Südsudan: Missionar am Ende der Welt; Religionsfreiheit in Lateinamerika

Shownotes

Die Themen:

  • Südsudan: Missionar am Ende der Welt. Mit Pater Gregor Schmidt, Provinzial der Comboni-Missionare in Südsudan

- Religionsfreiheit in Lateinamerika. Mit Tobias Lehner, KIRCHE IN NOT Deutschland

Erstausstrahlung: 30. August 2026; © KIRCHE IN NOT

Info zur Sendung: Was bewegt einen Menschen dazu, seine Heimat zu verlassen und Missionar zu werden? Pater Gregor Schmidt stammt aus Berlin, gehört den Comboni-Missionaren an und ist heute Provinzial seines Ordens im Südsudan. Er erzählt von seinem Weg in die Mission, seiner Berufung und seinem Leben für die Kirche in einem anderen Teil der Welt.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Radio Horeb, Ihre christliche Stimme in Deutschland.

00:00:03: Sie haben Weltkirche aktuell eingeschaltet!

00:00:06: Mein Name ist Volker Nigewöner – herzlich willkommen!

00:00:11: Normalerweise berichten uns unsere Gäste in dieser Sendung von der Kirche in fernen Ländern vom Leben der Christen von ihren Hoffnungen und Nöten.

00:00:22: Heute wollen wir einmal den Blick auf einen Menschen richten die hinter solchen Geschichten stehen.

00:00:28: Wie wird man eigentlich missionar?

00:00:31: Und was bringt einen Menschen dazu, die vertraute Heimat hinter sich zu lassen und sein Leben der Kirche in einem anderen Teil der Welt zu widmen.

00:00:42: Mein Gast ist Pater Gregor Schmidt.

00:00:45: Er stammt aus Berlin, gehört den Komboni-Missionaren an und ist heute provincial seines Ordens im Süd Sudan – mit ihm habe ich über seinen Lebensweg gesprochen!

00:00:57: Herzlich Willkommen, Pater Grieger.

00:00:59: Vielen Dank für die Einladung!

00:01:01: Pater Greger seit fünfzehn Jahren wirken Sie im Süd Sudan?

00:01:05: Seit zwei tausend dreiundzwanzig sind sie Provinzial der Komboni-Missionare dort.

00:01:11: Hätten Sie das für möglich gehalten im Alter von sagen wir mal achtzehneinzehn Jahre?

00:01:16: Überhaupt nicht.

00:01:18: da habe ich überhaupt noch nicht dran gedacht Priester zu werden.

00:01:20: Sie sind in Berlin aufgewachsen, das ist ja nicht gerade ein katholischer Hotspot.

00:01:28: Wie sind sie groß geworden?

00:01:29: In dieser Mega-Stadt?

00:01:30: Boah!

00:01:31: Das war damals keine Mega-Staat.

00:01:33: West-Berlin, neunzigzehntreihen-siebzig geboren im Südwesten... ...das war sehr überschaulich.

00:01:39: also Berlin hat so Bezirke die jedes für sich so klein sind würde ich mal sagen und ich habe es nicht als große Stadt empfunden.

00:01:50: Mein Vater kommt aus der Diatöse Paderborn.

00:01:52: Der ist zum Studium nach Berlin gezogen.

00:01:55: Meine Mutter kommt aus Korea, die ist als Krankenschwester.

00:01:59: Nach Berlin gekommen in den Neunzigzehnten bin ich da aufwachsen.

00:02:03: Welche religiöse Grundierungen hatten Sie?

00:02:06: Also von meinem Vaters Seite katholisch meine Großeltern sehr katholisch.

00:02:12: Mein Großvater war selber Seminarist bei den Salisianern vor dem Zweiten Weltkrieg und hatte auch zwei Brüder, die Priester waren.

00:02:21: Also da ist tatsächlich viel katholischer Hintergrund auch Berufungen gewesen.

00:02:28: Mein Vater selber war weniger religiös hat sich dann auch ein bisschen von der Kirche so abgesondert.

00:02:36: also ich bin nicht religiöse aufgewachsen.

00:02:37: meine Mutter kommt aus Korea.

00:02:39: sie hatte vom Christentum noch gar nichts mitbekommen Als sie herkam.

00:02:43: Nicht

00:02:43: wirklich fromm aufgewachsen, wie man

00:02:45: so sagen würde?

00:02:46: Also während überhaupt über meine Großeltern habe ich was mitbekommen Tischgebete solche Geschichten.

00:02:52: Wann änderte sich denn Ihr Lebensweg?

00:02:55: Naja also vielleicht noch in der Zeit vorher... Ich bin sehr wohl... Ich hab also Kommunionfirmen mitgemacht und war auch gerne Ministerant Und hatte schon eine kirchliche Anbindung.

00:03:07: das war aber jetzt nicht reflektiert sondern ich habe mich da einfach wohl gefühlt Und dann ist mein Vater irgendwann nicht mehr in die Kirche gegangen und ich bin gerne trotzdem sonntags in der Kirche als Ministrant.

00:03:18: Das habe ich schon praktiziert, aber es war kein Entscheidungschristentum.

00:03:24: Und das hat sich später noch einmal geändert.

00:03:27: Was

00:03:27: war denn ein entscheidendes Erlebnis auf diesem weiteres

00:03:30: Leben?

00:03:30: Da gab es sehr viele ... was so den Stein ins Rollen gebracht hatte, dass mein Vater mir vorgeschlagen hat, dass ich einen Auslandsjahr an den USA mache.

00:03:41: Das war damals in der elften Klasse, das heißt als ich zurückkam musste ich dann sogar auch dieses Jahr wiederholen.

00:03:47: Das konnte nie überspringen und da habe ich in einer protestantischen Familie gelebt.

00:03:53: die sind jetzt verglichen mit dem deutschsprachigen Raum ein bisschen piatistisch geprägt also sehr biblgeprägte Familie und da hab' ich dann auch zum erst mal in der heiligen Schrift angefangen zu lesen.

00:04:05: Und das hat meinem Leben eine Neuwendung gegeben.

00:04:08: Also besonders die Paulusbriefe

00:04:11: Also es war quasi eine Hinwendung zum Glauben über die Schrift.

00:04:15: Ja, bei mir schon ja also vielleicht überhaupt auch das Familienleben.

00:04:20: Die hatten auch eine super Jugendarbeit.

00:04:22: Das war schon nicht nur das Lesen aber Es war eine neue Entdeckung für mich im Christenturm die heilige schrift zu lesen und da vor allen Dingen also diese Die Begeisterung des Paules Philippa-Brief, auch Elfersterbriefe.

00:04:35: das sind für mich Schlüsselerlebnisse gewesen.

00:04:39: Für mich auf meinem Weg ganz bewusst als Christ Jesus nachfolgen zu

00:04:42: wollen.".

00:04:43: Also diese Erfahrung haben Sie in einem protestantischen Umfeld gemacht?

00:04:48: Haben sie da nicht mal mit dem Gedanken gespielt ja selber freikirchlich protestantisch zu werden?

00:04:55: Ja also ich muss sagen Also diese Familie, die wollte jetzt nicht, dass ich irgendwie konvertiere.

00:05:00: Die haben sich einfach nur gefreut, dass sie Jesus lieb habe.

00:05:05: Dann bin ich hier zurück nach Deutschland und in der Tat war ich damals bestimmt... also wie man soll sagen, non-denominational.

00:05:13: Ich hab mich zwischen allen Konfessionen irgendwie gefühlt weil ich auch vieles von meiner Kirche gar nicht verstanden habe oder zum ersten Mal Fragen gestellt habe was ist überhaupt?

00:05:24: Was lehrt die katholische Kirche?

00:05:25: Und ja, das war eine Zeit des Suchens.

00:05:29: In Berlin gibt es auch sehr viele Kirchen.

00:05:31: Also ich bin da jeden Sonntag in einer anderen Konfession gegangen, die Zeit war lang und habe dann viel mit meiner Oma gesprochen, die ist nämlich von der lundrischen Kirche konvertiert als junge Frau noch vor der Ehe.

00:05:42: Sie betont immer, sie ist nicht wegen meinem Großvater konvertirt.

00:05:46: Das war so auf katholischer Seite mein wichtigster Gesprächspartner in der Zeit.

00:05:51: Die hat mir dann ganz viele Bücher zu lesen gegeben.

00:05:56: Als ich dann also für mich auch im katholischen Glauben meine Identität gefunden hatte, hat sie dann gesagt naja Gott schreibt auf Krummensheilen gerade oder irgendwie so.

00:06:06: Also würden Sie sagen dass es die Großmutter war, die

00:06:09: sie in

00:06:09: der Kirche gehalten hat?

00:06:11: Na ja das waren sicherlich auch andere Begegnungen aber ich würde mal sagen, dass sie... Meine Großmütter war die informierteste katholische Person, die ich hatte in meinem persönlichen Umfeld und sie hat sich auch die Mühe gemacht Und ich habe dann aber auch zum Beispiel angefangen Bücher von, wie hieß der Heinz Schütte?

00:06:29: Ist er bekannt heute noch?

00:06:30: Ich kenne ihn nicht.

00:06:31: Naja also jedenfalls ist es glaube ich ein Ökomeniker, der hat so Bücher veröffentlicht über den katholisch-protestantischen Dialog Also in Deutschland In USA mit loterischer Kirche und reformierter Kirche Themen zur Kirchenverfassung, Sakramente da besprochen werden und da haben mir die katholischen Antworten gefallen.

00:06:56: Also da habe ich zum ersten Mal gesagt Mensch es gibt ja auch nicht nur einfach katholische Antworten der Tradition sondern auch biblische Antworten.

00:07:04: Warum das was die kartholische Geschichte glaubt von Jesus her kommt?

00:07:09: Und ja das war für mich so eine Phase wo ich dann auch wieder gesagt habe, also ich war ja immer in einer katholischen Kirche aber ich lebe es bewusst und gerne.

00:07:22: Und hab' auch da ein bisschen so apologetik Also gerade aus dem Freikirchenbereich, da kommen mir dann auch viele grundsätzliche Fragen und da habe ich mich dann alles informiert, warum die katholie Kirche das glaubt was sie glaubt?

00:07:37: Also Sie haben Ihren Glauben seit dieser Zeit bewusster hinterfragt und auch gelebt?

00:07:43: Ja, also das war sicherlich sehr wichtig.

00:07:45: Dass ich es bewusst hinterfragte und dann auch bewusst ja sagen konnte.

00:07:50: Und das glaube ich fehlt heute vielen Kassoliken, weil sie nie diese bewusste Entscheidung getroffen haben.

00:07:59: Fehlt vielleicht auch das Glaubenswissen bei vielen?

00:08:02: Sicher!

00:08:06: muss jeder sehen, wie weit er sich damit beschäftigen möchte auch.

00:08:09: Aber für mich danach dass ich ja dann auch Christon Ausmann geworden bin war es natürlich unheimlich prägend und wichtig das ich das auch in meiner Pastoral mit der Seelsorge mit einsetzen kann wenn Leute nach ihrem Glauben ihrer katholischen Identität suchen.

00:08:24: Das

00:08:27: schreiten wir voran auf Ihrem Lebensweg.

00:08:30: Es war dann, das kann man nachlesen in ihrer Biografie wieder eine Reise die entscheidenden Einflüsse in ihrem Leben ausgeteilt hat.

00:08:37: Also

00:08:38: ich möchte vielleicht noch dazu fügen also ich bin immer komänisch geblieben auch wenn ich jetzt gesagt habe ganz bewusst Ich glaube dass die katholische Kirche tatsächlich Die kirche ist die von jesus christus gegründet worden ist und sozusagen die mutter aller anderen kirchen sage ich das nicht mit Überheblichkeit, sondern ich bin von Herzen dankbar für das was sich da aus meiner Gastfamilie mitbekommen habe oder auch von anderen evangelischen und freikirchlichen Christen in Deutschland.

00:09:05: Also ich bin da ganz bewusst ein überkunftsfistenderer Christ geblieben mit meiner katholischen Identität.

00:09:13: also Ich hab es nicht irgendwie dann abgelehnt oder so Sondern denke dass tatsächlich als Kultür liegt müssen wir diese Weiten Blick auch vielleicht die Weisheit, die andere Kirchen vielleicht nicht kennen oder verloren haben ganz bewusst in der Ökumene einbringen.

00:09:30: Ja sie sprechen von der zweiten Reise da.

00:09:33: es war damals so Berlin war ja ursprünglich befreit vom Wehrdienst und dann kamen die Wände und dann bin ich ein Jahr später achtzehn geworden und habe meinen Musterungsbescheid bekommen Und das war für mich überhaupt nicht vorstellbar zur Militär zu gehen.

00:09:49: Dann habe ich erst mal verweigert und dann überlegt, was finde ich hier?

00:09:53: Naja... Was man sich so denkt als Ziviliensleister.

00:09:56: Und dann war ich in TC und habe einen Mann aus Süddeutschland kennengelernt.

00:10:00: der hat sein Ersatz-Dienst vom Ziviliens über die Diözese Rottenburg Stuttgart gemacht.

00:10:06: Aus einem kleinen Dorf Dunningen heißt es.

00:10:09: Also Baden-Württemberg hat ganz viele Kirchenpartnerschaft nach Lateinamerika Und da gibt es ein kleines Dorf von zweitausend Einwohnern, die haben eine Kirchenpartnerschaft in den Norden von Peru.

00:10:23: Also wegen diesem jungen Mann, den ich da in Tisee kennengelernt habe, hab' ich mich da beworben weil ich auch keine Ahnung hatte wo soll ich mich denn sonst hinwenden?

00:10:30: Und die haben mich genommen!

00:10:31: Ich war der erste außerhalb ihrer Dorf... nicht Dorf ist aber sagen wir mal ihrer Region in jedem Fall außerhalb der Diözöse.

00:10:39: das musste dann auch bei denen besprochen werden.

00:10:41: wollen überhaupt jemand aus Berlin?

00:10:44: Na ja, und dann...

00:10:46: Aber was war

00:10:47: denn da?

00:10:47: Jetzt waren es von aber in der Zeit.

00:10:49: Was war an dieser Reise so entscheidend?

00:10:51: Wie haben Sie Glauben und Kirche dort erlebt?

00:10:54: Das war keine Reise, das war tatsächlich ein Mitleben weder.

00:11:00: Dann doppelt so lange wie in den USA.

00:11:02: Da habe ich die katholische Kirche zum ersten Mal als Volkskirche erlebt im positiven Sinn.

00:11:10: Also Berlin ist ja sowieso säkular, aber auch so das kirchliche Umfeld in Deutschland.

00:11:16: Ich habe es irgendwie vom Intellektuellen für mich durchgespielt, aber eigentlich habe ich nicht Kirchengemeinschaft wie ich es mir wünsche in Deutschland gefunden und das war das erste Mal dass sich einfach dieses mitgetragen sein Mitleben, Volkskatholizismus... Aber auch sehr informiert.

00:11:35: also die hatten Das war nicht alles nur Volksfrömmigkeit, die hatten sehr gute Kartichäse.

00:11:41: Also Ausbildung der Kartigheten habe ich zum ersten Mal mitbekommen wie wichtig das ist dieses Laienapostolat.

00:11:47: Winde auch selber... Ich war ja Laie damals, bin ich eingebohnt worden?

00:11:51: Der Pfarrer hat einfach ... Da gibt es so Kappellen.

00:11:55: also Dörfer haben keinen Priester und er meinte einfach hey willst du ihn nicht auch mal?

00:12:00: wir haben hier eine Kappe alle halbe Stunde zu Fuß vom Stadten, das war so ne kleine Stadt Und er meinte, die haben kein Sonntagsgottesdienst.

00:12:08: Da gibt es ältere Leute für dieses zu schwer ins Stadtzentrum zu kommen und da hat er mich eingebunden dass ich einmal in der Woche Gottesdienst geleitet habe.

00:12:17: Das war für mich sehr prägend eine katholische Identität über dieses Intellektuelle hinaus was ich mit meiner Oma praktiziert hab.

00:12:26: Aus einem jungen Berliner, der seinen Glauben erst einmal selbst entdecken und hinterfragen musste wird also allmählich jemand für den die Frage nach der eigenen Berufung immer drängender wird.

00:12:40: Eine wichtige Spur führt ihn nach Peru Aber bis zum Komboni-Missionar und schließlich in den Südsudan ist es noch ein weiter Weg.

00:12:50: Und darüber sprechen wir gleich weiter mit Pater Gregor Schmid.

00:12:55: Zunächst etwas Musik hier bei Radio Horeb.

00:12:59: Radio HOREB leben mit Gott, Sie hören Weltkirche aktuell!

00:13:03: Mein Gast ist heute Pater Grego Schmid, Provinzial der Kombonimissionare im Südsudaan.

00:13:10: Wir haben gerade gehört, wie sich sein Glaube und schließlich auch der Gedanke an ein Leben in einer Ordensgemeinschaft entwickelt haben.

00:13:20: Aber warum ausgerechnet die Komboni-Missionare?

00:13:24: Und wie führte dieser Weg schließlich nach Afrika?

00:13:39: wie ich christliche Gemeinschaft leben kann.

00:13:43: Ich wusste, dass ich über dieses Kernfamilienleben hinaus irgendwie christliche gemeinschaft leben möchte.

00:13:53: Wusste aber nicht so genau konkret was das gestaltet werden könnte.

00:13:57: und dann habe ich in Peru zum ersten mal Augensgemeinschaften näher kennengelernt und zwar waren es Schwesternorden also auch nicht die Komponimission, keine Männer und Schwestern Gemeinschaften.

00:14:09: Und es hat mir so eine Idee gegeben, dass das ja vielleicht auch eine Möglichkeit ist.

00:14:14: Ich war, hab's aber damals noch von mir gewesen, weil ich dachte ... also mit dem Chillibat, das wollte ich nicht?

00:14:21: Oder ich dachte einfach, das passt nicht zu mir.

00:14:23: Hatte aber zumindest Vorbilder wie das ist.

00:14:26: Dann bin ich zurück nach Deutschland, habe mit Theologie angefangen bei den Steilern in Sankt Augustin Damals immer noch gedacht, ich werde irgendwie Pastoralreferein wie Netman.

00:14:37: Das ist also irgendeinen professionellen Beruf und dann habe ich Familie... Genau!

00:14:43: Und dann bin ich dann nochmal im Urlaub ein oder zwei Jahre später da gewesen.

00:14:50: Da ist dann ein Freund bei den Kombonimissionaten ins Postulat eingetreten.

00:14:55: Es ist ja die erste Stufe vom Ordensleben.

00:14:57: Und das war genau die Zeit wo wusste ich möchte, ich suche eine Ordensgemeinschaft und es war dann genau in dem gleichen Sommer.

00:15:06: Ist der mir begegnet?

00:15:07: Also mein Freund von

00:15:08: damals... Und er hat ihn vorgeschwärmt oder...?

00:15:10: Na ja was heißt geschwärmt?

00:15:11: Er hat einfach erzählt, er ist jetzt in der Ordenausbildung und hat mir ein bisschen erzählt und das hat mir gefallen, was er mir erzählt hat.

00:15:19: Beschreiben Sie uns doch mal das Charisma der Kombonimissionare!

00:15:23: Was hat sie angesprochen?

00:15:26: Einmal des Internationale.

00:15:28: also ich denke Weltkirche Ja, also diese Universalkirche die Kirchen allen Kulturen.

00:15:35: Das ist bei den Komboni missionaren sehr stark dass wir aus verschiedenen Kontinenten und dann auch gemischt in den Hausgemeinschaften leben.

00:15:43: Und Die ursprüngliche berufung von dem unserem Grunder Daniel Komboni das ist erst evangelisierung.

00:15:51: Also da die kirche aufzubauen wo sie Jesus nicht bekannt ist oder wo der glaube einfach noch so jung ist dass er für eine gewisse Zeit begleitet wird, bis die Menschen dann selbstständig die Katholiken eher in glaubem Leben.

00:16:06: Und das hat mich angezogen und das habe ich bis jetzt auch gemacht im Südsudanen.

00:16:10: Damit sind wir ja jetzt schon fast ein Jahr?

00:16:12: Ja, nein vielleicht werden noch.

00:16:14: Zeit ist bei dem Interview.

00:16:17: Also es war auch noch entscheidend.

00:16:18: Ich hab in Sankt Augustin studiert und da auch wieder irgendwie gespürt.

00:16:22: Ich brauche Anschluss an einer christlichen Gemeinschaft.

00:16:26: Professor, der mich am meisten beeindruckt hat war ein Benediktiner Münch.

00:16:30: Und da hab ich dann gefragt ob ich bei ihm in seinem Kloster mitleben darf ohne da einzutreten.

00:16:37: und also das war eine Phase die einfachen mich... Also wo ich Klärung gefunden habe dass sich Priester werden möchte?

00:16:51: Dass Gott mich... also gar nicht möchte sondern wirklich also dass Gott mich zum Priester Leben ruft und dann in einer Ordensgemeinschaft, aber nicht in einem Kloster.

00:17:01: Also das war diese Phase die war sehr wichtig für mich dass ich hier diesem Kloster mitleben konnte.

00:17:06: Und dann dieser Urlaub in Peru wo wo ich dann meinen Freund getroffen habe und es hat alles.

00:17:11: also es lag echt alles dicht beieinander.

00:17:14: Wir müssen ein bisschen was aus Ihrem Leben jetzt

00:17:17: überspringen.

00:17:18: Ich

00:17:18: nenne ein paar Daten und Fakten, Sie waren dann in den East-Afrika im Jahr

00:17:25: two-thousand fünf zunächst.

00:17:26: Nach Novice Art bin

00:17:27: ich zwei-tausend neun, kamen sie dann in Südsudan.

00:17:30: Den gab es damals noch nicht?

00:17:31: Genau

00:17:32: aber im Süden vom Sudan.

00:17:33: Zwei Jahre vor der Unabhängigkeit.

00:17:35: Das war dann die Priesterweile.

00:17:38: Und wie war denn das, als ihr das erste Mal in diese Region kamen?

00:17:43: Ist es so wie eine Art Kulturschock.

00:17:46: Beschreiben Sie uns die Lebensbedingungen

00:17:48: ein wenig.

00:17:48: Das ist in der Tat ein Kultur-Schock aber ich bin kein Mensch, der geschockt ist also... Ich brauche auch dieses neue Jahr.

00:17:56: Also ich bin ein sehr neugieriger Mensch.

00:17:59: Auch was Lebenssituation und Kultur betrifft.

00:18:02: Also das ist ein total anderes Leben dort.

00:18:05: Ich habe den Südsudan zum ersten Mal im Jahr zwei Tausend Sechs besucht, für so eine zwei Monate Missionsdienst.

00:18:12: Also in einer Komponi-Gemeinschaft im Südsudaen und dann kannte ich natürlich durch Ostafrika, also Kenia, Uganda kannte sich und dachte dann, dass wenn es ein Land in dieser Region gibt – in anderen Ländern war ich ja nicht

00:18:24: -,

00:18:25: dann ist das der Südsidan der Hilfe von Missionaren braucht weil die Kirche in Kenia doch sehr selbstständig ist schon Da ist es auch nett mitzuarbeiten, aber das ist einfach noch mal eine andere Dimension von Rückständigkeit.

00:18:40: Also kirchlich wie auch ein wirkungspolitisches Schulbereich.

00:18:43: also die Analfa-Betenquote im Südzudan ist ja norm.

00:18:46: Genau und da habe ich dann bei den Nuhr den Hürtenvolk diese zwei Monate mitgelebt und gesagt, wenn dann möchte ich da zurück... Ich bin dann aber in Südsudan erstmal bei einem anderen Hürdenvolk gewesen.

00:18:59: Den Mondari für drei Jahre.

00:19:02: Und dann war das jetzt von mir aus nicht geplant, aber als brauchte ein Priester in einer Nohr-Verei die Komponemissionare betreuen und da hat mich der Provinzell im Januar zwölf hingeschickt.

00:19:17: Da habe ich dann elf Jahre gearbeitet.

00:19:19: Sie haben ja gesagt, Erst-Evangelisation.

00:19:22: Das ist das Charisma der Komboni-Missionare.

00:19:25: Wie sieht denn das konkret aus?

00:19:27: Was macht ein Missionar der Erstevangelisierung betreiben?

00:19:31: Also ich denke, dass unser Themenspektrum weiter gefächert ist.

00:19:35: aber so hat es angefangen und das ist mir wichtig zu sagen, also Teil der Mission der Universalkirche ist und auch in unserem Orden gepflegt werden muss.

00:19:44: Neben all den anderen Themen wo sich Kombonimissionare engagieren Also in der Regel ist es so, dass ... also damals beim Komponi da gab's ja noch gar keine Kirche.

00:19:56: In der Region des Sudan hat einfach Kontakt geknüpft mit der Lokalbevölkerung und so.

00:20:02: Aber heute ist es in der Regeln.

00:20:04: das Bischöfe wenden sich an unseren Orden weil sie für einen pastoralen Bereich, also das kann eine Gemeinde sein im Pfarai, ein territoriale Gebiet oder für einen Themenbereich zum Beispiel den Aufbau des Diözösanradios.

00:20:22: Da ist eine Kombonischwester, die sich da sehr engagiert in Malakal.

00:20:25: Die Diözese, wo ich da die Pfarrei hatte.

00:20:28: Kategäten ausbilden... Also das muss abgesprochen werden mit den Diözösen?

00:20:32: Wir gehen nicht irgendwohin und sagen wir fangen jetzt an.

00:20:35: Sondern wir werden eingeladen!

00:20:37: Und bei den Nohrs ist es beeindruckend.

00:20:41: Dieser Südsudan hat den Stufen vom Christentum was mitbekommen.

00:20:45: Sagen wir mal seit hundert, hundertzwanzig Jahren gibt es ernsteren Kontakt.

00:20:50: Das reicht noch in die Kolonialzeit zurück von Großbritannien, aber der Süden des Sudan war nie erschlossen, weil das geografisch so schwierig da ist zu überleben als Europäer.

00:21:03: Jedenfalls dann haben die Noa – also sie sind nämlich im Altenbürger Krieg im Unabhängigkeitskampf gegen die islamische Nordregierung Karton – nicht nur die Noaa.

00:21:14: Also viele Südsudanesen wurden in anderen Ländern verstreut Und die haben dann dort als Erwachsen des Christentum kennengelernt, nicht nur Kratollegen.

00:21:23: Also auch andere protestantische Kirchen und unsere katholischen Nuhr, die sind dann... ...haben sich ja als Kategäten ausbilden lassen in den Achtzigerjahren und in unserer Region wo wir jetzt die Gemeinde haben im Fangag, also Ende der Achtzehnte Jahre zurück und haben neunzigneinzig die ersten katholicen Gemeinden gegründet.

00:21:43: Also Kapellen in ihren Dörfern haben acht Jahre unter dem Baum gebetet ohne Priester, ohne Missionar.

00:21:50: Und dann irgendwann haben die sich an den Bischof gewendet und gesagt jetzt gibt es hier mittlerweile schon Zehntausend Kategorien oder so?

00:21:57: Wir brauchen einen Priester!

00:21:58: Der Bischoff von Malacca hat dann die Kommune Missionare gebeten dass wir in der Fangalkregion dort die Gemeinde gründen.

00:22:06: Das ist aber im Jahr beendet.

00:22:07: Also ein sehr junger Glaube.

00:22:09: muss er deshalb besonders gepflegt werden, weil er sonst wieder verlustigt wird?

00:22:14: Weiß

00:22:14: ich nicht was die Zukunft bringt.

00:22:15: also erst mal was ich betonen möchte ist die nur haben sich das Christentum importiert.

00:22:21: man denkt ja sich so Missionsgeschichte da gehen irgendwie Leute hin und erzählen an was das gar nicht wissen wollen oder so.

00:22:27: und bei den nur ist es so, die sind halt dem zurück.

00:22:30: Und der Glaube hat sich explosionsartig verbreitet in den neunziger Jahren also es gab vereinzelt getaufte Protestanten muss man sagen weil's einfach aus der Kolonialzeit Kontakte gab mit dem Christentum.

00:22:44: aber das wurde immer als Religion der Weißen oder der Europäer empfunden und es hat sich geändert.

00:22:51: in dieser emberantizipation vom politischen Islam des Norden hat der Südsudan das Christentum entdeckt, will ich mal sagen.

00:23:00: Heutzutage sind ja zwei Drittel oder noch mehr der südsudanesen Christen.

00:23:05: Da haben wir die Hälfte davon katholisch und auf die anderen Kirchen verteilt.

00:23:10: Das hat irgendwie in den Neunzigerjahren Klicke gemacht, dass da in unserer Region Zehntausender insgesamt unter dem Volk nur hunderttausende Erwachsener sich bekehrt haben.

00:23:22: Mitte der Achtziger hat es angefangen, neunzigernuller Jahre.

00:23:26: Wir könnten darüber noch lange sprechen, das ist ein sehr interessantes Thema.

00:23:29: Ich will abschließend noch eine Frage stellen.

00:23:31: Sie sind seit Jahrzehnte und zwanzig Provinziale der Komboni-Missionare.

00:23:37: hat sich da etwas in ihrem Leben verändert?

00:23:39: Wünschen sie sich manchmal die Zeit zurück oder sind sie zufrieden mit dem wie es jetzt ist?

00:23:45: Ich habe viel verlassen.

00:23:46: was mir wichtig geworden ist im Leben ich hab ja der elf Jahre gelebt.

00:23:50: Also vor allen Dingen ist es die Gemeinschaft, also die Kontakte mit den Menschen, mit den Katholiken dort.

00:23:56: Auch meine Hausgemeinschaft war wunderbar!

00:23:58: Das ist für mich eine der wichtigsten Perioden in meinem Leben und das ist jetzt vorbei.

00:24:03: Und jetzt habe ich ne andere Aufgabe.

00:24:05: Ich kann mich da auch mit identifizieren... ...ich kann auch gestalten.

00:24:09: Also das ist nicht nur verwalten sondern wir haben tatsächlich auch ein paar Ideen wo wir in den nächsten Jahren hinwollen Also zum Beispiel eine Gemeinschaft, eine Pfarrei an einen Bischof übergeben und dafür dann eine neue entlegene Region, eine neue Mission eröffnen.

00:24:26: Also ein bisschen so wie das Partynur der angefangen hat.

00:24:28: Genau!

00:24:29: Und das sind Dinge die mir auch an der neuen Aufgabe gefallen... Ja, so ist das Leben nicht?

00:24:35: Man muss etwas verlassen Zu neuen Ufern ausgrößt.

00:24:40: Ja, genau!

00:24:40: Dann wünschen wir Ihnen für diesen neuen Lebensweg alles Gute, Gottes Segen und ganz herzlichen Dank für diese Einblicke in Ihr Leben und Ihr Wirken im Süd Sudan.

00:24:50: Jawohl!

00:24:51: Danke schön!

00:24:53: Das war unser Gespräch mit Pater Gregor Schmidt provincial der Komboni-Missionare im Südsudan.

00:25:01: Wir bleiben nach etwas Musik bei der Weltkirche wechseln aber den Kontinent Denn das ein Land christlich geprägt ist, bedeutet noch lange nicht dass der Glaube dort auch ungehindert gelebt werden kann.

00:25:16: Das zeigt einen Blick nach Lateinamerika.

00:25:20: Warum dort die Religionsfreiheit zunehmend unter Druck gerät?

00:25:25: Darüber spreche ich gleich mit Tobias Lena von Kirche in Not.

00:25:30: Zunächst ein wenig Musik!

00:25:32: Radio Horeb ihre christliche Stimme in Deutschland mit dem Magazin Weltkirche aktuell.

00:25:39: Lateinamerika gilt noch immer als der katholische Kontinent schlechthin, Prozessionen volle Wallfahrtsorte und eine tief verwurzelte Volksfremigkeit prägen viele der Länder bis heute – und doch gerät gerade dort die Religionsfreiheit zunehmend unter Druck!

00:26:01: Priester werden bedroht oder ermordet, kriminelle Banden kontrollieren ganze Regionen.

00:26:08: Und in Ländern wie Nicaragua geht der Staat gezielt gegen die Kirche vor!

00:26:14: Warum wird die Kirchen zur Zielscheibe und was sagt das über die Entwicklung Lateinamerikas aus?

00:26:22: Darüber spreche ich jetzt mit Tobias Lehner von Kirche in Not.

00:26:27: Tobias herzlich willkommen.

00:26:29: Hallo Volker

00:26:30: Tobias, wenn man Christenverfolgung hört denken die meisten vermutlich zuerst an Afrika den Nahen Osten oder auch kommunistische Staaten.

00:26:40: Was ist denn in Lateinamerika passiert?

00:26:43: dass wir inzwischen auch dort ernsthaft über bedrohte Religionsfreiheit sprechen müssen?

00:26:49: Ja Latein Amerika du sagst es ist ein gutes Beispiel dafür das Christen Verfolgung ganz unterschiedliche Gesichter haben kann.

00:26:57: Wir haben dort nicht die eine Ursache sondern im Grunde zwei Entwicklungen auf der einen Seite.

00:27:03: autoritäre Staaten wie Cuba und Nicaragua, in anderer Form auch Venezuela.

00:27:08: Dort wird die Kirche zum Problem wenn sie sich nicht politisch vereinahmen lässt.

00:27:13: Priesterbüsche werden überwacht.

00:27:15: Kirchliche Einrichtungen ihrer Arbeit eingeschränkt Geistliche ausgewiesen ins Exil geschickt gefangen genommen.

00:27:21: besonders schlimm und dramatisch seit Jahren ist die Lage in Nicaragua.

00:27:26: Und auf der anderen Seite haben wir Länder wie Mexiko oder Haiti.

00:27:30: dort geht Gefahr nicht in erster Linie vom Staat aus, sondern von Drogenkartellen und bewaffneten Banden unter organisierten Kriminalität.

00:27:38: Und dort gerät die Kirche ins Visier bei Priester- und Ordensleute Gewalt anprangen weil sie den Menschen beistehen, weil sie Missstände öffentlich machen.

00:27:48: Das Entscheidende ist also Lateinamerika ist nach wie vor christlich geprägt aber das allein Garantiert noch keine Religionsfreiheit.

00:27:56: Der Bericht Religions Freiheit weltweit, zwei tausendfünfundzwanzig von Kirche, Not spricht von einem politischen Modell für das Kuba gewissermaßen Pate stand und dass auch andere Länder Lateinamerikas beeinflusst hat.

00:28:11: Was ist denn dieses kubanische Modell?

00:28:14: Und warum gerät dabei gerade die Kirche ins Visier?

00:28:17: Das Kubanische Model bedeutet war einfach gesagt Religion darf schon existieren!

00:28:23: aber möglichst nur so lange, wie sie politisch nicht stört.

00:28:27: Und in einem sozialistischen oder kommunistisch angehauchten System wie Cuba stört Religion.

00:28:33: ein Projektpartner hat mal vor Jahren zu mir gesagt Kultfreiheit heißt halt noch nicht Religionsfreiheit kult.

00:28:40: Freiheit bedeutet Kirche darf Gottesdienst feiern Menschen dürfen sich zum Beten treffen Aber das ist noch nicht religionsfreiheit.

00:28:46: Religions freiheit bedeutet a sich seine Entscheidungen auf religiöse Grundlage zu treffen, bedeutet B. gesellschaftlich zu wirken eine eigene Meinung zu haben die auch zu vertreten bedeutet Schulen und öffentliche Einrichtungen zu betreiben.

00:29:00: Und das alles ist in Kuba nicht möglich.

00:29:04: Das Regime versucht seit Jahrzehnten die Kirche nur auf den Binnenrahmen der Gotteshäuser zu beschränken Und der Bericht von Kirche Noto aus das Angesprochen beschreibt, wie Elemente dieses kubanischen Modells auch in Venezuela und besonders in Nicaragua wieder auftauchen.

00:29:23: Man könnte es auf die Formel bringen – gefährlich wird die Kirche für ein autoritäres System nicht unbedingt dann wenn sie betet.

00:29:30: Gefährlich wird sie dann, wenn sie unabhängig bleibt!

00:29:34: Das erleben wir in Lateinamerika, das erleben aber auch in anderen Weltregionen zum Beispiel, wenn wir jetzt an China denken...

00:29:40: Ganz anders ist die Lage in Mexiko.

00:29:44: Dort ist es häufig nicht der Staat, sondern sind es Drogenkartelle und kriminelle Banden.

00:29:51: Aber rein mal zum Verständnis!

00:29:53: Warum wird denn ein Dorffahrer für einen Drogenkatel überhaupt gefährlich?

00:29:59: Der Dorfborder in vielen ländlichen Regionen Mexikos für die Drogenkartelle dann gefährlich, weil er viel mehr ist als jemand der einfach am Sonntag die heilige Messe feiert.

00:30:09: Er kennt die Menschen und weiß welche Familien bedroht werden wer fliehen musste wer verschwunden ist.

00:30:16: Und vor allem genießt so ein Priester einen Dorffahrer ein Vertrauen, das staatliche Institutionen im Land längst verloren haben.

00:30:24: Ein sehr eindrückliches Beispiel dafür ist ein Projektpartner der auch schon bei Kirchen und Deutschland zu Gast war.

00:30:30: es ist Pfarrer José Filiberto Florencio.

00:30:33: Der wird landläufig Paterfili genannt und dieser Paterfili arbeitet in einem sehr In einem Bundesstaat wäre Rero, wo viele Drogenkartelle aktiv sind und er dokumentiert öffentlich Menschenrechtsverletzungen.

00:30:46: Er begleitet Opfer und er bringt humanitäre Hilfe in Dörfern die zwischen die Fronten von rivalisierenden kriminellen Gruppen geraten sind.

00:30:54: Er bezeichnet sich selber, wir haben mit ihm gesprochen als Kriegseelsorger und wie brutal dieser Krieg ist zeigt sich daran dass er schon zwei Mordanschläge überlebt hat das er jetzt Personenschutz braucht also schon fürchtet wenn er zum Beispiel aus Deutschland wieder zurückfliegt nach Mexiko wer ihn dort am Flughafen erwartet usw.

00:31:14: Also der Priester hat keine Waffen aber seine Waffe Waffe ist das Vertrauen, die Öffentlichkeit herstellt und genau das kann für ein Drogenkarzell eben gefährlich werden.

00:31:26: Besonders chaotisch ja fast schon anarchistisch könnte man sagen ist die Lage in dem Karibik-Inselstaat Ha'iti.

00:31:36: Ein Bischof von dort hat gerade gegenüber Kirche Notfolgendes gesagt.

00:31:41: ich zitiere aus einer Presseausendung Wir sind der letzte verbliebene Schutzwahl, moralisch ethisch spirituell und prophetisch.

00:31:51: Deshalb wollen sie uns

00:31:53: beseitigen.".

00:31:54: Das klingt ja dramatisch Tobias!

00:31:56: Ist die Kirche dort tatsächlich die letzte funktionierende Institution?

00:32:02: Und wie sieht dieser Schutzwahr konkret aus?

00:32:06: Der Schutzwald sieht so aus dass natürlich auch in dieser desaströsen Situation HITs bei den Menschen bleibt.

00:32:13: Wir haben ja dort ein politisches Vakuum seit fast zehn Jahren, haben dort keine Wahlen mehr stattgefunden.

00:32:18: Aktuellen Wahlen wurden jetzt wieder verschoben auf Ende des Jahres.

00:32:22: in diesem Vakum gedeihen kriminelle Banden.

00:32:25: aber diesen Vakuhm bewegt sich auch die katholische Kirche im Land, die eine Anlaufstelle ist natürlich für soziale Hilfe der eine Anlafstelle is für Arme und Entrechtete Und die natürlich zwangsläufig zwischen die Frontengerät die entweder direkt attackiert wird, wir haben Priester und Ordensleute, die getötet wurden mit ihrem Einsatz.

00:32:46: Wir haben aber auch, darauf weist ja der Bischof hin Anfeindungen weil die Kirche aus dem Land gedrängt werden soll, weil sie... eben nicht Partei ergreift für irgendeine kriminelle Bande, weil sie sich nicht gemein macht mit den Kriminellen.

00:33:00: Sondern was ihre Autorität einsetzt, sich für Frieden und Gerechtigkeit einzusetzen.

00:33:05: Die Kirche besitzt keine Armee und keine Polizei aber ihre Stärke ist auch andere.

00:33:09: Sie hat das Vertrauen der Menschen.

00:33:11: Und wie schwierig die Situation ist sagt Herr Bischof auch.

00:33:14: Er gesagt, die Seminaristen in Ha'iti müssen sich teilweise nachts unter dem Betten verstecken bei der Kugelhagel von Kriminaelen, von rivalisierenden kriminaellen Banden über ihre Köpfe hinweg fliegt.

00:33:25: Das beschreibt glaube ich ganz schön so die Situation der Kirche, wie sie dort auf Haiti aktuell ist in einem rechtsreinen Raum und trotzdem an der Seite der

00:33:34: Menschen.".

00:33:35: Wenn wir von Religionsfreiheit sprechen, denken wir zu meist daran ob jemand zur Kirche gehen kann oder seinen Glauben öffentlich bekennen darf.

00:33:45: zeigt Lateinamerika dass Religions Freiheit viel früher bedroht sein kann?

00:33:50: müssen wir hier den Anfängen wären?

00:33:54: Auf jeden Fall Religionsfreiheit beginnt eben nicht erst an der Kirchentür.

00:33:59: Natürlich gehört zur Religions Freiheit auch, dass sich die heilige Messe besuchen und eine Bibel besitzen kann oder ein Kreuz tragen darf.

00:34:06: Aber Religionsfreihheit bedeutet eben auch das Die Kirche und eine andere Religionsgemeinschaft schulen soziale Einrichtungen betreiben kann.

00:34:14: Das bricht der Ordensleute ihre Meinung äußern dürfen, dass kirchliche Organisationen nicht willkürlich aufgelöst werden können Menschenrechtsverletzungen kritisieren kann, ohne dass er diffamiert überwacht oder ins Gefängnis geworfen wird.

00:34:29: Und unser Bericht Religionsfreiheit weltweit von Kirchenot zeigt sehr deutlich wie solche Freiräume schrittweise kleiner werden können und irgendwann kann daraus offene Repressionen werden.

00:34:41: Darum gilt Augen auf hinschauen öffentlich machen, Betroffene unterstützen und vor allem für sie beten.

00:34:48: Das gilt in Lateinamerika diese Offenheit dahin zu schauen auf solche Entwicklungen aber auch in vielen anderen Regionen der Welt wo die Religionsfreiheit ebenso gefährdet ist.

00:34:59: Ja und eine Möglichkeit das zu tun bietet der erwähnte Bericht Religions Freiheit weltweit abrufbar auf der neuen Internetseite von Kirche in Not www.kircheinnot.de.

00:35:14: Dort erfahren sie auch, wie Sie sich im kommenden November mit Ihrer Verei am Red Wednesday beteiligen und gemeinsam mit uns ein sichtbares Zeichen für verfolgte und bedrängte Christen setzen können.

00:35:29: Für heute vielen Dank Tobias dass du bei uns warst!

00:35:33: Sehr gerne bis zum nächsten Mal.

00:35:34: Und noch ein letzter Hinweis in eigener Sache Ganz neu erschienen ist bei Kirche Inot der Glaubenskompass Sakramentalien.

00:35:44: Verfasst hat ihn der Priester und Dogmatik-Professor Ralf Weimann, den viele von Ihnen sicherlich aus den zahlreichen Fernsehproduktionen von Kirche in Not kennen.

00:35:56: Wie immer können Sie den Glaubenskompass kostenlos bei uns bestellen – ebenfalls am einfachsten auf unserer Internetseite oder auch per Telefon.

00:36:08: sechs vier zwei vier acht acht acht und die null.

00:36:12: Und wenn Sie, Professor Weimann einmal ausführlicher hören und sehen möchten, zahlreiche Sendungen mit ihm finden sie auf unserem YouTube-Kanal.

00:36:22: Das war Weltkirche aktuell.

00:36:24: am Mikrofon War Ihr Volker Nigewöhner.

00:36:27: Dankeschön fürs Zuhören.

00:36:29: Ihnen allen eine gute und gesegnete Zeit!

00:36:32: Und bleiben Sie Radio Horeb Ihrer christlichen Stimme in Deutschland treu.

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