Zwischen Kreuz und Adler: Die katholische Minderheit im Kosovo; Katholiken in Bosnien und Herzegowina
Shownotes
Die Themen:
- Zwischen Kreuz und Adler – Wie Kosovos Katholiken ihre Identität leben. Mit Pfarrer Marjan Marku
- Katholiken in Bosnien und Herzegowina. Mit Florian Ripka, Geschäftsführer von KIRCHE IN NOT Deutschland
Erstausstrahlung: 23. August 2026; © KIRCHE IN NOT
Info zur Sendung: Im Kosovo lebt eine kleine, aber traditionsreiche katholische Minderheit. Wie gestaltet sich ihr Leben zwischen muslimischer Mehrheit und orthodoxen Serben, und welchen Beitrag kann die Kirche zu Frieden und Versöhnung leisten? Pfarrer Marjan Marku stammt selbst aus dem Kosovo, war dort viele Jahre Seelsorger und lebt heute als Priester in der Schweiz.
🌐 Youtube-Kanal von KIRCHE IN NOT: https://www.youtube.com/@KIRCHEINNOTDeutschlandACN 🌐 www.kirche-in-not.de 🌐 https://www.horeb.org/mediathek/podcasts/weltkirche-aktuell/
Transkript anzeigen
00:00:00: Herzlich Willkommen zu Weltkirche.
00:00:02: Aktuell hier auf Radio Horeb und Radiomaria Deutsch-Schweiz.
00:00:06: Aus dem Studio der päpstlichen Stiftung Kirche Not.
00:00:09: begrüßt sie Volker Nigewöhner!
00:00:13: Wenn vom Kosovo die Rede ist, denken viele an den Balkankrieg, an ethnische Spannungen oder an den bis heute ungelösten Konflikt mit Serbien.
00:00:25: Kaum bekannt ist dagegen.
00:00:27: Im Kosovo lebt auch eine kleine katholische Minderheit.
00:00:32: Sie macht nur wenige Prozent der Bevölkerung aus und doch prägt sie das Land seit den ersten Jahrhunderten des Christentums!
00:00:41: Wie lebt diese Kirche heute?
00:00:43: Und welche Rolle spielt sie für Frieden und Versöhnung, und warum entdecken sogar manche Muslime wieder ihre christlichen
00:00:52: Wurzeln?!
00:00:53: Darüber spreche ich jetzt mit Pfarrer Marjan Maku.
00:00:57: Er stammt selbst aus dem Kosovo, war dort viele Jahre Seelsorger und lebt heute als Priester in der Schweiz.
00:01:04: Herzlich willkommen Herr Pfarrner!
00:01:07: Dankeschön und ich freue mich dass sich mit Ihnen heute für Radio Horreb und Radio Maria sprechen und einige Wörter über den Kosoval erzählen.
00:01:18: Ja Herr Pfarrer, wir freuen uns auch.
00:01:20: und gleich die erste Frage weil ich ja auch weiß es leben viele Kosowaren in Deutschland besonders auch in der Schweiz.
00:01:29: Wenn sie da einen Kosowaran fragen worauf er stolz ist dann hört man oft den Adler auf der Fahne.
00:01:39: Ist das bei einem katholischen Kosowarn ähnlich oder ist er auf andere Sachen stolz?
00:01:45: Als katholische Kosovaren dürfen wir auf vieles Stolz und vor allem Gott dankbar sein, auf unseren katholischen Glauben den unsere Vorfahren trotz Jahrhunderten von Prüfungen bewahrt und von Generation zu Generation weitergegeben haben.
00:02:05: Und auch unsere alten grießlichen Wurzeln die bis in die Zeit der Apostel zurückreichen!
00:02:13: Wir dürfen dankbar sein für unsere Mörtürer und Glaubenszeugen, für unsere katholischen Familien, unsere alte Sprache und unsere reiche Kultur.
00:02:25: Besonders dankbar dürfen wir für die heilige Mutter Teresa sein!
00:02:30: Sie hatte albanische Wurzeln, ihre Familien standen aus dem Kosovo?
00:02:36: Und sie wurde zu einer großen Heiligen der Weltkirche.
00:02:41: Auch Gershkasriotis Skanderberg gehört zu unserem großen Erbe.
00:02:48: Er kämpfte im fünften Jahrhundert gegen das Osmanlische Reich und verteidigte seine Heimat unter den grießlichen Glauben, Papst Galistus
00:03:00: III.,
00:03:02: nannte ihn einen Athletankristi – ein Kämpferkristi!
00:03:07: und sach in ihm einen wichtigen Verteidiger der grießlichen Europas.
00:03:13: Der Adler auf der Fahne steht für Freiheit, Stolz, Nationen und Identität – das Kreuz steht für unseren Glauben und unsere ewige Berufung zu Christus!
00:03:28: So verbindet die Fahnen unserer Heimat mit unserer Geschichte verbindet uns mit Christus und mit der ganzen Weltkirche und dem ewigen Leben.
00:03:43: Jetzt haben Sie gerade schon von Märtyrern gesprochen und damit angedeutet, dass es die katholische Minderheit in der Geschichte nicht sehr leicht gehabt hat – und sie selbst stammen auch aus einer katholischen Märtyrer-Familie?
00:03:58: Was bedeutet das in Ihrem Fall ganz konkret?
00:04:02: Ja!
00:04:03: Ich stamm aus einer katholischen Märtyrerfamilie.
00:04:07: Dieses Erbe prägte unser Zuhause.
00:04:12: Im Jahr eighteenhundert, sechsundvierzig wurden hundertfünfzig katholische Albaner aus Binscha, Stubla für Nakola und Terziye nach Natulien verbannt weil sie ihrem Glauben treu bleiben.
00:04:29: Auf diesem leitensweg sterben neunzig Menschen an Hunger und Krankheiten, darunter mein Ur-Ur-Uhr Großvater und seine Tochter.
00:04:43: Meine Großmutter bewahrte bis zuletzt ein Kreuz auf das unsere Vorfahren auf diesem schweren Weg nach Anatolien getragen
00:04:54: hatten.".
00:04:55: Dieses Erbe zeigt mir, glaube ich ist kostbar!
00:05:00: und fordert manchmal Opfer.
00:05:03: Heute bin ich nicht gerufen, mein Blut zu vergießen sondern meinen Glauben im Alltag mutig zu
00:05:12: leben.".
00:05:13: Und eben dieser katholische Glaube hat im Kosovo eine lange Geschichte wie Sie gerade auch schon angedeutet haben.
00:05:22: aber wie ist das heute?
00:05:23: Spürt man dieses historische Bewusstsein bei den Katholiken in im Kossovo auch heute noch
00:05:31: Absolut, dieses Bewusstsein lebt in der Herzen der Menschen weiter über alle Religionsgrenzen hinweg.
00:05:40: Das Christendom blickt im Kosovo auf eine zweitausendjährige Geschichte zurück die bis in die apostolische Zeit erreicht.
00:05:50: Bereits im zweiten Jahrhundert zeuchten in Dardanien – heutigen Kosova– die heiligen Märtyrer Floris und Laurus von ihrem unerschütterlichen Glauben und Sterben dafür.
00:06:07: Der Islam kam im Vergleiche dazu erst ab dem fünften Jahrhundert mit dem Osmanlischen Reich ins Land und schlug, im siebzehnten und achzehntem Jahrhundert tiefere Wurzel.
00:06:23: – denn Menschen in Kosovo ist zutiefst bewusst!
00:06:27: dass das Christentum die älteste spirituelle Tradition unserer Heimat ist.
00:06:35: Dieses gemeinsame Erbe verbindet uns und bildet das Fundament unseres historischen Selbstverständnisses.
00:06:46: Ja, das sind interessante Informationen, die sicherlich vielen Hörern so noch gar nicht bewusst waren genau wie das Land sicherlich vielen unbekannt ist, wenn Sie einem deutschen Christen den katholischen Kosovo heute in einem einzigen Bild beschreiben müssten.
00:07:05: Wie sehe dieses Bild aus?
00:07:07: Ich würde dem katholischen Kosova als das Senfkorn aus dem Evangelium beschreiben.
00:07:16: Unsere Kirche ist klein und macht nur einen geringen Teil der Bevölkerung aus, doch wie das Senfkorn hat sie tiefe Wurzeln und eine große Lebenskraft.
00:07:32: Der katholische Kosova ist klein an Zahl aber groß im Glauben reich an Geschichte Hoffnung und Lebendigen zeugen Christi.
00:07:45: Und diese Kosovare leben sehr viele hier in der Schweiz.
00:07:50: eigentlich in der Schweiz leben katholische Kosovaren wie im Kosovo.
00:07:56: Das heißt, was es zahl betrifft ist fast gleich.
00:08:01: die Katholiken haben mehr ausgewandert.
00:08:04: Herr Pfarrer lassen wir uns über das Zusammenleben im Kossovo heute sprechen.
00:08:09: ich sage des Eingangs sie sind natürlich nur eine kleine Minderheit In einer heute überwiegend muslimischen Gesellschaft.
00:08:18: Wann merken Sie im Alltag konkret, dass sie eine Minderheit sind?
00:08:23: Wie äußert sich das?
00:08:25: Eigentlich nur selten.
00:08:27: Zwar sind wir Katholiken einer Minderzeit doch wir sprechen dieselbe Sprache teilen dieselbe Kultur und leben seit Jahrhunderten als Nachbarn zusammen.
00:08:41: in einigen Familien ist sogar die eine Hälfte katholisch muslimisch.
00:08:48: Deshalb begegnen wir einander zuerst als Nachbarn, Freunde und Geschwister.
00:08:56: Dieses respektvolle Miteinander prägt unseren Alltag weit mehr als die
00:09:03: Religionszugehörigkeit.".
00:09:06: Was würden Sie denn sagen wenn wir das mal von der positiven Seite betrachten haben?
00:09:12: Christen und Muslime im Kosovo Im Verlauf der Geschichte voneinander gelernt.
00:09:19: In Kosovo leben Katholiken und Muslime im allgemeinen Tolerant und respektvoll zusammen, uns verbindet mehr als uns trennt dieselbe Sprache, Geschichte Kultur und viele gemeinsame Traditionen.
00:09:38: Wir wachsen oft in denselben Dörfern auf sind Nachbar Freunde und manchmal sogar miteinander verwandt.
00:09:48: Gerade dieses friedliche Miteinander ist eine große Stärke der Albaner.
00:09:57: Unsere religiöse Vielfalt wird im Alltag meist als selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft
00:10:06: erlebt.".
00:10:07: Gibt es dennoch Momente, in denen die Religion im Kosovo trennt?
00:10:13: Also manchmal ist das ja so dass da auch von außen aus dem Ausland etwas hineingetragen wird ins Land.
00:10:37: und unserer geistlichen Leben, die historisch gewachsene Toleranz.
00:10:44: Ganz selbstverständlich!
00:10:46: Dieses Fundament wird heute von vereinzelten Neuen Einflüssen begleitet, die jedoch Randerscheinungen bleiben.
00:10:59: Im Alltag zeigt sich dies leidiglich an äußeren Akzenten wie einer traditionelleren Kleidung oder einen bewussten Bartdracht bei einigen Menschen.
00:11:15: Diese Erscheinungen sind zwar neu, bleiben jedoch seltene Ausnahmen in unserer spürbar offenen
00:11:24: Gesellschaft.".
00:11:26: Würden Sie denn sagen, dass im Kosovo echte Religionsfreiheit herrscht und sie ihren katholischen Glauben frei und auch ohne Angst leben können?
00:11:37: Ja!
00:11:37: Jeder kann seinen Glaubens in Kosova frei leben.
00:11:41: Gottesinste feiern und seine Religion öffentlich bekennen.
00:11:47: Dafür bin ich dankbar und wünsche mir das dieses Grundrecht überall auf der Welt geachtet wird.
00:11:57: Gibt es denn Dinge, die katholische Christen trotzdem vorsichtig machen?
00:12:03: Dinge, wie man besser nicht tun sollte.
00:12:06: Eigentlich nicht!
00:12:07: Wir können unseren Glauben frei und öffentlich leben.
00:12:12: anderen Religionen begegnen wir mit Respekt Nicht aus Angst sondern als Ausdruck eines Friedlichen miteinander.
00:12:24: Als kleine Minderheit wissen wir, dass unsere Stärks des Zeugnis nicht Worte sind sondern ein gritzliches Leben voller nächsten Liebe und gegenseitigen Respekt.
00:12:40: Eine kleine katholische Minderheit also und trotzdem so haben wir gerade gehört kein Leben in ständiger Abgrenzung.
00:12:49: Im Kosovo verbindet Christen und Muslime vieles, nämlich Sprache und Kultur gemeinsame Geschichte manchmal sogar die eigene Familie.
00:13:00: Fahrer Marian Makou ist heute mein Gast bei Weltkirche aktuell auf Radio Horeb ihrer christlichen Stimme in Deutschland.
00:13:08: Und gleich wollen wir noch genauer hinschauen, woher kommt eigentlich das Große ansehen dass die katholische Kirche im Kosovo trotz ihrer geringen Größe genießt?
00:13:21: und warum gibt es Muslime die sich heute neu auf ihre christlichen Wurzeln besinnen?
00:13:28: Zuvor aber ein wenig Musik.
00:13:30: Bleiben Sie neugierig!
00:13:32: Radio Horep leben mit Gott, sie hören das Magazin Weltkirche aktuell.
00:13:38: Wir sind heute unterwegs im Kosovo einem Land dessen katholische Geschichte viel weiter zurückreicht als vielen von uns vermutlich bewusst ist.
00:13:49: Mein Gast heute ist Pharah Mayan Makhu.
00:13:52: Er hat uns vor der Musik vom Zusammenleben von Christen und Muslimen erzählt, jetzt möchte ich mit ihm auf ein bemerkenswertes Phänomen schauen nämlich die katholische Kirche.
00:14:06: sie ist klein und genießt dennoch großes Vertrauen auch über die eigene Gemeinschaft hinaus.
00:14:14: Ja, Herr Faramaku.
00:14:16: Womit hat sich die katholische Kirche dieses Vertrauen erworben?
00:14:39: die Taufformel von Angel Pauli, fourteenhundertzeigundsechzig und das erste gedruckte albanische Buch der Messbuch Meshari von John Busucco.
00:14:58: fünfundfünfzig entstanden im Umfeld der katholischen Kirche.
00:15:05: Priser- und Ordensleute gründeten Schulen, schrieben Bücher zur Bewahrung der albanischen Identität bei.
00:15:18: Deshalb genießt die Kirche bis heute auch über die katholische und islamische Gemeinschaft hinaus Respekt und
00:15:27: Vertrauen.".
00:15:29: Immer wieder hört man auch von Muslimen, die sich taufen lassen oder zumindest ihre christlichen Wurzeln entdecken – was steckt denn hinter diesem Phänomen?
00:15:43: drei wesentliche Gründe.
00:15:46: Zum einen entdecken viele Menschen neu wie untrennbar, dass Christentum mit der albanischen Geschichte Sprache und Kultur verwoben ist.
00:16:00: zum anderen stoßen viele bei der Erforschung ihrer eigenen Familiengeschichte auf ihre christlichen Wurzel.
00:16:10: da das Christentums lange vor der Osmanlische Zeit existierte, lässt sich bei nicht wenigen muslimischen Familien bis heute feststellen dass ihre Vorfahren vor vier oder fünf Generationen noch katholische Namen trugen.
00:16:30: Wenn man mit Menschen sprechen sie sagen sofort das in dritten oder vierten Generation eine katholische Name vorkommt.
00:16:41: Als dritten Grund erkennen viele, dass die Annahme des Islams zur Zeit des Osmanischen Reiches nicht freiwillig geschah.
00:16:52: Sondern häufig mit erheblichem politischem wirtschaftlichen oder direkten Druck verbunden war wie ich erzählt habe – die Märtyrer.
00:17:04: der Weg Zum Glauben führt immer über die persönliche Begegnung mit Jesus Christus.
00:17:11: Die Geschichte kann zwar eine Tür öffnen, doch der Glaube selbst bleibt ein freies Geschenk Gottes!
00:17:21: Ich habe einmal einen Mädchen getroffen, die zum Christentum eingetreten ist, konvertiert ist.
00:17:29: Sie hat mir erzählt, dass sie den Jesus geträumt
00:17:33: hat.".
00:17:34: Und deswegen hat sich taufen lassen.
00:17:38: Also das ist auch möglich und sicherlich auch ein Hoffnungszeichen, dass so etwas möglich ist in einem mehrheitlich islamisch geprägten Land.
00:17:48: Sie haben eben schon von Mutter Teresa gesprochen die im Kosovo von fast allen verehrt wird Von den Christen natürlich sowieso aber auch von den Muslime.
00:18:03: Was macht sie bis heute zu einer Figur, die Grenzen überwindet?
00:18:32: in ihrer Herkunft, sondern vor allem in ihrem tiefen Glauben und ihrer bedienungslosen Liebe.
00:18:41: Sie sage in jedem Gegenüber das Antlitz Christi völlig unabhängig von der Religion, Herkünft oder Hautfarbe.
00:18:54: Ihre gesamte Spiritualität lässt sich in Ihrem bekannten Fünf Finger Evangelium zusammenfassen.
00:19:05: Sie deutete dabei auf ihre fünf Finger und sprach die Worte, You did it to me!
00:19:14: Du hast es mir
00:19:15: getan!".
00:19:16: Dieses Leitmotiv wurzelt tief im Evangelium in dem Jesus sagt was ihr für einen meinen geringsten Brüder getan habt.
00:19:29: Das habt ihr mir getan, Matthäus XXV.
00:19:35: Für Mutter Teresa war dies kein bloßer Satz sondern Ihr gelebtes Lebensprogramm.
00:19:44: Es erinnert uns daran dass wir in jedem Akt der nächsten Liebe sei es beim Drösen der Einsamen pflegen der Kranken oder helfen der armen Christus selbst begegnen.
00:20:04: Herr Farrer-Marco, wir haben während des Gesprächs von Ihnen gelernt... Der Kosovo ist ein interessantes, ein faszinierendes Land auch aus christlichem Sicht und dennoch ist es weitgehend unbekannt bei uns.
00:20:20: wenn Sie sich nun etwas wünschen dürften was Europa vom Kosovo lernen sollte, was wäre das aus Ihrer Sicht?
00:20:29: Ich wünsche mir dass Europa von Kosovol lernt.
00:20:33: eine klare religiöse Identität und ein friedliches Zusammenleben sind keine Widerspruch.
00:20:42: Bei uns leben Katholiken und Muslime seit Jahrhunderten Seite an Seite als Nachbar- und Geschwister derselben Geschichte.
00:20:55: Wie ein Baum braucht auch der Mensch tiefe Wurzeln in Geschichte, Kultur und Glaube um Früchte zu tragen.
00:21:07: wer in seiner Identität fest verankert ist kann anderen offen und respektvoll begegnen.
00:21:17: wahre Toleranz bedeutet nicht den eigenen Glauben unsichtbar zu machen sondern die Überzeugung des anderen zu achten und die eigene zu bewahren.
00:21:31: Europa braucht heute wieder Menschen mit einer festen, gelebten christlichen Identität – Menschen, die ihre Wurzeln kennen und aus der Kraft ihres Glaubens heraus Brücken bauen!
00:21:49: Denn echter Frieden entsteht dort wo wir unsere Werte authentisch leben und dem Nächsten mit Respekt und Liebe begegnen.
00:22:02: Ja, das wäre sehr wünschenswert Herr Farahmaku.
00:22:06: Blicken wir ganz am Ende unseres Gespräches noch nach vorn.
00:22:10: wenn Sie in zwanzig Jahren sagen wir mal nochmal in dieser Sendung zu Gast wären was würden sie sich wünschen dass sie dann über den Kosovo erzählen können?
00:22:21: Ich wünsche mir, dass ich in zwanzig Jahren sagen kann, der Koso ist ein Land des Friedens.
00:22:30: Der Hoffnung und der Zukunft geworden?
00:22:34: Ein Land, in dem junge Menschen bleiben, Familien gründen und ihre Zukunft mit Zuversicht aufbauen können!
00:22:47: im gegenseitigen Respekt zusammenleben und dass die katholische Kirche lebendige Gemeinden und neue geistliche Berufungen hat.
00:23:00: Vor allem wünsche ich mir, dass Erkosovo nicht mehr wegen seiner schwierigen Vergangenheit bekannt ist sondern wegen seiner Gastfreundschaft, seiner Kultur die aus Ihrem Glauben Frieden und Versöhnung leben.
00:23:22: Wir Albaner sagen Brot, Salz und Herz – buk kripp esämmer.
00:23:30: Das bedeutet jeden Gast mit Offenheit und Herzlichkeit zu begegnen.
00:23:37: Ich wünsche mir dass genau dieses Bild den Kosovo in Zukunft prägt Ein Land mit offenen Türen offenen Herzen und Menschen die Brücken bauen.
00:23:52: Ja, lieber Herr Farra Marco sie haben uns gezeigt wie Kosovo's Katholiken ihren Glauben selbstbewusst leben als kleine Minderheit zwar aber mit einer starken Geschichte und auch einer wichtigen Aufgabe für das Zusammenleben im Land und auch als Vorbildfunktion vielleicht für ganz Europa.
00:24:14: Ganz herzlichen Dank für dieses Gespräch und Gottes Segen, für Ihre Arbeit!
00:24:19: Ich habe mich auch sehr gefreut einige Wörter über Kosovo zu sprechen und ich segne alle Menschen die es hören und ich wünsche allen Menschen Friede und Liebe und Gottessegen und alles Gute!
00:24:34: Frau Gelsgott!
00:24:36: Danke schön!
00:24:38: Und wir, liebe Hörerinnen und Hörern von Radio Horeb bleiben bei Weltkirche aktuell noch auf dem Balkan.
00:24:46: Denn die Frage wie eine kleine katholische Gemeinschaft ihre Identität bewahrt und ihre Zukunft gestaltet, die stellt sich auch einige Kilometer weiter westlich in Bosnien und Herzegowina dort allerdings unter deutlich anderen Voraussetzungen.
00:25:06: Mehr darüber gleich hier nach der Musik.
00:25:09: Weltkirche aktuell auf Radio Horeb ihrer christlichen Stimme in Deutschland.
00:25:15: Gerade haben wir erfahren, wie die katholische Minderheit im Kosovo lebt und jetzt wechseln wir nach Bosnien und Herzegowina.
00:25:25: Auch dort sind Katholiken eine Minderheid.
00:25:29: Doch mehr als drei Jahrzehnte nach dem Krieg sind die Wunden des Konflikts noch immer zu spüren.
00:25:36: Hinzu kommen Abwanderung, politische Spannungen und die Sorge vieler Gemeinden um ihre Zukunft.
00:25:43: Die Frage lautet deshalb nicht nur wie lebt diese Kirche heute sondern auch wer wird morgen noch da sein?
00:25:52: Florian Ribka der Geschäftsführer von Kirchenot Deutschland war vor kurzem in Bosnien und Herzegowina unterwegs.
00:26:00: er hat Gemeinden- und kirchliche Einrichtungen besucht und Menschen getroffen, die trotz schwieriger Bedingungen an ihrem Glauben und an ihrer Heimat festhalten.
00:26:11: Herzlich willkommen Herr Ribka!
00:26:13: Hallo herrne Gewöhn!
00:26:15: Herr Ribkar Bosnien und Herzegowina verbinden viele sofort mit Medjugorje.
00:26:21: Sie haben auf Ihrer Reise aber vor allem die Kirche außerhalb dieses Wallfahrtsortes kennengelernt.
00:26:28: was für ein Land und was für eine Kirche sind Ihnen begegnet?
00:26:33: Ja, das ist höchst vielschichtig und tatsächlich ist Medjugorje eine echte Ausnahmeerscheinung.
00:26:39: Medjugori um vielleicht mal mit dieser Region anzufangen befindet sich in der Gegend von Moster und dort gibt es auch einen Bischof.
00:26:46: Dort ist sozusagen das katholische schon das Prägende oder beziehungsweise anders ausgedrückt, dort geht es den Katholiken am besten.
00:26:55: Sie sind dennoch nicht die Alleinigen, die dort leben.
00:26:58: also dort gibt es auch die anderen Bevölkerungsgruppen nämlich die Muslime und auch ein paar Serben.
00:27:03: Das sind nämlich die drei großen Bevölkerungs- gruppen mit unterschiedlicher Ausprägung im Land.
00:27:08: Ich fand es sehr erstaunlich.
00:27:10: Die wirtschaftliche Lage ist jetzt nicht sehr prickelnd in Mosta und in dieser Gegend Aber es kehren sehr viele Familien aus dem Westen zurück, nicht jetzt aus finanziellen Gründen sondern weil sie dort einen Glauben vorfinden.
00:27:23: Weil sie dort ein Umfeld vorfinden das ihre Kinder nicht verdirbt und dass jetzt nicht in Majorie sondern ich rede auch von den Dörfern außen rum wo die Kirche nicht so einen Zulauf hat Aber die jungen Familien gehen in die Kirche, die jungen Familien unterstützen dieses kirchliche Leben und der katholischen Kirche geht es jetzt vielleicht bis aufs Finanzielle sehr gut.
00:27:45: Ganz anders ist die Situation in der Hauptstadt Sarajevo.
00:27:49: Dort ist eher die muslimische Bevölkerung in der Mehrzahl und die Katholiken sind in einer Unterzahl.
00:27:56: Auch damit müssen sie zurechtkommen, Sie haben natürlich da eine Nuziatur, sie haben einen Bischof, sie sind vernetzt miteinander aber sie sind schon eine Minderheit und nicht sehr schlagkräftig.
00:28:07: Und das Dritte... Das dritte Gebiet ist die Gegend um Banja Luka oder diese sogenannte Republikasirpska.
00:28:14: Dort gibt es mehrheitlich Serben, Orthodox und diese Region ist extrem schwer für die Katholiken.
00:28:22: dort gibt es nur noch ganz ganz wenige.
00:28:24: Diese ethnischen Säuberungen vor ein paar Jahrzehnten, die dort stattgefunden haben wirken immer noch nach.
00:28:29: Dort gibts kaum mehr Menschen in den Gottesdiensten.
00:28:33: Aber die Bischöfe und die Priester, die wir da besucht haben, haben gesagt Sie versuchen so viele wie mögliche heilige Messen beispielsweise auch anzubieten.
00:28:44: Auch in Dörfern, in denen vielleicht nur fünf Leute reinkommen weil diese Menschen wirklich ziemlich alleine leben.
00:28:50: Ja und man spürt noch immer mehr als dreißig Jahre nach dem Krieg ist das Land noch nicht wirklich zur Ruhe gekommen.
00:28:59: Woran haben sie das auf ihrer Reise am deutlichsten gemerkt?
00:29:03: immer aus den Erzählungen der Priesterordensleute, die wir getroffen haben.
00:29:07: Es ist ja so dass es diese drei Volksgruppen gibt und das die sich gegenseitig Wie soll ich sagen, blockieren?
00:29:15: Da ist die Lage zementiert.
00:29:17: Es ist natürlich auch in der Politik festgelegt welche Bevölkerungsgruppe auch was zu sagen hat und wie viel.
00:29:24: Und es ist auch wichtig denn die Kirche ist dort alles in allem also die katholischen die Katholiken sind dort alles im allem eine Minderheit und irgendwo durch dieses System schon geschützt.
00:29:34: aber auf der anderen Seite ist es so dass sich da keine Partei oder keine Gruppe der Anderen was schenkt.
00:29:41: Auch alles was mit dem Thema EU zu tun hat.
00:29:44: Alles, was mit diesem Thema gemeinsame Nutzung von Gebäuden oder gemeinsames Statements an einem Strang ziehen bei gesellschaftlichen und politischen Themen.
00:29:55: Alles blockiert sich gegenseitig und da ist auch keine Verbesserung zu sehen.
00:29:59: Es ist wirklich ein Langdass sich selbst blockiert, wo die Situationen zementiert sind und es zeigt sich auf unterschiedlichster Ebene.
00:30:06: Das zeigt sich bei Baugenehmigungen, das zeigt auch bei Unterstützungen.
00:30:11: Das zeigt sich darin wer welche Hilfe bekommt und letztendlich darin dass viele Familien jetzt gerade nicht aus Mosta kommen dann doch das Weite suchen.
00:30:23: Trotzdem haben sie mir erzählt, dass Sie an mehreren Orten – Sie haben es eben auch schon angedeutet – echte Hoffnung erlebt haben.
00:30:32: Ist Ihnen da eine Begegnung besonders im Gedächtnis geblieben?
00:30:37: Ja, also wie gesagt.
00:30:37: Also diese Aussage dass diese jungen Familien da zurückkehren das hat der Bischof aus Mosta gesagt und was auch ganz oft die Leiter von den Priester Seminaren die wir besucht haben oder für die ja für die Familien zuständig sind, dass sie sagen ja eigentlich im kroatischsprachigen Raum ist Bosnien Herzegovina sowas wie die Schmiede der Berufungen.
00:30:57: Das fand ich ganz ganz interessant, dass die meisten Priesterberufungen – ich weiß nicht ob es jetzt in relativem oder absoluten Zahlen sind Aber das war so mit dem Stolz verbunden, wie es die Leute da gesagt haben.
00:31:10: Dass einfach die Priesterberufungen hauptsächlich aus Bosnien-Herzegovina kommen und halt dann eben aus der Herzegowina sprich diesen Bereich um Mosta herum.
00:31:20: Trotz dieser Bedrängnis, trotz dieser widrigen Umstände doch wieder etwas mit mehr Feuer kommt.
00:31:26: also das fand ich schon... Sehr sehr beeindruckend.
00:31:29: und auch der Umgang, die Arbeit der katholischen Kirche.
00:31:32: Wir haben dann zum Beispiel in der Nähe von Mosta oder Inmostas selbst was ein Altenheim besucht wo auch viele alte Priester sind.
00:31:40: Dort haben sich die Ordensschwestern so liebevoll um die Bewohner dieses Altenhimes gekümmert.
00:31:47: Das haben wir gar nicht wahrgenommen wie wir es vielleicht auf den Deutschland wahrnehmen überforderte Pflegekräfte die einen Knochenjob tun müssen und wirklich da nicht mehr wissen vorne bis hinten mit dieser Arbeitslast zurechtkommen.
00:32:00: Es waren wirklich Ordensleute, die da aus ihrer Berufung heraus das gemacht haben ein total liebevoller Umgang.
00:32:08: Das hat mich schon beeindruckt wie diese Liebe dieser schwachen und alten Menschen durch Ja, durch die Mitarbeiter der Kirche, also namentlich jetzt der Ordensfrauen da.
00:32:19: Was das für eine Menschenwürde auch verbreit ausgestrahlt hat?
00:32:23: Kirchenot begleitet die Ortskirche in Bosnien-Herzegowina seit Jahrzehnten.
00:32:30: Hat sich das verändert was die Bischöfe heute von ihnen erbitten?
00:32:35: Ja vor allem die Hilfe von Kirchengnoten hat sich ein bisschen verändert.
00:32:39: Früher nach dem Bosnian Krieg wurde ja sehr viel auch in Kleinstprojekte investiert.
00:32:46: Also das heißt, es wurden auch viele Pfarrhäuser renoviert auf Dorfebene.
00:32:51: Jetzt mittlerweile ist der Bedarf hier nicht mehr so riesengroß und Kirchenot geht jetzt eher dazu über große, übers ganze landausstrahlende Projekte zu unterstützen wie zum Beispiel ein Jugend- und Pastoralzentrum.
00:33:04: Das ist sehr schön und sehr groß.
00:33:05: Johannes Paul II heißt es in Sarajevo da fahren beispielsweise Jugendgruppen aus dem ganzen Land hin und können dort ein Wochenende verbringen.
00:33:15: Also solche Initiativen.
00:33:16: oder es gab auch einen Projekt in Kravnik, das unterstützt werden soll.
00:33:21: Auch das strahlt über die ganze Region aus.
00:33:23: Es ist so ein Zentrum des da entstehen soll.
00:33:26: also die Leute machen nicht mehr Halt an ihrer Kirchentür sondern sie bewegen sich und man will eben schon so Flaggschiffprojekte, so große Projekte haben, die den ganzen Land und vor allem der Jugend halt auch zu Gute kommen.
00:33:38: gut ansonsten Kirchenot ist ein pastorales Hilfswerk, also das heißt wir unterstützen alle Projekte die der Seelsorge dienen.
00:33:47: parter Anton Lesser.
00:33:47: Unser internationaler geistiger Assistent beschreibt ja immer pastorale Aktivität ganz schön mit Christus bringen.
00:33:53: Also wir unterstützen die Ortskirche, Christus zu bringen in der Liturgie, in der Ausbildung der Priester aber auch indem wir Fahrzeuge zur Verfügung stellen.
00:34:02: und ich habe es schon erwähnt das ist Jugendzentrum oder Familienzentrum.
00:34:06: Die Jugend- und Familienarbeit ist natürlich ganz wichtig weil sie A-pastoral ist und B natürlich auch dazu beiträgt dass die kommenden Generationen auch Zukunftsperspektiven haben.
00:34:17: Das ist ja auch ganz wichtig Und das Bodenpersonal des Herrn ist sehr vor allem Priester und Ordensleute.
00:34:22: natürlich auch Lein, aber da versuchen wir schon, Priester in so einer guten Ausbildung zu verhelfen.
00:34:28: Dass sie ordentlich leben können und auch dass die Ordens-Leute ihren selbstlosen Dienst tun können.
00:34:34: also unter dem Strich es geht darum den Menschen Perspektiven zu ermöglichen und ja auch der Abwanderung hingegenzuwirken.
00:34:41: Aber wie es der Parte Anton immer so schön sagt Es geht hauptsächlich darum Christus zu bringen.
00:34:49: Als Return, als entgegenkommen haben wir ja gesehen dass sehr viele Priesterberufungen gerade im gratisprachigen Bereich aus der Gegend kommen.
00:34:58: Also ich denke ein Geben und Nehmen und Der Herr ist mit dem Spiel Und das dürfen wir übrigens bei Kirche in Not ganz ganz oft erleben.
00:35:04: Ja dann wollen wir hoffen Dass es so positiv weitergeht.
00:35:08: vielen Dank Herr Rübka für ihren Besuch Im Studio von kirche Innot.
00:35:12: Ich danke Ihnen Herrn Gewöhnern und allen Zuhörerinnen und Zuhören.
00:35:15: noch einen gesegneten Sonntag und eine gute Sommerzeit.
00:35:18: Damit sind wir am Ende von Weltkirche aktuell hier auf Radio Horeb ihrer christlichen Stimme in Deutschland.
00:35:26: Heute haben wir zwei katholische Gemeinschaften auf dem Balkan kennengelernt im Kosovo und in Bosnien & Herzegowina.
00:35:35: Kirche Not steht den Christen in beiden Ländern zur Seite.
00:35:40: Wenn Sie mehr über unsere Arbeit erfahren möchten, schauen sie doch mal im Internet nach auf unserer neu gestalteten Seite unter www.kircheinnot.de.
00:35:50: Und zum Schluss noch eine Bitte nehmen Sie in diesen Tagen auch die Menschen in Kolumbien und Venezuela mit ins Gebet.
00:36:00: vergessen wir die Menschen.
00:36:05: Jetzt, wo die Kameras längst weitergezogen sind beginnt ja für viele erst der mühsame Alltag danach.
00:36:13: Aber Kirchenot bleibt an der Seite der Kirche vor Ort und hilft weiter!
00:36:19: Danke dass Sie heute mit dabei waren.
00:36:22: am Mikrofon war Ihr Volker Nigewöhner.
00:36:25: bleiben sie behütet und bis zum nächsten Mal hier bei Weltkirche aktuell.
Neuer Kommentar