"Der Papst ist einer von uns": Katholische Kirche in Peru; KIRCHE IN NOT-Delegation in Venezuela
Shownotes
Die Themen:
- "Der Papst ist einer von uns": Katholische Kirche in Peru. Mit Pfarrer Tiberio Szeles, Diözese Chosica
- KIRCHE IN NOT besucht das Erdbenengebiet in Venezuela. Mit Florian Ripka, Geschäftsführer von KIRCHE IN NOT Deutschland
Erstausstrahlung: 12. Juli 2026; © KIRCHE IN NOT
Peru ist seit der Wahl von Papst Leo XIV. wieder stärker in den Blick der Weltkirche gerückt. Doch wie lebt die katholische Kirche heute in dem Andenstaat – zwischen den Armenvierteln Limas, den Hochlagen der Anden und dem Amazonasgebiet? Pfarrer Tiberio Szeles berichtet aus seinem Alltag als Seelsorger über den Glauben der Menschen, die Herausforderungen der Kirche und die Hoffnung, die sie den Armen schenkt.
Nach dem schweren Erdbeben in Venezuela geht die Hilfe der Kirche weiter – und sie reicht weit über die akute Nothilfe hinaus. Gleichzeitig ermöglicht KIRCHE IN NOT in diesem Sommer mehr als 33.000 Kindern und Jugendlichen weltweit Ferienfreizeiten in Krisengebieten. Was beide Projekte verbindet und warum sie für die Kirche so wichtig sind, darüber spricht Volker Niggewöhner mit dem Geschäftsführer von KIRCHE IN NOT Deutschland, Florian Ripka.
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00:00:00: Grüß Gott und herzlich willkommen zu Weltkirche aktuell auf Radio Horeb und Radio Maria.
00:00:06: Aus dem Studio der pätzlichen Stiftung Kirche notbegrüßt sie Volker Nigewöner!
00:00:12: Heute blicken wir nach Peru, ein Land das viele mit den Anden mit Machu Picchu und einer tiefen Volksfremigkeit verbinden.
00:00:22: Seit der Wahl von Papst Leo XIV ist Peru auch kirchlich wieder stärker in den Blick gerückt.
00:00:29: Der neue Papst hat viele Jahre dort gewirkt als Missionar und Bischof, aber wie lebt die Kirche heute?
00:00:38: Was bedeutet Glaube in einem Land großer Gegensätze zwischen Lima, Den Anden dem Amazonas Gebiet und den Armenviertel der Städte?
00:00:49: Darüber spreche ich jetzt mit Pfarrer Tiberio Sellisch.
00:00:53: Er gehört zur Ärztlyezöse Freiburg, war viele Jahre in Lima tätig und arbeitet heute wieder in Peru.
00:01:01: Unter anderem engagiert er sich in der Perupartnerschaft Freiburk-Peru.
00:01:07: Herzlich Willkommen Herr Pfarrr!
00:01:13: Ja Herr Pfarrer, lassen Sie uns zunächst über den neuen Papst Leo sprechen.
00:01:18: Er ist gebürtiger US-Amerikaner aber dennoch denken viele bei ihm zuerst an Peru?
00:01:26: Wie haben sie die Wahl eigentlich erlebt und wie viel Peru steckt in dem Papst?
00:01:32: Ja ich erinnere mich ganz genau an den Tag an denen der Papst gewählt wurde eigentlich an ganz viele solche Tage.
00:01:41: Vielleicht fange ich etwas hinten an.
00:01:44: Ich habe die Wahl von Papst Benedikt in Deutschland erlebt und da hieß es, wir sind Papst.
00:01:50: Dann hab' ich auch die Wahl des Papstes Franziskus hier in Lima erlebt und dann haben wir hier auf dem Kontinent natürlich gesagt er ist einer von uns oder wir sind papst um.
00:02:03: das wurde noch einmal gesteigert als am achten Mai Kardinal Prévost, Francis Prévos zum Papst gewählt wurde.
00:02:15: Ich denke ganz gut noch an diesen Tag weil das für mich eigentlich ein trauriger Tag war.
00:02:23: Ich musste zu einer Trauerfeier gehen nach Casablanca, das ist ein Bezirk unserer Pfarrei.
00:02:29: Und diese Familie, zu der ich gegangen bin hat wenige Tage zuvor ihren Sohn in einem Massaker verloren.
00:02:37: Der junge Mann gehörte zu den jungen Männern die der Gewalt rund um den illegalen Goldberg bauen.
00:02:44: Patas, so heißt die Ortschaft im Norden Perus zum Opfer gefallen waren.
00:02:50: Und ich habe mit der Familie am Sarg gebetet und die Abschiedsfeier gehalten.
00:02:55: Das war für mich eigentlich tiefster Trauer.
00:02:58: Dann musste ich anschließend gleich zu einer Vicariat-Sitzung rennen.
00:03:03: Die Reise war nicht zu kurz.
00:03:05: Ich war aber noch innerlich eigentlich von der Trauer mitgenommen, als ich angekommen bin und dann habe ich gemerkt wer Bischof ist da was eigentlich normalerweise nicht der Fall ist um da gucken alles Fernsehen und da kommt weiße Rauch.
00:03:20: Das war für mich dann praktisch so ein wechselbarter Gefühl.
00:03:24: Und als der Name kam, das war als hätte Peru drei Weltmeisterschaften auf einmal gewonnen.
00:03:33: Das war die Stimmung.
00:03:34: Wir haben zunächst nicht einmal den Namen gehört, den er sich gewählt hat, dass er also Leo heißen wird weil wir eigentlich sozusagen als Priester zusammen mit dem Bischof zu explodiert sind.
00:03:46: Das ist mein Erlebnis.
00:03:49: Jetzt haben Sie uns gerade schon ein bisschen von Ihrem seelsorglichen Alltag verraten, aber bleiben wir noch einen kleinen Moment bei Papst Leo.
00:03:57: Sie haben ihn ja auch während seiner Zeit als Missionar und Bischof in Peru erlebt.
00:04:02: Wofür steht er?
00:04:03: Was glauben sie?
00:04:05: Und was hat Ihnen besonders in seiner Zeit in Peru geprägt?
00:04:10: Ja ich habe Papst Leo in meiner Zeit erlebt.
00:04:13: eigentlich wenn ich das ganz deutlich sage... Ich habe ihn ein einziges Mal persönlich erlebt.
00:04:20: Und zwar war für mich was ganz Besonderes, ich durfte nämlich auf bittet des Vorsitzenden der Bischofskonferenz essen befreiendeter Bischoff von uns auch von der Partnerschaft Erzbischof Salvador.
00:04:32: Ich durfte den Bischöfen einen Einkehrtag halten und da war ich beim Mittagessen gerade auch mit dem jetzigen Papst beim Tisch.
00:04:42: Es war kein langes Gespräch.
00:04:44: Ich habe aber so gespürt, da habe ich eine besondere Person vor mir.
00:04:50: Also gerade von dem was er so kurz erzählt hat, habe ich gespült.
00:04:53: Er hatte wirklich eine große Vision.
00:04:56: Ja das hat mich ein Stück geprägt!
00:04:58: Ich habe gedacht der wird schon noch etwas, aber dass er Papst wird, habe natürlich nicht gedacht.
00:05:04: Er wurde dann später perfekt des die Kasteriums für die Bischöfe.
00:05:08: Und dann habe ich gedacht, ah ja also der Papst hat ihn.
00:05:12: Also Franziskus hat ihn schon zu einer höheren Stelle bestimmt.
00:05:16: Ich hab mich gefreut.
00:05:17: Habe ich noch immer nicht ein noch höheres Gedacht.
00:05:20: So habe ich ihn erlebt Und natürlich im Nachhinein, nach der Wahl.
00:05:25: dann wurden alle Aspekte seines Denkens, seines Wirkens in Peru breitbandig besprochen und ich denke da kann ich dem zustimmen.
00:05:35: Das wirkt noch immer ganz besonders auch deshalb weil wir auf ihn jetzt sozusagen warten.
00:05:41: also wir bereiten uns darauf vor dass er uns in einigen wenigen Monaten besuchen wird.
00:05:48: Sprechen wir jetzt über Peru?
00:05:51: Sicherlich ein Land, das manchen unserer Hörer vertraut ist.
00:05:55: Ich weiß ja viele Vereinen haben auch Partnerschaften mit Vereinen in Peru aber dennoch werden die wenigsten dort hingereist sein.
00:06:05: wenn sie jemanden der noch nie dort war Peru in einem Bild beschreiben müssten welches Bild wäre das?
00:06:13: Als ich Kind wart fahre für mich das Bild eigentlich NASCAR.
00:06:18: Ich bin jetzt natürlich hier in Peru und ich habe eine Speise entdeckt, die eigentlich eine philosophische Dimension hat oder zumindest eine freundschaftliche Dimension je nachdem wie man tief dahin geht hineingeht.
00:06:35: Kauser beschreiben.
00:06:36: Kausa ist ein nationalgerichtes Landes und ich würde Kausar vielleicht
00:06:42: als
00:06:42: Schichtkartoffeln übersetzen mit einer Schicht von Hühnerfleisch dazwischen oder Tonfisch, je nachdem wie das bereitet wird.
00:06:52: es gibt auch Platzhalla dazWischen und Gewürze.
00:06:55: Eigentlich erzählt diese Speise auch ein Stück die Geschichte Perus.
00:07:00: Die Kartoffel stammt aus der Inka-Zeit, andere Zutaten kommen sogar aus Europa oder Asien, Kolonialzeit usw.. unterschiedliche Einflüsse sind eben zu etwas eigenem sozusagen zusammengewachsen.
00:07:15: Causa bedeutet aber hier in der Umgangssprache auch noch was ganz anderes, causa bedeutet zwischen uns sozusagen gesprochen im Alltag eigentlich auch Freund oder Kumpel.
00:07:28: Und da habe ich so das Bild vor mir.
00:07:32: Zwei Kausers, also zwei Kumpel, zwei Freunde sitzen zusammen und teilen sich eine Kauser dieses Gericht und kommen ins Gespräch um.
00:07:40: dann kommt man zu etwas höheren.
00:07:43: Gerade für mich ist es auch Peru ein Stück die Partnerschaft.
00:07:49: Ja, Peru ein Land großer kultureller Vielfalt.
00:07:53: Da ist die Gastfreundschaft dabei, die ich auch sehr genieße.
00:07:57: Da ist der Gemeinschaft dabei.
00:07:58: Das gehört auch dazu eben Essen sprechen miteinander gehen Freude und Leid teilen.
00:08:06: Nun ist Peru ein Land großer Gegensätze habe ich eben gesagt.
00:08:11: Dort gibt es moderne Millionenstädte Es gibt das Hochland der Anden Und eben auch den Amazonas.
00:08:19: Kann man sagen, das sind eigentlich so drei Länder in einem.
00:08:23: und wie prägen diese Gegensätze?
00:08:26: Das Leben der Menschen!
00:08:28: Also Millionenstädte haben wir drei.
00:08:30: Lima ist fast elf Millionen Einwohner groß dann kommt Arequipa mit die einer Million und dann halbiert sich aber gleich die Zahl bei Ciclayo.
00:08:40: Das ist die Stadt des Papstes Kajau oder Cusco.
00:08:44: Peru ist für mich eigentlich ein kleiner Kontinent.
00:08:47: Pimal Daumen hat Peru also die Fläche dreimal größer als Deutschland, die Einwohnerzahl ist dreimal weniger als Deutschland.
00:08:56: und Peru breitet sich so zwischen der Pazifikküste den Anden dem Amazonas.
00:09:02: da liegen ganz unterschiedliche Landschaften aber noch mehr da.
00:09:07: da liegen völlig verschiedene Lebenswelten.
00:09:11: die Menschen leben entweder von Fischfang, der Landwirtschaft Bergbau vom Handel in den Großstädten und entsprechend unterschiedlich sind auch ihre Mentalitäten, ihre Traditionen.
00:09:24: Auch ihre Sprachen, um dreizehn Prozent der Peruvianer spricht Quechua.
00:09:29: es gibt dann noch Eimara sogar als Landessprau oder als anerkannte Staatssprache und zahlreiche andere indigene Sprachen Amazonas.
00:09:40: Gleichzeitig ist Peru ein Land starker innerer Migration, ein Drittel der Bevölkerung, dreißig Millionen.
00:09:48: Pimal Daumen lebt in Lima mit zweizehn Billionen.
00:09:52: Das heißt viele Familien haben ihre Wurzeln im Hochland.
00:09:55: das spüre ich gerade hier in der Seelsorge in Saumhandeluri Gancho dass es auch eine zusammengewürfelte Stadt die eigentlich sehr ländlich wirkt weil eben die Leute vor einer oder zwei Generationen hierher gezogen sind.
00:10:12: Was sind denn Ihre persönlichen Aufgaben als Seelsorger?
00:10:18: Und was schätzen Sie persönlich an Peru, was lässt sie nicht los?
00:10:25: Was ich in Peru als Aufgabe habe ist einmal die Seelsorge.
00:10:30: Ich bin jetzt in der DLCS Chorsica.
00:10:32: Das ist eigentlich eine Außendilze von Lima.
00:10:35: Die wurde vor Gerade vor dreißig Jahren aus der Diözese Lime ausgetrennt.
00:10:41: Damals wurde die Diöze Lime eigentlich in vier andere Diözesen geteilt und Josika ist zurzeit die Diözese mit den größten Pfarreien.
00:10:54: zahlenmäßig, also auf einem Pfarrei kommen im Burschnitt circa einundsechzigtausend Katholiken.
00:11:02: in unserer Pfarrei, in der ich gerade jetzt lebe.
00:11:05: Christoliberator heißt, das in Samhander Ruligan schon ziemlich am Rande.
00:11:10: Da haben wir um die zweihunderttausend Katholiken so sagt der Pfarrer, wir haben ja keine offizielle Zahlen mehr irgendwie in Deutschland.
00:11:18: Das heißt, das ist eine Schätzung.
00:11:21: Manchmal spricht er von Achtzigtausend und manchmal von Zweihunderttausenden.
00:11:25: Wir sind zurzeit hier vier Personen für Priester die sozusagen die Seelsorgfeder führen in den Händen haben.
00:11:33: also der Pfarrer leitet das Ganze ich bin auch zugeordnet.
00:11:38: aber wir versuchen eben in dieser Pfarrei, die eigentlich in einem anderen Land auch eine DLC sein könnte.
00:11:45: Die Seelsorge aufrecht zu erhalten mit all den Höhen und Tiefen, die wir dann natürlich hier erleben aber auch mit der inneren Erfüllung wie eigentlich mich gerade prägt dass das ist was ich woanders vielleicht vermissen würde.
00:12:02: Welche Rolle spielt denn die katholische Kirche insgesamt für die Menschen in Peru?
00:12:08: Was sind ihre wichtigsten Aufgaben, ihre wichtigste Themen?
00:12:14: Ich kann mir vorstellen das ist doch bestimmt ganz anders als bei uns in Deutschland.
00:12:18: Also für viele Menschen ist der Kirche mehr als ein Ort des Sonntags Gottesdienstes dass auch das verbindet und es Umschlagplatz sozusagen, also auch zeitlich gesehen.
00:12:33: Gerade in armen Vierteln in ländlichen Regionen ist eben die Kirche einer der wenigen Institutionen, die präsent sind und deshalb ist die Pfarrei ein Ort an dem Menschen nicht nur beten sondern auch Radbegleitung konkreter Hilfe finden.
00:12:51: ich werde oft dann auch zu verschiedenen Angelegenheiten angerufen, es gibt bei uns jetzt auch mal so die innere Bereitschaft eigentlich auch unvermittelt hinzugehen.
00:13:03: Also wir haben hier in San Juan de Ruy Gancho in dieser Pfarreizung natürlich keine Planung.
00:13:09: manchmal weiß ich erst am Freitag was mich sozusagen Gottesdienst mäßig betrifft Aber manchmal weiß ich auch nicht, was die nächste Stunde mir bringt.
00:13:19: Und das kann eben sein, dass sich dann eben die Freude oder mal das Leid des Menschen zu begleiten habe wie gerade ich anfangs auch von diesem Ereignis, von dieser Trauerfeier erzählt
00:13:32: habe.".
00:13:32: Sie hören Radio Horeb ihre christliche Stimme in Deutschland mit dem Magazin Weltkirche aktuell von Kirche in Not.
00:13:41: Die Kirche in Peru ist also, wie wir gehört haben für viele Menschen weit mehr als nur ein Ort für den Sonntagsgottesdienst.
00:13:49: und gleich nach einer kurzen Musik sprechen wir darüber mit welchen ganz konkreten Sorgen und Nöten die Menschen an Farra Tiberio Selish herantreten.
00:14:01: Radio Horeb, Ihre christliche Stimme in Deutschland mit dem Magazin Weltkirche aktuell.
00:14:07: Mein Gesprächspartner heute ist Fahrer Tiberio Selles aus Peru.
00:14:12: Herr Fahrer Sie haben uns gerade schon von Ihren Aufgaben berichtet in der Seelsorge.
00:14:18: jetzt würde mich interessieren Mit welchen Sorgen?
00:14:21: Mit Welchen Nöten die Menschen zu Ihnen kommen?
00:14:25: sind das ganz spezielle Probleme die dort vorherrschen?
00:14:29: Also sind sie jedenfalls die persönlichen Probleme, die natürlich auch in der Gesellschaft verankert sind.
00:14:36: In dem sozialen Gefüge, in dem Sie leben von dem geprägt manchmal eben Arbeitslosigkeit oder ich habe mittlerweile auch solche Personen oder bin ich solchen Personen begegnet?
00:14:48: Die aus den USA vertrieben sind.
00:14:51: wir wissen gerade dort ICE und so weiter.
00:14:56: Ihre Wirksamkeit reicht auch bis nach Peru.
00:14:59: Wir haben auch solche Leute, die zurückgekommen sind oder eben arbeitslose Menschen, die dann ihren Einfamilienmitglied plötzlich verlieren oder Menschen, der versuchen mal ihre Ehe sozusagen in Anführungszeichen in Ordnung zu bringen also Sacramento in Ordnung zu bringen das kürzlich gültig ist oder materielle Notwendigkeiten.
00:15:28: Hier in San Juan de Lurigancho
00:15:30: haben wir auch
00:15:30: ganz unterschiedliche Strukturen, unten ist die Pfarrei einigermaßen ordentlich geordnet.
00:15:36: Wir haben acht Kapellen, die sozusagen als Zentren dafür dienen.
00:15:42: aber die Leute sind oft ganz oben auf dem Berghang in ganz einfachen Hütten und wenn man sie erreichen will dann muss man hin oder oft werden wir auch gerufen Und es gibt dann auch so Netzwerke, also Menschen in der Pfarrei die vernetzt sind und die eben dafür ein Auge haben.
00:16:03: Dafür eine Sensibilität oder eben dafür ausgebildet sind.
00:16:07: Wenn etwas ist, dann uns darauf aufmerksam zu machen um dann versuchen wir auch mit solchen Menschen in Kontakt
00:16:14: zu treten.
00:16:15: Also wenn wir hier in Deutschland die Zeitung aufschlagen und über Lateinamerika etwas lesen, dann lesen wir immer etwas davon das die katholische Kirche abnimmt.
00:16:29: Menschen wandern ab zu freikirchlichen Bewegungen oder gar auch zu Sekten.
00:16:36: Welche Rolle spielt denn der katholische Glaube noch im Glaubensleben der Menschen?
00:16:41: Ist er dennoch stark verwurzelt
00:16:43: Wenn wir die Zahlen schauen, die Statistiken.
00:16:46: Es gibt eben diese Studie, die irgendwann im Februar veröffentlicht wurde soweit ich weiß aus den USA wo eben auch über die Zahlen der Katholiken in Peru unter anderem gesprochen wird.
00:16:58: Der ist zurzeit laut dieser Statistik bei um sechzig Prozent.
00:17:03: jedenfalls erlebe ich die meisten Leute eben als kürzlich interessiert und die haben diese religiöse Sensibilität, auch diejenigen, die vielleicht nicht zu uns gehören.
00:17:18: Manchmal spüre ich schon also wenn ich auf der Straße bin, wenn ich gerade so als Priester erkenntlich bin zumindest dann aber Eigentlich immer sage ich Hallo, guten Tag oder ich begrüße die Leute.
00:17:32: Auch die Unbekannten wenn ich da vorbei gehe und dann spüre ich manchmal auch schon vom Größen was dahinter steht oder versuche ich zumindest ein Gefühl zu haben das macht mich eben sensibel oder spüre Ich schon dass also die Kirche oder das kirchische Personal
00:17:54: beachtet
00:17:55: wird und es spricht eigentlich etwas über die Religiosität der Menschen.
00:18:00: Die Ärztürzöse Freiburg ist bereits seit Jahrzehnten mit Peru verbunden, bitte erzählen Sie uns an wenig über diese Partnerschaft.
00:18:10: was macht sie so besonders?
00:18:13: Die Partnerschaft der Ärzte des Freiburms in der katholischen Kirchen Peru beginnt eigentlich mit dem zweiten vatikanischen Konzil.
00:18:22: Damals ist sie eigentlich als Patenschaft entstanden.
00:18:26: Das heißt, ich würde sagen als Einbahnstraße.
00:18:31: Diese Einbahnstrasse besteht noch immer und besteht daraus dass die Ärzte jetzt diese Freiburg bei der Ausbildung der Priester finanziell tätig ist.
00:18:42: das läuft zurzeit aber wenig hat.
00:18:44: Aber dann hat sich diese Patenschaft entwickelt.
00:18:49: also Kirche auf beiden Seiten, also aus Peru und aus Freiburg hat aufeinander geblickt oder die Gemeinden haben zueinander geblickt.
00:19:00: Um dann ist der Gedanke entstanden wir wollen eigentlich etwas miteinander aufbauen was auf Eigenhöhe ist.
00:19:09: ich würde das zurzeit eigentlich mit diesem Stichwort Synodalität bezeichnen.
00:19:15: Natürlich hieß das damals Partnerschaft.
00:19:18: Partnerschaft, das deutsche Wort kann wir natürlich auseinandernehmen.
00:19:24: jedenfalls bedeutet eine weltkürliche Beziehung auf Augenhöhe.
00:19:30: keiner ist so reich, dass er nichts zu empfangen hätte und keines zu ahnen, das er nicht etwas zu geben hätte.
00:19:38: Das hat damals der peruanische Erzbischof von Kardinal gesagt als Gründungsvater der Partnerschaft zurechnen ist – das ist der Kardinal Landasuri.
00:19:51: Auf dieser Grundlage sind dann auf beiden Seiten Partnerschaften zwischen den Pfarreien entstanden.
00:19:59: Eigentlich hat damals die Herzdecese Freiburg vor vierzig Jahren, nineteenhundertsechsund achtzig.
00:20:05: das Jahr ist wichtig weil wir gerade dieses Jahr vierzig Jahre Partnerschaft feiern Hat eben die Ärzte diese Freiburg in Peru gefragt, ja mit welcher Diözese sollten wir diese Partnerschaft aufbauen?
00:20:19: Und dann hieß es aus Peru.
00:20:21: Ja alle Diözesen aus Peru wollen mit Freibur eine Partnerschaft eingehen und dann hat Freiburt damals auch zugestimmt.
00:20:32: Und so sind dann auf beiden Seiten Partnerschaften zwischen Vereinen entstanden.
00:20:37: Das heißt, eine Pfarreien-Pyro hat eine Partnerschaft mit einer Pfarrei in der Ärztin Süße Freiburg.
00:20:45: In den Jahren als wir die höheren Zahlen hatten, gab es um die zwei Hundert Partnerschafts auf beiden Seite.
00:20:54: Bittlerweile sind einige eingegangen.
00:20:57: Wir haben ungefähr die Hälfte zur Zeit, also um die hundert Partnerschaften auf beiden Seiten, also Erzdiözese Freiburg mit insgesamt ca.
00:21:09: zwanzig Diözesen auf der peruanischen Seite in zweihundert Partnerschaftern.
00:21:15: Und wenn Sie da auf diese Vielzahl an Projekten, an Partnerschaften blicken gibt es da eines das sie vielleicht besonders begeistert hat?
00:21:26: Begeistet mich immer also die Begegnungen und wenn wir spülen dass etwas unter unseren Händen wächst.
00:21:35: Mich hat eigentlich oder mich begeistern eben immer diese Begehnungen.
00:21:40: ich spüre eher da meine Grenzen um die Partnerschaft zu denken oder wenn ich mir Gedanken mache, worin das besteht.
00:21:50: Jede Partnerschaft von diesen zwei Hundert Partnerschaften hat eigentlich eine eigene Gestalt je nachdem wie die Menschen diese Partnerschaft gestalten.
00:22:01: Wir haben da drei Stützen der Partnerschaft als organisatorische Grundlage.
00:22:08: Da haben wir die geistliche Dimension und die Spiritualität dann die Solidarität, die sich dann auch in Zuwendungen abschlägt.
00:22:19: Das heißt meistens wird aus von der deutschen Seite dann ein Projekt oder mehrere Projekte unterstützt und wir haben als wichtigen Stützfall auch die Kommunikation.
00:22:32: Und das macht so die Partnerschaft aus.
00:22:35: aber dass das ist natürlich die Theorie, die dahinter steckt um die der Partnerschaft hat Eingriffsgesicht.
00:22:41: ich habe eher Manchmal diese Momente, wo ich spüre, alles ist ein Tropf auf dem heißen Stein.
00:22:49: Um diese Erfahrung habe ich eigentlich das erste Mal in Kayao gemacht.
00:22:55: Da war ich auch so eigentlich Pfarrer und dann habe ich meine Partnergemeinde besucht.
00:23:02: Dann hieß es dort ja wir haben da die Projekte, die eben aus Deutschland unterstützt werden Und ich habe gespürt, dass die Menschen wirklich sehr solidarisch sind und dass unsere Hilfe eigentlich tropfen ist auf dem heißen Stein.
00:23:19: Das hat mich dann irgendwie ganz mitgenommen und ich wurde dann eher traurig oder ich hab gespürt es ist das Ganze schön aber es bereichert uns wenn wir diese Menschen erleben wie Solidarisch Sie miteinander sind, da können wir uns ein Stück davon abschneiden und wir können nur stolz sein und froh sein wenn wir auch dazu beitragen können dass es wirklich so ist.
00:24:07: gespalten.
00:24:09: Das heißt, ich würde sagen Peru ist eine Autokratie die aus interessenden Gemeinschaften besteht, die sich politisch einander bekämpfen und das spürt man natürlich auch im Alltag.
00:24:22: wir haben jetzt gerade die Wahlen hinter uns den Prozess der Wahlen und gerade Ende dieses Monats haben wir den Nationalfeiertag und die nächste peruanische Präsidentin wird dann eingeführt.
00:24:38: Wir blicken natürlich mit Sorgen, aber auch mit Hoffnung auf diese Zukunft, die eigentlich auch die Vergangenheit ist – die neue Vergangenkeit um das Projekt und auch in der Partnerschaft.
00:24:50: Das sind so meine Sorgen.
00:24:52: Kürblich sind wir auch personell unterbelegt.
00:24:55: da bin ich auch gerne bereit dazu beitragen und ich denke, wir tragen nach der zweiten Stück bei in der Neue Wege suchen.
00:25:06: Wir sind natürlich noch in den Anfängen, aber ich spüre das gerade im Saladiöse Ciosica.
00:25:12: da ist auch unser Bischof von Ciosicca daran sehr interessiert dass wir das miteinander suchen in der Synodalität ein Stück vielleicht auch in der Ökumene, in dem Miteinander.
00:25:24: Ich denke gerade – das hören wir immer – die Kolonialzeit lässt sich im Peru ganz stark noch spüren um diese Reminiscenzen oder die Folgen der Koloniale Zeit präge nach dieser Spaltung der Gesellschaft.
00:25:39: und ich denke, die Kirche spricht von den Reichtum, von den Unterschiedlichkeiten, die eigentlich dann ein Reichtum sind oder sein sollen.
00:25:50: Und ich denke, wenn wir Kirche das in die Hände nehmen – gerade wenn Papster Leons in kurzer Zeit besucht und uns neue Impulse gibt, dass es eine auch Hoffnung gibt.
00:26:04: Ich bin jetzt in der Partnerschaft mit dabei um dich zu sehen.
00:26:08: Die Kirche ist eigentlich ein Stück in Anführungszeichen auf der höheren Ebene, wenn ich in der Partnership mitwirke Um dich sehe die Kirche vor unten, wenn ich in der Seelsorge dabei bin und das ist eine schöne Aufgabe vielleicht ein Stück Sisyphus-Aufgabe.
00:26:26: Ich werde mich nicht übernehmen aber ich möchte da an der Stelle wo ich bin dann auch meinen Beitrag leisten und schauen dass sich vielen Menschen meine Hände selbst gebe und wir miteinander gehen und die Kirche als Fermen der Gesellschaft für die Zukunft weiterbauen.
00:26:46: Das war jetzt fast schon ein schönes Schlusswort, ich will trotzdem nochmal in die nähere Zukunft blicken nämlich auf diesen anstehenden Papstbesuch.
00:26:57: was wird da passieren?
00:26:59: Was erwartet den Papst?
00:27:01: Was erwartet die Welt wenn der Papst seine zweite Heimat sozusagen besucht?
00:27:06: Und glauben Sie, dass das wirklich einen Schub auch geben kann für die örtliche katholische Kirche?
00:27:13: Ich denke schon.
00:27:15: Also es kommt selten vor, dass ein ganzes Land eine Nation sagen kann Wir haben diesen Papst geprägt und wie als Peruaner ich sage jetzt wir... ich bin natürlich jetzt kein Peruan in diesem Sinne als Staatsbürgerschaft aber zwölf, dreizehn Jahre hier in Peru.
00:27:37: Ich denke noch mehr wenn ich an den Papst denke, an Papst Leo.
00:27:43: Ich habe es mal zusammengerechnet der ist vierundvierzig Jahre Priester und zweiundzwanzig Jahre war er in Peru und Zweiundzwanzig Jahre haben hingeprägt.
00:27:55: Ich würde mal so sagen als Amerikaner auch von seiner Bildung her, von seinen Wurzeln her Und denke ich gerade, sein Verstand wurde sicher von dort geprägt.
00:28:07: Woher er kommt aber sein Herz wurde noch mehr vom Peru geprägzt.
00:28:11: Das führe ich auch immer von vielen Seiten und das macht mir Hoffnung.
00:28:17: Wir wissen eigentlich wo der Papst hingehen wird oder dass wir zumindest in den Medien verbreitet Natürlich zuerst in die Städte wo er selbst tätig war Von dem Anfängen seiner Tätigkeit Das heißt meistens im Norden Peruzin oder in Trujillo, gerade in Ciclayo, wo er auch fast zehn Jahre Bischof war.
00:28:38: Das sind die Orte, die er besuchen wird und da haben wir auch Partnerschaften mit diesen Orten stark vernetzt.
00:28:48: Also das ist praktisch dann diese Pyramide von den Papst bis zu uns, die sozusagen an der Basis der Kirche sind Und das macht mir Hoffnung, dass wir das miteinander suchen und in diesem gespalteten Land ein Stück dann mehr miteinander schaffen.
00:29:10: Gerade durch die katholische Kirche, durch den heiligen Geist der uns gegeben ist!
00:29:18: Ja, Herr Farah Selish.
00:29:19: Dann wünschen wir Ihnen gnadenreiche Tage mit Papst Leo!
00:29:24: Ich sage ganz herzlichen Dank für dieses Gespräch und wünsche Ihnen Gottes Segen für Ihr weiteres Wirken in Peru.
00:29:31: Ganz herzliche
00:29:34: Dank!
00:29:41: Das war mein Gespräch mit Fahrer Tiberio Salesh aus dem Bistum Shosika in Peru hier bei Weltkirche aktuell auf Radio Horeb.
00:29:51: Kirchenot steht der Kirche dort, mit zahlreichen Projekten zur Seite von der Priestausbildung bis zur Unterstützung der Seelsorge in weit entlegenen Regionen.
00:30:04: wenn sie sich informieren möchten dann bitte im Internet unter www.
00:30:09: Kirche in Not DE.
00:30:12: Nach einer kurzen Musik bleiben wir in Latein Amerika, dann spreche ich mit Florian Ribka über die Hilfe der Kirche nach dem schweren Erdbeben in Venezuela.
00:30:24: Radio-Horep leben mit Gott.
00:30:26: Sie hören das Magazin Weltkirche aktuell!
00:30:30: Nach dem schwerer Erdbäben in Venezuela ist die Kirche vielerorts zur ersten Anlaufstelle für die Menschen geworden.
00:30:39: Sie verteilt nicht nur Hilfsgüter, sondern spendet auch Trost und Hoffnung.
00:30:45: Kirchenot unterstützt die Ortskirche dabei seit vielen Jahrzehnten – und darüber was jetzt getan werden kann und muss, spreche ich jetzt mit Florian Ribka dem Geschäftsführer von Kirche in Not Deutschland!
00:31:00: Zunächst hören wir aber einen kurzen Eindruck aus dem Erdbebengebiet, die internationale Präsidentin von Kirche in Not.
00:31:09: Regina Lynch hat Venezuela besucht.
00:31:13: Wir trafen uns das Fall sehr momentan bewegend.
00:31:17: Die Diessousanne-Klinik – wir waren da und haben heute zum ersten Mal wieder geöffnet.
00:31:23: Sie arbeiten für vierundzwanzig Stunden und viele von den Mitarbeitern dort.
00:31:28: Wir haben ja Häuser verloren oder Familienmitglieden.
00:31:31: Zwei Erste sind gestorben und zwei andere Mitarbeiter.
00:31:35: Und der Bishop Pablo war mit uns, hat mit denen gebetet... ...und auch einen Segen gegeben.
00:31:44: Es ist sehr schwierig für die Menschen.
00:31:47: Es is enorm!
00:31:48: Es ist enorm was hier zu tun ist.
00:31:51: Die Menschen werden lange Zeit in Selte leben müssen.
00:31:55: Viele haben keine Arbeit.
00:31:57: Wie wird das weitergehen?
00:31:58: Das weiß man nicht.
00:31:59: Aber die Kirche gibt den Menschen Hoffnung, die Bischöfe sind den Menschen, stehen sie sehr nahe, die Priester und die Schwestern auch.
00:32:06: Und ich glaube, dass ist schon eine große Quelle von Hoffnung.
00:32:10: Danke!
00:32:12: Soweit Regina Lynch und damit erstmal Hallo und guten Morgen Herr Rübka.
00:32:17: Hallo herrne Gewöhnler.
00:32:18: Herr Riebker Frau Lynch hat gerade geschildert wie Priester- und Ordensleute den Menschen Beistehen, nun ist es ja so.
00:32:26: ein zerstörtes Haus kann man wieder aufbauen.
00:32:30: Aber wie hilft die Kirche einem Menschen dessen innere Welt gerade zusammengebrochen ist?
00:32:37: Ja also die nochmal auch vielleicht um das zu bestätigen was die Regina gesagt hat.
00:32:41: Also die Bilder die uns da erreichen.
00:32:43: wir bekommen täglich viele, viele Bilder auch von unseren Kollegen die gerade in Venezuela unterwegs sind.
00:32:49: Auch mitgeschickt.
00:32:50: also das ist wirklich enorm.
00:32:52: es sieht aus als ob da ein jahrzehntelanger Krieg geherrscht hätte.
00:32:56: Es liegen drüben auf dem Boden.
00:32:58: wir sehen aber auch Bilder wo unsere Projektverantwortlichen und auch die Vigina umarmt werden und die Bischöfe und die Leute auch trösten denn deren äußere und innere Welt zusammengebrochen.
00:33:09: Klar, die Kirche hilft nicht nur materiell aber auch, aber eben ganz besonders vor allem wenn sich dann der Staub buchstäblich gelegt hat, geistlich und auch menschlich!
00:33:20: Also Priester und Ordensleute sind dazu da.
00:33:23: Und sie tun das auch, um Trauernde und Traumatisierte zu begleiten.
00:33:27: Gottesdienste sind wichtig!
00:33:28: Gebet, Sakramente weil Sie einfach Halt- und Hoffnung geben.
00:33:32: Und dass nicht auf eine Art und Weise wie wir es vielleicht manchmal Sonntags bei uns in der Messe eher langweilig oder trocken erleben sondern da wird eine ganz tiefe Not die jetzt wirklich offen gelegt ist.
00:33:46: ich meine die Menschen in Venezuela Leiden schon länger unter wirtschaftlichen Missständen.
00:33:51: Anfang des Jahres gab es da große politische Unruhen.
00:33:54: Wir erinnern uns auch an die Aktionen der USA, also die Not, die dort herrscht wird aufgefangen durch die Arbeiterkirche und nicht durch leere Worte sondern durch die Sakramente, durch das Gebet und das gibt tatsächlich Halt und Hoffnung.
00:34:10: Die Seelsorge hilft den Menschen natürlich auch das Erlebte zu verarbeiten und jetzt nicht nur zu verarbeiten, sondern ihnen auch einen Sinn zu geben.
00:34:17: Und es ist das Besondere in unserem Glauben.
00:34:19: Bei uns ist es hier manchmal ein bisschen graue Theorie aber in so Ländern wie Venezuela dort sehen wir dass die Menschen dieses Leid, das sie erfahren, sie verlieren alles!
00:34:28: Sie haben keine Rücklagen man stelle sich nochmal kurz in diese Situation hinein und finden doch Hoffnung.
00:34:34: Das geht nicht ohne Gott, das geht nicht ohne die Sakramente und das ist die Aufgabe der Kirche.
00:34:39: Und wir müssen die Leute – die Priesterordensleute aber auch die Laien, die sich einsetzen unbedingt befähigen diesen Dienst weiter zu
00:34:45: tun.".
00:34:46: In einer Katastrophe muss die Hilfe schnell erfolgen und sie muss auch zielgerichtet ankommen.
00:34:54: Welche Vorteile hat Kirche nun dadurch, dass Sie die Ortskirche und auch die Verantwortlichen teilweise seit Jahrzehnten kennen?
00:35:03: Ja, wir kennen sie seit Jahrzehnten und mit die Bische und auch die Leute in den Diözösen.
00:35:08: Und diese direkten Kontakte ermöglichen einfach schnelle Entscheidungen!
00:35:12: Die Hilfe erreicht die Menschen schneller, ohne Umwege und wir wissen ja auch nicht wirklich was alles passiert.
00:35:18: Das ist ja Chaos dort!
00:35:19: Die Ortskirche kennt die dringendsten Bedürfnisse vor Ort.
00:35:23: natürlich bringt es eine enorme Transparenz und Vertrauen in die Projektabwicklung.
00:35:27: Die Unterstützung kann unmittelbar nach einer Katastrophe beginnen und da möchte ich jetzt auch noch mal den Wohltäterinnen und Wohltätern von Kirchen nur danken denn wir unterstützen ja nicht nur wenn's brennt sondern auch schon im Vorfeld wenn die Priester ausgebildet werden müssen Ordensleute in ihrer Existenz gesichert werden müssen.
00:35:44: Das hat es auch schon bei der Ukraine gegeben, das hat's jetzt auch schon im Nahen Osten gegeben.
00:35:48: Das heißt unsere Hilfe baut auf Beziehungen auf und das ist ganz wichtig!
00:35:53: Das sind nicht irgendwelche Leute die im gleichen Klub der Kirche arbeiten sondern da sind tatsächlich die Freunde von Kirche in Not Die Bischöfe teilweise auch die Priester weil unsere Hauptansprechpartner sind Bische für Ordensobere Und auch der Nuncios den wir auch sehr gut kennen und das is noch mal was ganz besonderes von Kirchen in Not bringt.
00:36:11: auch die Beziehung, ich hätte sogar gesagt, die Liebe mit hinein und das ist ein familiärer Ablauf.
00:36:17: Da geht es sehr schnell von der ersten Hilfe aber auch bis hin zur Abrechnung, die natürlich auch trotz aller Nähe stimmen muss und auch da gehts ganz schnell weil auch das Vertrauen auf beiden Seiten da ist.
00:36:31: Erribger, wechseln wir das Thema zu etwas eher erfreulichem Kirchenot finanziert in diesem Sommer wie auch schon seit einigen Jahren mehr als vierhundert Sommercamps für über dreißigtausend Kinder und Jugendliche.
00:36:49: Warum gehören solche Ferienfreizeiten überhaupt zum Auftrag eines katholischen Hilfswerks?
00:36:56: Nun, es geht dort um Kinder und es geht vor allem um Kinder in Krisengebieten.
00:37:00: Diese Sommerkämpfe sind ja nicht im Sauerland oder irgendwo in ruhigen Gebieten sondern sie finden statt in der Ukraine, im heiligen Land, stellenweise auch im Libanon.
00:37:10: Es geht einfach darum dass sich die Kirche um den ganzen Menschen kümmert.
00:37:14: Es geht darum, dass die Kinder einmal das Erlebnis von Sicherheit, Gemeinschaft und vor allem Normalität haben.
00:37:21: Wir, die wir schon ein bisschen älter sind wissen natürlich, dass auf einen Krieg oder auf einen Konflikt auch wieder Frieden kommen kann.
00:37:28: mit hoher Wahrscheinlichkeit aber viele dieser Kinder denken wir an die Ukraine, denken wir ans Heilige Land, denken mir vor allem auch an Syrien.
00:37:36: Dort herrscht das ganze Leben der kinderlangen Krieg.
00:37:39: Die kennt nichts anderes.
00:37:41: Ich erinnere mich noch gut an Aussagen eines Priesters aus Syrien, der gesagt hat.
00:37:44: Der einzige Ort, an dem Kinder in ihrer Stadt – ich meine es war Aleppo – spielen können, war der Innenhof des Klosters und sonst war alles immer lebensgefährlich!
00:37:55: Was macht das mit diesen Kindern?
00:37:56: Was macht's mit den Erwachsenen die aus diesen Kindern
00:37:59: werden?!
00:38:00: Also ich denke zumindest in der Freizeit bisschen rausfahren in Gebiete wo nicht gekämpft wird, wo keine Raketen fliegen, wo nicht auch ständig... Angst herrscht.
00:38:10: Dort den Kindern mit Gottesdiensten, Mitspielen, Mitfreundschaften, Mitlagerfeuer wie man sich's halt vorstellt einfach etwas Normalität zu gönnen ist es etwas Außenordentliches und ich hoffe dass es ganz viel Heil auch bringt und ganz viel Kontakt der Kinder zu Gott denn wenn sie brauchen um all das Erlebte zu verarbeiten.
00:38:31: Nun könnte man ja sagen, dass solch eine Ferienfreizeit nur ein kurzzeitiger Ausbruch aus einem grauen und manchmal auch dunklen Alltag ist.
00:38:43: Ist das so oder bedeutet, dass den Kindern mehr gibt in dieser Zeit auch etwas für ihr Glaubensleben?
00:38:51: Oder vielleicht sogar für ihr ganzes Leben?
00:38:54: Natürlich kehren die Kinder wieder zurück in ihren Alltag der geprägt ist von Leidt, von Gewalt, von Angst.
00:39:01: aber es ist dann noch keine Eintagsfliege denn Hoffnung gibt es ja vor allem dann, wenn man jetzt nicht unbedingt die Besserung, die langfristige, endgültige Besserungen vor Augen hat.
00:39:11: Aber die Kinder haben schon zumindest einmal erlebt dass es etwas Schönes gibt im Leben das sich wiederholen kann Das für andere Kinder bei uns vielleicht in Deutschland Mit Sicherheit nicht überall, aber doch vielleicht eher Normalität ist.
00:39:25: Dass man sich mit Freunden trifft, dass man spielen gehen kann und sich auch über geistige Dinge unterhalten kann.
00:39:32: Also ich denke es bringt sehr viel.
00:39:35: Wir haben auch schon wirklich Lebenszeugnisse gehört Auch von den Priestern, den Ordensleuten die das begleiten.
00:39:41: Ein Kind ist ja unglaublich Wenn man dann sieht, dass trotz alten Leides gelacht werden kann.
00:39:47: Also natürlich sind die seelischen Wunden da, aber eben auch die Freude.
00:39:51: Das heißt das Böse hat es nicht geschafft dieses Kind komplett zu zerstören.
00:39:57: Es ist immer noch das Potenzial für Freude da und je öfter das rauskommt davon bin ich überzeugt bei diesen Camps eben desto besser ist es auch für die Zukunft weil das Kind eben auch erfährt dass es auch etwas anderes gibt, dass diese Misere in der er im Moment leben muss endlich sein kann.
00:40:13: und nicht alles ist auf der Welt.
00:40:14: Natürlich sind es nur Tropfen auf den heißen Stein, aber in dem Moment für dieses Kind ist es ein enormer Unterschied und deswegen machen wir weiter.
00:40:24: Herr Ribka vielen Dank für diese Einblicke in zwei aktuelle und auch besonders wichtige Projekte von Kirche in Not!
00:40:33: Ich danke Ihnen, Herrn Gewöhnler, ich wünsche Ihnen allen ein gesegendes Wochenende an einen gesegneten Sonntag.
00:40:39: Das war Weltkirche aktuell bei Radio Horeb und Radiomaria.
00:40:44: Wenn Sie sich über die Lage in Venezuela und viele weitere Entwicklungen in der Weltkirsche informieren möchten, besuchen sie uns im Internet unter www.kirchenot.de.
00:40:57: Diese Sendung können Sie außerdem jederzeit dem Podcastbereich von Radio Horab nachhören unter www-horab.org.
00:41:06: Vielen Dank fürs Zuhören!
00:41:08: Gottes Segen und auf Wiederhören!
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