulse, die Arbeit entscheidend mitgeprägt haben?
00:30:55: Ganz, ganz entscheidende.
00:30:56: und man kann wirklich sagen, so die Reihe der Päpse.
00:30:58: vom Beginn an war wirklich jeder Papst auch mit unserer Geschichte eng verbunden.
00:31:03: Das beginnt im Jahr narrative Pius XII.
00:31:05: Der hat eigentlich indirekt zur Entstehung von Kirchenot beigetragen wird, nämlich damals kurz nach dem Zweiten Weltkrieg angefragt beim Prämonstra-Tänzer-Ordner und gesagt könnte nicht jemandem freistellen der den Notleitenden deutschen Heimatvertriebenen beißt, über die es zig Millionen gab.
00:31:21: Und im belgischen Kloster hat der Prämostratänzer Wernfried Franz Traten diesen Aufruf gehört ist ihm gefolgt.
00:31:28: was entstanden ist, ist bekannt.
00:31:29: zunächst Nothilfe für Heimat Vertriebene dann die Ostbrüsterhilfe im Kommunismus und wie wir es heute haben, Kirchenot.
00:31:38: Johannes XXIII hat mitgeholfen, er hat nämlich damals gefragt, könnt ihr nicht auch was für die Kirche in Lateinamerika tun?
00:31:45: Später kam Afrika dazu.
00:31:46: Johannes Paul II.
00:31:48: sehr intensive Geschichte weil er uns schon verbunden war in seiner Zeit als er noch in Polen gewirkt hat und später hat er viele wichtige Impulse gegeben.
00:31:57: das kann man eigene Sendung dazu machen gibt's ja auch schon.
00:32:01: Aber ein wichtiger Impuls war zum Beispiel, dass er nach der politischen Wende gesagt hat kümmern durch um die Ausschönung mit der orthodoxen Kirche auch mit der russisch-orthodoxen kirche.
00:32:10: Wir sehen jetzt angesichts des schrecklichen Kriegs auch in der Ukraine wie schwierig das ist diese Mission.
00:32:16: aber der Auftrag bleibt bestehen Kanäle offen zu halten Dialog zu betreiben immer wieder zu versuchen den Kontakt zu kommen so schwierig dass aus.
00:32:24: ich in Verpflichtungen zur Aufgabe der Päpste und natürlich auch alle weiteren folgenden haben Impulse gegeben für unsere Arbeit.
00:32:33: Und da schauen wir jetzt mal drauf, denn bei Benedikt im sechzehnten als deutschen Papst wird es besonders interessant.
00:32:40: er hat bei seinem Deutschlandbesuch in München ausdrücklich darauf hingewiesen Wie wichtig es ist, die Kirche zu unterstützen, seelsorgliche Projekte zu finanzieren.
00:32:53: Hattest du da das Gefühl... Da hat einer ziemlich genau verstanden was auch die Arbeit von Kirchenot ausmacht?
00:33:01: Ich habe damals im Jahr war noch nicht bei Kirchenoh gearbeitet aber ich stand auf der Messe in Riem und hab dieser Predigt gut zugehört und bin bei dem Zitat tatsächlich so ein bisschen geschluckt.
00:33:11: Da kann ich mich noch erinnern weil er schon den Finger in die Wunde gelegt hat Papst Benedikt.
00:33:16: Er hat nämlich einen afrikanischen Bischof so sinngemäß zitiert, der ihm erzählt hat wenn ich in Deutschland, wo ja viel noch Gelder vorhanden sind, wo es auch viel Solidarität gibt mit einem sozialen Projekt komme dann finde ich offene Türen.
00:33:30: aber wenn ich mit einem Evangelisierungsprojekt komme dann ernteg oft eher Zurückhaltung.
00:33:35: und als ich dann bei Kirche Not angefangen habe, habe ich gemerkt wir setzen genau das um.
00:33:39: nicht Zurück Haltung üben gegenüber Evangelisierung Projekten sondern genau das tun unsere Ausrichtungen ist die pastorale Hilfe, dass die Kirche das Evangelium verkünden kann und sie ihren ureigensten Auftrag in Seelsorge und Verkündigung erfüllen kann.
00:33:54: Und dann im Notsituationen Krieg, Terrorvertreibung kommt dann die Nothilfe doch dazu aber auch hier immer über die Kanäle der Kirche also damit die Kirch eben nicht zu einer Wohlfahrtsorganisation wird sondern damit sie wirklich ihrem Auftrag von Jesus her treu bleiben kann.
00:34:10: Das war Papst Benedikt wichtig das hat er mehrfach betont Und diesen Kompass folgen wir nach wie vor.
00:34:17: Nach Benedikt kam mit Franziskus und inzwischen Leo, dem Vierzehnten zwei ganz andere Persönlichkeiten auf den Stuhl Petri – muss denn da so ein Hilfswerk wie Kirchennot auch immer wieder ganz neu hinhören?
00:34:31: Gar nicht so sehr ums Hinhören natürlich auf das was uns die PAPS dem Lehramt vorlegen aber auch immer zu schauen!
00:34:37: Welches Beispiel geben Sie?
00:34:38: Und Port Franziskus war diese Orientierung der Kirche an den Rennen sehr wichtig.
00:34:42: Das hat er auch sehr ernst genommen, das kann man wirklich sagen.
00:34:45: Heute kann man darüber sprechen und hat mehrfach Projekte von Kirchenot im Irak zum Beispiel damals als ein Schwerpunkt unserer Hilfe war.
00:34:52: Auch persönlich privat mit Spenden unterstützt und hat somit auch die Solidarität sehr handgreiflich gemacht.
00:34:59: Er hat bei seiner Irak-Reise als einziges Mitglied einer Hilfsorganisation unsere Projektdirektorin heute Präsidentin von Kirchennot mitgenommen, hat also auch so unser Wirken sehr gewürdigt.
00:35:12: Er hat auch die geistlichen Initiativen von Kirchennot sehr unterstützt.
00:35:16: Ich denke an die Gebetsaktion Eine Million Kinder beten den Rosenkranz, der wir im Oktober immer aufrufen Auch was Geistliche Aktionen in Syrien anbelangt.
00:35:25: das hat er immer wieder sehr stark unterstützt.
00:35:27: Ja und Papst Leo, der ist natürlich jetzt erst das Potifikat noch relativ neu und wir hatten aber auch schon Begegnungen mit ihm schon in seiner Zeit, bevor er Papst war.
00:35:38: Er war ein Projektpartner von uns als Missionar im Peru tätig, hat Unterstützung für die Priester seiner Diözese bekommen und im vergangenen Jahr haben Vertreter vom Kirchenot den Papst schon getroffen.
00:35:48: Und da hat er dann sehr schönes Zitat zu gesagt einen schönen Spruch gesagt, den ich einmal zitieren möchte.
00:35:53: Er sagte, wo auch immer kirche Not eine Kapelle baut Ordenschwestern unterstützt oder Radiosender, oder Fahrzeuge für die Silsorge ermöglicht stärken sie das Leben der Kirche.
00:36:05: Das Leben der kirche stärken ist doch ein toller Auftrag und den setzt man auch unter Papst Leo und allen anderen Päpsten fort.
00:36:14: Nun besteht die Weltkirche ja nicht nur aus dem Papst, sondern sie setzt sich aus vielen Gliedern zusammen.
00:36:20: Wie ist denn das konkret?
00:36:22: Wenn ein Bischof zum Beispiel irgendwo in Afrika oder Asien sagt wir brauchen dieses oder jenes also etwas ganz anderes als ihr in Deutschland vielleicht denkt wer hat denn da das letzte Wort?
00:36:33: Dann hören wir sehr gut hin.
00:36:34: und im Tribal haben immer das letzte wort diejenigen die am nähsten an den nöten dran sind.
00:36:39: Und bei uns wird kein Greg bewilligt dass nicht ein bischof oder eine Ordensoberer, die es okay gegeben hat, bewilligt und dargelegt hat.
00:36:47: Und da gehen wir schon in intensiven Dialogs.
00:36:49: Das kann auch manchmal zu Überraschungen führen.
00:36:52: Wenn man jetzt aus dem Glauben her denkt, dass durch den heiligen Geist gefügt sein können... Ich denke zum Beispiel an den Irak der damals zerstörte Obert vom IS.
00:37:01: nach der Vertreibung nach dem Sieg über den IS vor Ort ging so ein Wiederaufbau.
00:37:06: Jeder hat gemeint, wir packen jetzt an, wir stellen die Dörfer dort wiederher damit die Christen wieder zurückkommen können.
00:37:13: Interessanterweise haben aber die Projektpartner erst mal gesagt, dass alle Erste was ihr bitte wieder aufbauen solltet wären die Kirchen.
00:37:19: Ja wieso denn die Kirche?
00:37:21: Ja weil da wo eine Kirche wieder aufgebaut ist, da erleben die Menschen da ist Zukunft, da kann ich mich niederlassen.
00:37:27: Erst wenn die Kirchesteht dann sagen wie ich möchte da mein Wohnhaus renoviert haben.
00:37:30: das ist eine ganz andere Denke als wir sich vielleicht hierzulande haben und auch als man erstmal so aus dem Impuls helfen zu wollen dann erstmal folgen würde.
00:37:41: Zum Beispiel einen Umgang mit Messstipendien.
00:37:43: So viele Projektpartner sagen, wir brauchen Messstippende und so eine Reprise da.
00:37:46: Wir können die sonst nicht bezahlen, sie gar nicht unterstützen.
00:37:50: Die können sich nicht mal ein Brot kaufen ja?
00:37:53: Und das ist erstmal so ein Aha-Effekt für viel in Deutschland, der will so viele heilige Messe und da eine Unterstützung zu geben für das Gebet in einem bestimmten Anliegen.
00:38:02: natürlich kann man eine Messe nicht kaufen aber man kann was tun um zeigen.
00:38:05: ich zeige Verbindung in der Feier der Heiligen Messe.
00:38:07: Das ist etwas ganz anderes.
00:38:10: Das ist etwas unglaublich Tolles, das zu erleben.
00:38:12: und was tun wir.
00:38:13: Und wir finden Gott sei Dank immer wieder Wohltäte die genau dieses ganz andere diese pastorale Ausrichtung auch unterstützen.
00:38:21: Tobias Wir haben gelernt Zuhören ist also besonders wichtig und genau das macht Kirchenot inzwischen seit fast achtzig Jahren.
00:38:30: Geld allein macht aber noch keine gute Hilfe.
00:38:32: Was muss man denn tun damit aus gut gemeint tatsächlich auch gut geholfen
00:38:39: wird?
00:38:40: Not lautet Gebet-Information Hilfe.
00:38:44: Ohne das Gebet, und es ist jetzt nicht einfach eine katholische Floske, sondern das schreibt jeder Projektpartner.
00:38:52: Ohn Gebet würde kein einziges Projekt gelingen!
00:38:57: Und das andere ist natürlich auch die Information über den verfolgten Christen.
00:39:01: sich damit auseinanderzusetzen in diesem Dialog zu gehen, auch Aktionen zu starten wie Solidarität mit dem Verfolgten Christian zeigen bleibt nicht ungehörter.
00:39:11: Es löst auch bei unseren Projektpartner was aus, die sagen es ist so großartig dass in einem völlig fremden Winkel der Welt Christen an uns denken.
00:39:20: das schafft Partnerschaft, das schauft Vertrauen.
00:39:23: und wir leben natürlich auch ganz stark von den Erfahrungen wie unsere Projektpartnerschildern und die so oft meilenweit entfernt sind von der europäischen Perspektive wo's nämlich wirklich eine geistliche missionarische Perspektiv geht.
00:39:36: und ich denke wenn das zusammenklingt Weltkirche und unser Kirche seien hier vor Ort.
00:39:42: Dann wären wir diesem Auftrag gerecht, nicht nur dem Auftrag der Päpste als katholisches Hilfswerk sondern ganz fundamental auch dem Auftakt Jesu!
00:39:50: Ja vielen Dank Tobias für diese spannende Einblicke in die Arbeit von Kirchen.
00:39:55: Not vor allen Dingen im Zusammenhang mit den letzten Päppsten.
00:40:00: Vielen Dank und bis zum nächsten Mal
00:40:02: sehr gerne.
00:40:04: Das war Weltkirche aktuell hier bei Radio Horeb und Radio Maria.
00:40:09: Wenn Sie mehr über die Arbeit von Kirchenot erfahren oder unsere Hilfe für bedrängte Christen unterstützen möchten, besuchen sie uns im Internet unter www.kirchenotde.com.
00:40:23: Am Mikrofon verabschiedet sich Volker Nigewöner aus dem Studio von Kirchennot in München.
00:40:30: Danke fürs Zuhören und Gottes Segen!
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