Frühling des Glaubens in Afrika; Augustputsch 1991: Wie ein von KIRCHE IN NOT geschmuggelter Radiosender Geschichte sch

Shownotes

Die Themen:

  • Erdbeben in Kolumbien. Lagebreicht von Tobias Lehner (KIRCHE IN NOT Deutschland)
  • Frühling des Glaubens in Afrika. Mit Kinga von Schierstedt, Teamleiterin Afrika bei KIRCHE IN NOT (ACN) International,
  • Vor 35 Jahren: Wie ein von KIRCHE IN NOT geschmuggelter Radiosender Geschichte schrieb

Erstausstrahlung: 16. August 2026; © KIRCHE IN NOT

Info zur Sendung: Afrika wird häufig vor allem mit Krisen, Armut und Konflikten verbunden. Dabei wächst auf dem Kontinent eine junge und vielfach erstaunlich lebendige Kirche: Gemeinden wachsen, Priesterseminare sind gut gefüllt und junge Menschen leben ihren Glauben mit großer Selbstverständlichkeit und Freude. Kinga von Schierstedt, Teamleiterin Afrika bei KIRCHE IN NOT International, berichtet aus ihren persönlichen Erfahrungen und Begegnungen vor Ort. Im Gespräch geht es um die Gründe für diesen „Frühling des Glaubens“, um Berufungen und die wichtige Rolle der Laien, aber auch um Christenverfolgung und andere Herausforderungen.

🌐 Youtube-Kanal von KIRCHE IN NOT: https://www.youtube.com/@KIRCHEINNOTDeutschlandACN 🌐 www.kirche-in-not.de 🌐 https://www.horeb.org/mediathek/podcasts/weltkirche-aktuell/

Transkript anzeigen

00:00:00: Grüß Gott und herzlich willkommen zu Weltkirche.

00:00:02: Aktuell bei Radio Horeb und Radio Maria aus dem Studio der päpstlichen Stiftung Kirche in Not.

00:00:09: Begrüßt Sie, Volker Nigwöner!

00:00:13: Zunächst schauen wir aus aktuellem Anlass nach Kolumbien.

00:00:17: Nach dem schweren Erdbeben bereitet Kirche In Not Nothilfe

00:00:22: für die

00:00:22: betroffenen Gebiete vor.

00:00:25: Wie ist die Lage vor Ort?

00:00:27: Dazu jetzt eine kurze Einschätzung von Tobias Lena aus der Pressestelle von Kirche Inot Deutschland.

00:00:35: Die Situation in Kolumbien ist wirklich dramatisch, erst vor zwei Monaten das schreckliche Erdbeben in Venezuela – jetzt also Kolumbian!

00:00:44: Erddbeben der Stärke sieben Komma vier mehrere hundert Menschen ums Leben gekommen tausende vermisst und Kirchennot mittendrin, mitten dabei.

00:00:53: Wir stehen in Kontakt mit unserem Projektpartner in Kolumbien und wir haben auch im Land ein eigenes Büro von Kirche Not die jetzt an diesem Wochenende in die besonders betroffenen Regionen reisen und sich ein Bild der Lage machen auch schauen wo Hilfe am meisten gebraucht wird.

00:01:08: Wir haben gesprochen mit dem Bischof von Istmina Tado.

00:01:12: das ist im Westen von Kolumbian wo das Epizentrum des Erdbebens lag.

00:01:18: Die Dächer mehrere Kirchen sind eingestürzt, glücklicherweise fanden zu diesem Zeitpunkt dort keine Gottesdienste statt und er sagt es war ein sehr starkes und lang anhaltendes Erdbeben.

00:01:29: Ja, sehr stark und langanhaltend wird auch die Notsein der Menschen in den betroffenen Regionen.

00:01:34: Und wir werden helfen!

00:01:35: Wir haben jetzt schon Nothilfe von Kirche in Not zugesagt und wir werden in nächsten Tagen schauen wo sie am allermeisten nötig ist.

00:01:42: Schon jetzt können wir feststellen, Verein und Kirchen wie auch in Venezuela sind auch in Kolumbien zur Anlaufstelle für die Menschen geworden.

00:01:49: Die dort hingehen, die dort Unterschlupf finden, die versorgt werden, eine Tasse Wasser, ein warmes Essen oder einen Dach über dem Kopf bekommen.

00:01:58: Und das werden wir unterstützen und wenn es die Lage erlaubt natürlich auf den Wiederaufbau.

00:02:03: Das ist jetzt das Allernotwendigste!

00:02:05: Wir bleiben an der Seite der Kirche in Kolombien.

00:02:09: Vielen Dank Tobias für diese kurze Einschätzung zur Lage in Kolumbien.

00:02:14: Wir werden das Thema sicherlich noch vertieft aufgreifen und damit zu unserem heutigen Schwerpunkt, Frühling des Glaubens in Afrika!

00:02:25: Während bei uns die Kirchen Lehrer und die Gemeinden kleiner werden erlebt das Christentum in vielen Teilen Afrikas einen erstaunlichen Aufbruch volle Kirchen,

00:02:39: viele junge Gläubige

00:02:40: und Priesterseminare die aus allen Nähten platzen.

00:02:45: Über diesen Frühling des Glaubens und darüber wie er sich ganz konkret zeigt habe ich mit Kinga von Schierstedt gesprochen.

00:02:54: sie leitet bei Kirche in Not international das Team Afrika und bereist den Kontinent seit vielen Jahren.

00:03:03: Hallo grüß dich Kinga!

00:03:06: Ja, Kinga.

00:03:07: Zu deinen Aufgaben zählt auch, Projektländer zu bereisen, Projekte zu begutachten mit Projektpartnern zu reden?

00:03:16: Wenn du

00:03:16: heute von so einer Afrika-Reise nach Europa zurückkehrst – wie anders siehst Du unser Leben hier in Deutschland?

00:03:26: Also ganz ehrlich sind es erstmal so ganz banale Sachen wie zum Beispiel die erste Dusche Man dreht den Wasserhahn auf und Wasser fließt.

00:03:36: Ganz oft auf meinen Projektreisen bekomme ich eine Schüssel mit Wasser, das ist dann sowohl das Wasser zum Zähne putzen als auch zum Duschen als auch als Klosspülung.

00:03:46: Da merke ich in was für einem Überfluss wir eigentlich leben – die enorme Auswahl an Essen!

00:03:52: Also auf vielen meiner Reisen, wenn ich dann zwei Wochen durch die ländlichen Gegenden reise gibt es entweder nur Reis oder Kassauer zu essen und dann hier zu sehen was wir für eine riesen Auswahl in den Supermärkten haben.

00:04:05: Oder auch überhaupt dieser Überfluss in den Geschäften.

00:04:08: das sind sehr, sehr banale Dinge aber die mich immer wieder schockieren wenn ich zurück komme oder irgendwie wieder überraschen.

00:04:15: Und dann aber auf der anderen Seite auch diese Offenheit und Herzlichkeit der Menschen.

00:04:20: Ich spreche jetzt wieder von den ländlichen Gegenden.

00:04:21: Ganz oft bin ich ja nicht lange Zeit in den Hauptstädten, aber die Menschen sind einfach... Die gehen so herzlich auf uns zu mit einem großen Lächeln begrüßen ein und einmal ist es mir passiert.

00:04:32: da bin ich an einem ersten Adventwochenende wieder zurückgekommen aus Liberia Und ich kann mich genauer erinnern.

00:04:37: Ich bin am Abend in das Flugzeug gestiegen.

00:04:40: Es war laut, die Kinder liefen umeinander alle waren In den buntesten Farben gekleidet waren überall auch sehr starke Gerüche und ich bin am Morgen in Brüssel gelandet.

00:04:50: Okay, ich gebe zu es war sieben Uhr früh aber trotzdem ist war dunkel alle waren in schwarz gekleidet alle Menschen klar die hatten ihre Wintermendel an ihre dunklen.

00:04:59: Alle Menschen haben nur in ihre Handys geschaut und man hätte eine Nadel auf den Boden fallen hören können.

00:05:05: und gleichzeitig stand ein Tannenbaum schön geschmückt mit Geschenken darunter.

00:05:10: Und das war für mich so ein enormer Kontrast.

00:05:13: Einerseits dieses saubere, dieser Tannenbaum diese Geschenke.

00:05:17: Gleichzeitig diese dunkel gekleideten Menschen die nicht reden und auf der anderen Seite am Abend vorher noch dieses Gewusel, diese Buntheit, diese Fröhlichkeit und gleichzeitig wissend dass ich ein Land verlassen habe was in tiefster Armut steckt und wo die Menschen wirklich leiden also dieser enorme Kontrast das überrascht mich jedes mal wieder.

00:05:38: Jetzt nimm uns mal mit gedanklich Sonntagsgottesdienst, vielleicht irgendwo südlich der Sahara.

00:05:47: Was würde einem deutschen Katholiken in den ersten fünf Minuten am ehesten auffallen, am meisten überraschen?

00:05:55: Ich glaube die Ströme an Menschen, die in die Kirche sich drängen... Wenn man hier in letzter Sekunde noch irgendwo in die Kierchenbank sich setzt kann man ja eigentlich gerade auch in den Ersten Rhein einen Platz finden.

00:06:07: In Afrika ist es so wenn man nicht eine halbe Stunde vorher da ist dann bekommt man auch keinen Sitzplatz mehr.

00:06:11: Also die ersten Bänke sind sowieso reserviert für die Kinder, da wimmelt es von kleinen Kindern.

00:06:17: Und dann kommen einfach wirklich Scharen von Menschen und ganz viele müssen leider draußen stehen weil die Kirchen einfach oft zu klein sind.

00:06:24: das ist wirklich glaube ich so.

00:06:26: der erste Kontrast.

00:06:27: Und der zweite auch wie schön sich die Menschen kleiden.

00:06:30: also für dies ist wirklich noch aus Respekt vor dem Gottesdienst zieht man sich am Sonntag elegant an und wie sie dann eben alle voll in Brunst mitbeten und mitsingen.

00:06:40: Ich glaube dass sind so die die großen Überraschungsmomente, die man wohl erleben würde.

00:06:45: Also Glaubensfreude!

00:06:47: Das ist ein prägendes Element und in vielen Ländern Afrikas wächst die Kirche auch sehr stark.

00:06:55: Warum finden die Menschen gerade den christlichen Glauben interessant?

00:06:59: Ist da vielleicht etwas in der afrikanischen Kultur was parallel zum Christentum aufweist oder wie lässt sich das erklären?

00:07:09: Ich glaube In Afrika ist es wirklich so, dass viele Menschen zumindest die Menschen, die ich getroffen habe sehr spirituell sind an sich und damit auch sehr schnell Gott verstehen.

00:07:21: Also gerade ist es auch oft so das in den Ländern, in denen ich bisher war in Afrika Die Priester und die Schwestern wirklich bemüht sind auf die Menschen zuzugehen Und ihnen von Gott zu erzählen Von Jesus Christus zu erzähln Das Leben von Jesus Christes zu erzähen Von den Heiligen Und insofern dann teilweise auch Parallelen zu schaffen, zu der Tradition die sie in ihrer eigenen afrikanischen Kultur leben.

00:07:45: Damit finden sich die Menschen wieder und diese Spiritualität, die Sie allgemein in Ihrer Tradition, in Ihrer Kultur im Leben haben öffnet Ihnen natürlich irgendwo auch die Tür der Herzen für den christlichen Glauben.

00:07:58: Ich will noch mal auf die Glaubensfreude zurückkommen, die sich eben auch im Gottesdienst äußert.

00:08:04: Also Gesang, Bewegung und lange Gottesdienste – das macht den Menschen überhaupt nichts aus.

00:08:12: Liegt das nur in der afrikanischen Mentalität begründet?

00:08:17: Die einfach so ist?

00:08:18: oder steckt dahinter ein besonderes Verhältnis zu Gott hinter?

00:08:26: den Ländern, in denen ich war oder die Menschen, die ich begegnet bin.

00:08:31: Die wirklich ihr ganzes Leben auf den Glauben legen?

00:08:36: also die Basis ihres Lebens ist der Glaube und insofern alles was man für den Glauben macht sei es jetzt eben zumindest zum Beispiel auch in den Gottesdienste zu gehen das gehört einfach zum Leben dazu.

00:08:48: Das ist nicht etwas für das man eine Art Effort macht, dass man am Sonntag in die Kirche geht.

00:08:54: Oh Mann!

00:08:54: Das muss ich auch noch machen.

00:08:56: Sondern es ist wirklich aus Freude und weil es einfach Teil des Lebens ist.

00:09:02: Gab es denn auch auf deinen Reisen?

00:09:04: Eine Begegnung wo du gesagt hast, oh davon können wir jetzt wirklich was mitnehmen für unsere Kirche Was gutes Leben wirklich bedeutet?

00:09:16: Was Hoffnungen bedeutet, was Glauben bedeutet.

00:09:20: Ja also ganz oft ich würde sagen zum Beispiel auf der spirituellen Ebene oder auf der eher religiöseren Ebene.

00:09:27: was mich immer wieder erstaunt sind z.B die ganzen Seminaristen in den Gebieten in denen die Kirche verfolgt wird trotzdem ja zu ihrer Berufung sagen wo ich mir denke wow da könnten wir so viel lernen wie die Kirchen eigentlich sein müsste überhaupt diese vollen Seminare wo die jungen Männer ja zu ihrer Berufung sagen.

00:09:48: Und dann auf einer vielleicht etwas anderen Ebene, ich erinnere mich, ich war einmal auf eine Reise im Sudan und das war kurz vor Weihnachten und wir waren bei den Mutter-Teresa-Schwestern und es war in einer Schule außerhalb der großen Stadt in einem Gebiet von extremer Armut und die Schwestern hatten den Kindern gesagt sie sollten doch jetzt in der Adventszeit sammeln Geschenke sammeln, damit sie die den armen Kindern in den Flüchtlingscamps geben könnten.

00:10:19: Und mich hat es so erstaunt weil diese Kinder waren selber wahnsinnig arm und die haben dann von zu Hause einen Büffelzucker mitgebracht eine hat einen Plastikringen mitgebracht Die dritte hat ein altes ausgeglichenes Haargummi Mitgebracht nur um das dann den noch ärmeren zu teilen.

00:10:35: und dass hat mich so erstarnt wo ich mir denke Das sind schon sehr sehr arme Menschen aber die leben ihren Glauben die leben innerhalb der Kirche so, dass sie das was sie eigentlich nicht haben trotzdem noch teilen.

00:10:47: Bleiben wir noch einen kurzen Moment bei den Priesterberufungen, die du angesprochen hast.

00:10:52: Das ist ja auch ein Steckenpferd von Kirche in Not Die Ausbildung von angehenden Priestern und Ordensleuten.

00:11:00: Die Seminare sind voll Und das obwohl Priester oft unter extremen Bedingungen arbeiten müssen oder sogar ihr Leben riskieren.

00:11:13: Warum sagen trotzdem so viele junge Männer, ich will trotzdem diesen Weg gehen?

00:11:19: Ich glaube weil die den Ruf verspüren dieser Berufung dieses Rufen von Gott und weil sie für sich erkannt haben dass das die Wahrheit ist und das alles andere nichts ausmacht wenn man Gott folgt.

00:11:34: Und das ist für Sie wichtiger, selbst wenn sie erlebend dafür hingeben müssten, dass sie dieser Wahrheit folgen als dass die diese Wahrheit verleugnen und damit eben sozusagen ein anderes Leben wählen.

00:11:48: Also es ist wirklich unglaublich wie tief im Glauben teilweise dieses Seminaristen sprechen sind.

00:11:56: ich spreche jetzt von den Gegenden in denen Christen Verfolgung stattfindet.

00:12:00: Für die ist es gar kein Glauben mehr.

00:12:02: Es ist eine Wahrheit und der wollen sie folgen.

00:12:05: Glaube also,

00:12:06: der trägt

00:12:07: selbst unter schwierigsten Bedingungen!

00:12:10: Vielen Dank bis hierher, Kinga von Schierstedt, Afrika-Teamleiterin bei Kirche

00:12:16: in Not.

00:12:16: Wir

00:12:17: machen einen kleinen Moment

00:12:19: Musik

00:12:19: bei Radio

00:12:20: Horeb.

00:12:21: Radio Horeb

00:12:22: leben mit Gott.

00:12:23: Wir sind zurück bei unserer Reise durch die Kirche Afrikas, mit Kinga von Schierstedt aus der internationalen Zentrale von

00:12:32: Kirche in Not.

00:12:34: Mit ihr spreche ich jetzt über Glaubenswissen, Bibelkenntnis und

00:12:39: Katichäse

00:12:40: in Afrika!

00:12:42: Ich habe neulich Missionar aus Mozambique gesprochen und er hat mir erzählt, wie viel Talent und auch wie viele Begabung er ständig feststellt.

00:12:53: Nun neigen wir verkopften Europäer ja oft dazu afrikanischen Christen zwar viel Gefühl zuzutrauen aber wenig theologisches Wissen.

00:13:05: Wie steht es denn eigentlich da um Bibelkenntnis, Katichese oder auch Glaubensbildung?

00:13:11: Sind das Themen die ernst genommen werden?

00:13:14: Ja absolut.

00:13:15: Es kommt immer wirklich ganz drauf an in welcher Gegend man sich befindet.

00:13:19: also es gibt ja zum Beispiel im Norden von Ghana noch gegen den wo die meisten Einwohner noch der traditionellen afrikanischen Religion angehören.

00:13:28: Da wo die Kirche quasi vor fünf Jahren angekommen ist vor zehn Jahren angekommst ist natürlich die Glaubenstiefe nicht so tief wie in Gegenden, wo Christenverfolgung stattfindet und wo die Priester – wie ich ja vorhin schon gesagt hatte – wirklich einer Wahrheit oder der von ihnen entdeckten Wahrheit folgen.

00:13:47: In den Gegenden wo der christliche Glauben jetzt erst ankommt, ist natürlich das Teil des Glaubenswissen eine der Prioritäten und deswegen versuchen die Bischöfe dann genau dort Schulen zu errichten um die Kategäten oder die Kartikisten auszubilden.

00:14:04: und was mich immer wieder erstaunt ist, dass es Schulen gibt in denen Kartiksten teilweise bis zu drei Jahre ausgebildet werden.

00:14:11: Und dann wären sie in die ländlichen Gegenden geschickt um dort das Wort Gottes verkünden zu können.

00:14:17: also das wird sehr ernst genommen.

00:14:19: Trotz der zahlreichen Berufungen kommen in manchen Regionen auf einen Priester oft riesige Gebiete und dutzende Dörfer.

00:14:29: Und manche Gemeinden können nur selten die heiligen Messe feiern, wer hält denn dort den Glauben im Alltag lebendig wenn der Priester wochenlang oder manchmal monatelang nicht kommen kann?

00:14:42: Das sind eindeutig die Kategisten.

00:14:45: In vielen Gegenden sind es auch die Katechisten, die die Vorbereitung zur Taufe machen, vorbereitungen zum Ehe-Sagrament und zur Firmung, die Beerdigungen durchführen müssen, weil der Priester – wie du ja gesagt hast – teilweise nur alle paar Wochen, manchmal nur alle ein bis zwei Monate kommen kann.

00:15:05: Die Kategistinnen sind dann an den Sonntagen die Gemeinde um sich versammeln dann aus der Bibel lesen und eine Art Bibelteilen oder Bible-Sharing machen, wo über das Wort Gottes gesprochen wird.

00:15:18: Deswegen ist eben auch die Ausbildung der Kategisten so wahnsinnig wichtig!

00:15:22: Wir hatten einmal einen Bischof bei uns zu Besuch, der hat in seiner Predigt erzählt warum die Ausbildung der Katechisten so wichtig ist und hatte gesagt es gab ein Kategistin irgendwo im hintersten Dorf, der gehört hatte dass der Priester der nur alle zwei Monate zum Nachbardorf kommt.

00:15:37: Aber das Nachbardorff sind zehn Kilometer weit weg, dass er eben kommen würde und hat dann zu allen Leuten in seiner kleinen Dorfgemeinschaft gesagt ich werde zu Fuß zu diesem Priester gehen ihr könnt alle bei mir beichten und ich werde eure Beichten dann dem Priester beichten sozusagen im Auftrag, damit eure Beichten eurer Sünden dann vergeben sind.

00:15:56: Wobei der Bishop natürlich sehr gelacht hat und gesagt hat okay deswegen ist es wichtig dass man wirklich versteht was bedeutet eigentlich das Sakrament der Beichte und dass man nicht für jemanden anderen beichten kann weil eben sonst solche Sachen passieren könnten?

00:16:10: Ja sehr beeindruckend denn wenn wir hier in Deutschland über Leinen sprechen dann landen wir ja schnell bei Kirchenpolitischen Fragen oder auch Ämterfragen, spielt es in Afrika auch eine Rolle?

00:16:23: Oder betrachten Laien, Kategäten ihre Aufgaben als eine Art von Berufung.

00:16:31: Das ist absolut eine Berufung!

00:16:33: Es ist auch ganz interessant weil das Wort Synodalität wird in Afriker ganz anders verwendet als wir das jetzt hier in Deutschland kennen.

00:16:41: In Afrika ist es wirklich dass es seine Zusammenarbeit ist zwischen den Gemeinden, den Priester, den Schwestern und dann auch den Bischöfen.

00:16:50: Weil die Gegenden so groß sind und die Distanzen so groß ist und es nicht genügend Prieste gibt können die die Bischofen oder die Priester gar nicht ohne die Kategäten arbeiten.

00:16:59: Es gibt auch Länder in denen extra weibliche Katikistinnen gibt, also Schulen in denen die Frauen zu Katikisten ausgebildet werden.

00:17:07: Also da hat die Frau zum Beispiel auch eine ganz andere Rolle in der Glaubensübermittlung nicht nur innerhalb der Familie sondern auch innerhalb der Dorfgemeinschaft.

00:17:15: Lass uns jetzt über ein eigentlich unerfreuliches Thema sprechen.

00:17:21: das ist natürlich der islamistische Terror der auch die christliche Kommunität in vielen Ländern bedroht dass es Einerseits eine Realität, andererseits sehen wir auch das Christentum ja dort nicht schwindet.

00:17:41: Besteht da irgendwie ein Zusammenhang zwischen Bedrohung und Wachstum des Christentums?

00:17:46: Ich würde sagen Ja!

00:17:48: Also ganz oft wird dir gesagt dass das Blut der Märtyrer der Samen für neue Berufungen ist, der Same für die Glaubenstiefe dafür, dass der Glauben wächst Und in den Gegenden, denen die Christen verfolgt werden.

00:18:02: In Afrika sehe ich das auch so.

00:18:05: Da gibt es eine Tiefe im Glauben, die mich jedes Mal wieder beeindruckt und zwar eben nicht nur bei den Schwestern, bei den Priestern sondern auch beim Leinen.

00:18:13: Ich habe es schon öfters gesagt aber einer der beeindruckendsten Sätze wurde mir von einer Witwe in Maiduguri in Nigeria gesagt in der Diözese wo Boko Haram gegründet worden ist Die gesagt hat, Bokoram kann uns alles nehmen.

00:18:27: Die haben unsere Männer genommen und unsere Kinder, unsere Schulen, unsere Häuser – alles!

00:18:31: Sie können uns selbst unser Leben nehmen aber sie können uns nicht unseren Glauben

00:18:36: nehmen.".

00:18:37: Und die war wirklich davon überzeugt und das hat mich so wahnsinnig beeindruckt.

00:18:41: Das war eine Frau, die konnte weder lesen noch schreiben.

00:18:44: Aber die hatte einen so tiefen Glaubenglauben und das obwohl man ihr Mann und ihre Kinder umgebracht hatte.

00:18:50: also ist es wirklich beeindruckend wie in diesen Gegenden wo die Leute sich entscheiden müssen, ja oder nein zu Gott zu sagen.

00:18:59: Wie die teilweise tief verwurzelt sind im Glauben?

00:19:04: Kirchennot ist ja bekannt dafür dass es einerseits örtliche Kirchen unterstützt, wo es Aufbrüche im Glauben gibt.

00:19:12: Einerseits aber eben natürlich auch ganz eng an der Seite der verfolgten Christen steht.

00:19:19: Was braucht denn eine Kirche konkret, die einerseits wächst, die arm ist aber auch unter einer immensen Bedrohung steht?

00:19:28: Was braucht die am dringendsten?

00:19:32: Diese Frage stelle ich auch immer den Bischöfen.

00:19:38: Weil es für uns ja ganz wichtig ist dass wir das unterstützen, was die Bischöfe als ihre Priorität sehen.

00:19:44: Also wir wollen nicht mit unseren eigenen Ideen kommen und die der lokalen Kirche aufpfropfen sondern mir ist es sehr wichtig oder uns ist es auch sehr wichtig dass es der Bischof ist er in seiner Diözese die Priorität erkennt und sagt okay da brauchen wir jetzt momentan Unterstützung und deswegen kann es auch ganz weit gefächert sein.

00:20:03: also es gibt dann bischen für die sagen sie möchten die Strukturen die zerstörten strukturen die von den Terroristen zerstört worden sind, wieder aufbauen.

00:20:11: Andere sagen sie wollen erst einmal den Flüchtlingen helfen.

00:20:15: andere sagen Sie möchten weiterhin als ihre größte Priorität sehen weil sie nicht wissen wie sonst die Ausbildung der Seminaristen finanzieren können.

00:20:27: also das ist wirklich sehr breit gefächert.

00:20:29: anderen brauchen zum Beispiel Fahrzeuge weil sie sagen wir können die Priester eigentlich nicht mehr zu Fuß oder auf Motorrädern in die ländlichen Gegenden schicken Weil das Risiko, dass die entweder getötet oder entführt werden so hoch ist, dass wir Fahrzeuge brauchen, die sie dann schützen.

00:20:44: Also es kann sehr unterschiedlich sein.

00:20:46: Eine weitere Herausforderung für die Kirche ist in vielen Gesellschaften immer noch eine sehr starke Bindung an die Familie, Ethnie und den Clan.

00:20:59: Das kann natürlich einerseits tragen, aber auch Korruption, Ausgrenzung oder gar Gewalt fördern.

00:21:06: Kann denn der christliche Glaube Menschen tatsächlich lehren, den Fremden als Bruder zu sehen?

00:21:13: Auch wenn er nicht zum eigenen Stamm gehört zur eigenen Volksgruppe.

00:21:18: Davon bin ich absolut überzeugt aber es ist wahnsinnig schwierig.

00:21:22: also mir hat im Südsudan einem Land in dem es ja wirklich sehr viele Stammeskonflikte gibt Und man muss wissen, der Südzug dann ist zu siebzig Prozent christlich.

00:21:32: Also wenn es da Konflikte sind, sind das meistens Christen gegen Christen weil eben die unterschiedlichen Stämme sind, die gegeneinander kämpfen.

00:21:39: und da hat mir ein Priester gesagt Kinga du musst wissen dass Blut also unser Blut ist dicker als das Wasser der Taufe Das Blut unseres Stammes unserer Familie.

00:21:50: und dagegen gegen diese Mentalität anzukämpfen bin ich überzeugt, dass der christliche Glauben wirklich das Heilmittel sein könnte weil im christlichen Glauben alle Menschen gleichwertig sind, egal welcher Herkunft auch egal ihrer Hautfarbe.

00:22:06: Trotzdem ist es etwas das teilweise so tief verankert ist in den Kulturen dass es sehr schwierig ist dagegen anzukämpfen.

00:22:15: die Priester versuchen's und die Bischöfe versuchen's aber wir sind eben alle menschliche.

00:22:21: Es braucht also wahrscheinlich auch Zeit bis die christliche Botschaft

00:22:26: in diesen Fällen

00:22:28: als Sauerteig aufgegangen ist,

00:22:31: um die Grenzen von

00:22:32: Herkunft und Volkszugehörigkeit

00:22:35: überwinden zu können.

00:22:36: Danke Kinga von Schierstedt, von Kirche in Not!

00:22:40: Gleich geht es weiter – jetzt hören wir noch ein wenig Musik bei Radio Horeb

00:22:45: ihrer

00:22:45: Stimme

00:22:46: für die Weltkirche.

00:22:48: Sie hören Radio Horeb, ihre christliche Stimme in Deutschland und das Magazin

00:22:53: Weltkirche

00:22:54: aktuell.

00:22:55: Mein Gast ist Kinga von Schierstedt vom Kirchenot International mit der ich jetzt noch etwas stärker auf die gesellschaftliche Rolle der Kirche

00:23:05: in Afrika schaue.

00:23:08: Ein weiteres wichtiges Thema ist es Bildung, die Kirche ist ja in vielen Ländern einer der wichtigsten Träger von Schulen und Ausbildungen insgesamt.

00:23:20: Aber es gibt auch ein Phänomen das man gar nicht so bedenkt wenn man da nicht in der Materie drin sind.

00:23:28: Und das ist, wenn jetzt ein junger begabter Mensch wirklich gefördert wird und seinen Weg macht oder auch Karriere macht, dass er sich dann gewissermaßen auf seiner Familie und seiner Kultur entfremden kann.

00:23:44: Ist das wirklich so ein großes Problem in Afrika?

00:23:48: Oder kann man das auch verhindern?

00:23:52: Das weiß ich nicht!

00:23:52: Ich glaube es sind sehr individuelle Fälle.

00:23:55: also Was ich viel höre, ist das Mitglieder einer Familie oft natürlich die Jüngeren.

00:24:00: Oft auch die jüngeren Männer dann in die Hauptstadt geschickt werden um dort versuchen irgendwie einen Job zu bekommen um Geld zu verdienen.

00:24:08: und wenn die dann in den Ferien oder in den Pausen wieder zurückkommen in die ländliche Gegenden Dann finden die Familien tatsächlich ganz oft dass da irgendwo ein Unterschied besteht.

00:24:22: Aber wie man diese Brücke übergräbt, ich glaube das sind wirklich sehr individuelle Fälle.

00:24:27: Das finde ich schwierig zu sagen.

00:24:30: Ein weiteres Problem viele afrikanische Staaten leiden unter Korruption.

00:24:37: Es gibt autoritäre Regierungen oder schwache Institutionen.

00:24:41: Hast du schon mal erlebt dass der christliche Glaube nicht nur einzelne Menschen verändert, sondern auch eine gesamte Gesellschaft.

00:24:50: Gibt es da positive Beispiele?

00:24:54: Also ich kann mich erinnern an eine Reise in den Norden von Ghana.

00:24:58: Ich habe vorhin schon erwähnt dass im Norden Von Ghana ganz oft teilweise noch die traditionelle afrikanische Religion eine sehr starke Rolle spielt.

00:25:05: Es ging um meine Dorfgemeinschaft, in der der traditionelle Priester ein behindertes Kind hatte und dem Glauben.

00:25:13: In dieser Gegend war es so, dass behinderte Menschen von einem Dämon besessen sind.

00:25:18: Die glauben, wenn man schläft, sich die Seele in der Nacht vom Körper löst und dann über dem Dorf schwebt.

00:25:26: Und auch die Seelle des Behindertenkindes löst sich in der nacht und schwebt über den Dorf.

00:25:31: dadurch, dass das aber ein Däman ist, attackiert sie die Seelen von den anderen, nicht-behinderten Menschen.

00:25:37: In diesem Dorf kam es zweimal hintereinander zu sehr starken Krankheiten von jungen Menschen, die dann gestorben sind.

00:25:47: Und dann hat die Dorfgemeinschaft diesen Priester gesagt, dein Kind ist schuld daran dass diese gesunden jungen menschen gestorbt sind weil dein kind von einem Dämon besessen ist.

00:25:55: und dieser Priester hatte von einem Kartikisten gehört und wusste das in der christlichen Tradition oder im christlichen Glauben Die behinderten Menschen nicht als vom dämonbesessen angesehen werden und hat also dann in einer Nacht- und Nebelaktion seinen Kind dem Kartikisten überbracht, weil die Dorfgemeinschaft gesagt hat.

00:26:12: Wenn noch ein Mensch in unserer Dorfgemeinschaft krank wird, werden wir dein Kind

00:26:17: umbringen.".

00:26:17: Dieses Kind war zehn Jahre alt oder so... Und das fand ich sehr beeindruckend!

00:26:21: Weil er selber war der Priester aus dieser afrikanischen Tradition, aus dieser Religion hat sein Kind dem Kategisten anvertraut, weil er sich selber dann angefangen hat die Frage zu stellen wie kann das sein dass mein eigener Glaube meine eigene Tradition mich dazu bringen müsste meinen kind zu opfern.

00:26:41: Mein kind umzubringen?

00:26:42: und das hat natürlich in ihm dann eine ganze einen ganzen schwall angedanken ausgelöst ihr dann auch mit seiner dorfgemeinschaft geteilt hat und ich weiß nicht ob sich das Dorf dann komplett Also ob die dann alle umgedacht haben, aber ich weiß dass dieses Kind gerettet wurde und dieser Priester angefangen hat sich wirklich Gedanken darüber zu machen über den Wert eines jeden Menschen auch eines behinderten Menschen weil es ja sein eigener Sohn war.

00:27:07: Und das sind so Beispiele wo ich sehe der christliche Glaube der einfach Ja zu jedem Leben sagt wirklich Fragen aufwirft in Kulturen wo das eben nicht so ist.

00:27:21: Da wirkt der christliche Glaube also hoffentlich als Sauerteig, so wie er das auch in der Geschichte getan hat.

00:27:30: Wenn wir mal zurückblicken die europäischen Kolonialmächte,

00:27:35: die kamen

00:27:35: einst mit Missionaren und natürlich auch mit wirtschaftlichen Interessen darf man nicht verschweigen.

00:27:42: Aber heute ist China in vielen Ländern wirtschaftlich mächtiger denn je präsent, allerdings natürlich ohne die christliche Botschaft und zumeist auch ohne Rücksicht auf irgendwelche Menschenrechte.

00:27:57: Wie wird denn dieser neue Einfluss Afrika aus deiner Sicht verändern?

00:28:02: Also man sieht tatsächlich ganz oft so eine Art Camp oder eine Art Lager von chinesischen Arbeitern entlang den vielen Straßen, weil die Chinesen in vielen Ländern in Afrika die Infrastruktur aufbauen muss man sagen.

00:28:18: Straßen bauen, Brücken bauen teilweise auch Flughafen bauen.

00:28:21: und was ich ganz oft von den Bischöfen höre oder von den Schwestern und den Priestern dass die Chnesen aber unter sich bleiben, die kommen überhaupt nicht in Kontakt mit den Afrikanern selbst.

00:28:32: das heißt sie sind wie geschlossene Einheiten auf die überhaupt kein Zugriff ist.

00:28:36: Und das sehen die Afrikanern natürlich irgendwo als ein Element, dass für sie überhaupt nicht einschätzbar ist weil Sie gar nicht in Kommunikation mit denen treten können.

00:28:47: Mir hat dann einmal ein Bischof gesagt eigentlich müsste er einen von seinen Priestern chinesisch lernen lassen damit da vielleicht anfängt diese Chinesen zu missionieren.

00:28:56: aber es ist wirklich wie eine Blase viele kleine Blasen innerhalb oder auf dem afrikanischen Kontinent die ganz für sich arbeiten, aber eben im wirtschaftlichen Interesse und damit die Wirtschaft Afrikas untergraben.

00:29:13: Kinger gegen Ende unseres Gespräches wollen wir noch kurz in die Zukunft blicken.

00:29:18: wenn wir dieses Gespräch, sagen wir mal in dreißig Jahren nochmal führen könnten was wird sich durch die wachsende Bedeutung Afrikans in der Weltkirche, die ja evident ist dann am stärksten verändert haben?

00:29:34: Das ist natürlich schwierig voraus zu sagen, aber eine der Sachen die mich am meisten beeindruckt ist dieser tiefe Glaube bei vielen afrikanischen Menschen und diese Natürlichkeit im Glauben.

00:29:46: Also jedes Mal wenn wir hier Besucher haben oder auch wenn ich in Afrika durch Afrika reise, wenn wir dann zusammen beten fangen sie immer erst an mit Lord Jesus, I thank you for the day.

00:29:59: Jesus Christus ich danke dir für diesen Tag und diese Dankbarkeit egal was kommt, egal in welcher Situation es ist.

00:30:06: erst einmal Gott zu danken für das was isst finde ich sehr sehr beeindruckend weil es einfach eine Haltung ist die bei uns europäern ja meistens schon längst verloren gegangen ist und ich denke dass ist etwas was wir wirklich von Afrika lernen können und hoffentlich in den nächsten Jahren auch lernen werden diese Naturlichkeit im Glauben.

00:30:24: Ja, vielen Dank liebe Kinger für diese auch persönlichen Einblicke und auch für den Blick auf eine Kirche die trotz Armut an manchen Orten durch Bedrohung und vieler ungelöster Probleme weiterhin wächst und Hoffnung ausstrahlt.

00:30:41: Alles Gute dir Gottes Segen!

00:30:43: Und bis zum nächsten Mal

00:30:45: sehr gerne in unser Gottessegen

00:30:48: Radio Horep.

00:30:49: leben mit Gott nach unserem Blick auf Afrika, liebe Hörerinnen und Hörern.

00:30:54: Schauen wir jetzt ins Geschichtsbuch!

00:30:57: Viele von ihnen werden sich an dieses Ereignis erinnern – aber vielleicht nicht an die erstaunliche Geschichte, die sich damals hinter den Kulissen abgespielt hat.

00:31:21: Moskau, Norddeutschland.

00:31:26: Panzer rollen durch die Straßen der sowjetischen Hauptstadt.

00:31:30: Präsident Mikhail Gorbachev ist auf seiner Dacia, auf der Krim festgesetzt.

00:31:37: Kommunistische Hardliner versuchen, die Macht an sich zu reißen.

00:31:43: Boris Yeltsin stellt sich an die Spitze des Widerstands – doch die Rundfunksender sind in der Hand der Putschisten!

00:31:52: Jelzin braucht dringend eine Möglichkeit, die Bevölkerung zu erreichen.

00:31:58: Und hier beginnt eine wenig bekannte Geschichte von Kirche in Not!

00:32:03: Sie wird auch im Hörbuch Danke Pater Wernfried in Erinnerung an den Gründer von Kirchen Inot erzählt – heute gelesen von der Schauspielerin und Synchronsprecherin Alexandra Wilke.

00:32:20: Es begann damit, dass Kirche in Not Ostpriesterhilfe einen Radiosender für die erste gemeinsame Rundfunkanstalt der orthodoxen und der katholischen Kirche nach Russland schickte.

00:32:34: Da das Kommunikationsministerium jedoch zunächst die Lizenz verweigerte, wurde der Sender in einer Lagerhalle untergebracht.

00:32:42: Ausgerechnet am neunzehnten August wird dieser eigentlich für christliche Programme bestimmte Sender plötzlich dringend gebraucht.

00:32:52: Yelzin versucht die Menschen zum Widerstand aufzurufen, zunächst vergeblich.

00:33:20: Ingenieure installierten den Sender, die Luftwaffe stellte eine Antenne zur Verfügung und kurz darauf konnte Jelzin die Moskauer Bevölkerung um Hilfe anrufen.

00:33:30: Tausende Menschen versammeln sich auf den Straßen Teile des Militärs wechseln auf Jelzins Seite.

00:33:38: Zwei Tage später ist der Putz gescheitert.

00:33:42: Und der Sender?

00:33:44: Der kann nun endlich das tun, wofür Kirche in Not ihn ursprünglich nach Russland gebracht hatte.

00:33:51: Christliche Programme verbreiten!

00:33:54: Radio Blago West – Frohe Botschaft geht auf Sendung.

00:33:59: Die Resonanz ist gewaltig.

00:34:02: Als den Hörern religiöse Literatur und Bibeln angeboten werden, gehen hunderttausende Briefereien ein.

00:34:11: Einer davon kommt aus Kasachstan.

00:34:15: Ich habe Ihnen aus Kasachtan geschrieben und Sie um Bücher gebeten, aber niemals erwartet dass sie mir auch welche schicken würden!

00:34:24: Wer macht heute schon noch Geschenke?

00:34:26: Aber dann war ich auf der Post und erhielt ein Paket aus dem Westen.

00:34:31: Noch auf der post öffnete ich das Paket.

00:34:34: Sogleich standen viele Leute um mich herum bis die Post ihre Türen schloss.

00:34:45: Ein Sender also mit einer außergewöhnlichen Geschichte, für die Verkündigung des Evangeliums nach Russland gebracht beim Augustputsch unter Salat und Tomaten ins Parlament geschmuggelt – und schließlich tatsächlich zum Sender der frohen Botschaft geworden!

00:35:05: Ein kleines aber bemerkenswertes Kapitel aus der Geschichte von Kirche in Not aus jenen dramatischen Tagen im August nineteenhunderteinundneunzig.

00:35:29: Das war Weltkirche aktuell bei Radio Horeb und Radio Maria, die Hörbuchpassagen in unserem letzten Beitrag wurden von der Schauspielerin und Synchronsprecherin Alexandra Wilke gelesen – als zweite Stimme war Emily Dittmar zu hören!

00:35:48: Die gesamte Sendung können Sie auch nochmal nachhören unter www.horep.org und alles zur Arbeit von Kirche Not finden sie unter www-kircheinnotde.

00:36:02: Am Mikrofon war wie gewohnt Ihr Volker Niegewöhnler, vielen Dank fürs Zuhören und bleiben Sie behütet!

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