Maria: Mutter Jesu – Mutter aller Christen?; Krisenherde Ukraine und Irak
Shownotes
Die Themen:
- Maria: Mutter Jesu – Mutter aller Christen? Mit Prof. DDr. Ralpf Weimann, Dogmatiker aus Rom
- Krisenherde Ukraine und Irak. Tobias Lehner, KIRCHE IN NOT Deutschland
Erstausstrahlung: 17. Mai 2026; © KIRCHE IN NOT
Maria verbindet Christen weltweit. Ob in Afrika, Asien, Lateinamerika oder Europa – überall wenden sich Gläubige vertrauensvoll an die Mutter Jesu und pilgern zu Marienheiligtümern. Gerade in Krisenzeiten spielt die Marienverehrung für viele Christen eine besondere Rolle. Doch warum ist Maria bis heute so wichtig für den Glauben der Kirche? Darüber spricht der Dogmatiker Prof. Dr. Ralph Weimann aus Rom. Für ihn ist Mariologie keine Randerscheinung der Frömmigkeit, sondern ein Schlüssel zum Verständnis des christlichen Glaubens.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Radio Horepel, Leben mit Gott!
00:00:02: Willkommen zu einer neuen Ausgabe von Weltkirche Aktuell im Marienmonat Mai.
00:00:09: Am Mikrofon im Studio von Kirchenot begrüßt sie Volker Nigewöner.
00:00:14: Maria verbindet Christen auf der ganzen Welt – ob in Afrika, Asien, Lateinamerika oder Europa.
00:00:24: Überall wenden sich Menschen vertrauensvoll an die Mutter Jesu, an die Gottesmutter.
00:00:30: Pilgern zu Marienheiligtümern und entdecken in ihr eine Begleiterin im Glauben!
00:00:37: Gerade in Krisenzeiten – und dort wo Christen bedrängt werden – spielt die Marienverährung oft eine besondere Rolle.
00:00:46: Doch warum ist Maria bis heute für so viele gläubige weltweit wichtig?
00:00:52: Und was sagt die Kirche eigentlich über ihre Rolle im Glauben?
00:00:57: Darüber habe ich gesprochen mit dem Dogmatiker Prof.
00:01:01: Ralf Weimar aus Rom, der Theologe und Priester hat die Bedeutung einer Marianischen Perspektive für das gesamte kirchliche Glaubensbekenntnis herausgearbeitet.
00:01:14: Er argumentiert, dass Mariologie keine Randerscheinung der Främigkeit ist sondern eine grundlegende Voraussetzung für eine seriöse Theologie.
00:01:28: Herzlich willkommen!
00:01:29: Grüß Gott.
00:01:30: ich freue mich dieses Thema mit Ihnen behandeln zu können.
00:01:32: Ja Herr Professor Weimann Sie kennen das.
00:01:35: wenn man Katholiken manchmal, aber natürlich vor allen Dingen mit protestantischen Christen über Maria spricht.
00:01:44: Dann haben viele sofort das Bild von Rosenkranzbetern im Kopf von etwas altbackenden Frömmigkeitsformen.
00:01:56: Ist das so?
00:01:57: Ist das eine altbackene Frömigkeit?
00:02:00: Es ist oft insofern ein Licht gerückt worden – in Wirklichkeit fällt es sich aber genau umgekehrt!
00:02:06: Denn der Gottesmutter Maria, wie wir sie hier auch bezeichnen, kommt eine besondere Aufgabe zu.
00:02:12: Sie ist nämlich sozusagen Urbild für die Kirche und sie ist diejenige in der letzten Zeit – das geht auf die Offenbarung des Johannes zurück im zwölften Kapitel beispielsweise – eine ganz besondere Aufgabe zukommen.
00:02:25: Nämlich die Aufgabe uns beizustehen mit ihrer Fürsprache, mit ihrem mütterlichen Schutz und den Gnaden, die sie bei Gott erflehen wird.
00:02:36: Von daher ist gerade die Zeit, in der wir jetzt leben eine Zeit ,in der diese Frömmigkeitsformen erneuert werden oder werden sollten und wo das Verständnis dessen geschärft wird worum es nämlich hier geht um die Person und dass Geschöpf das am vollendetsten ist aber immer ein Geschöpfe ist und auf dem Weg zu Gott mit Gott gegangen ist und uns ein Beispiel hinterlassen hat was für uns bis heute maßgeblich ist und was uns als Ansporn helfen soll den Weg selber zu gehen.
00:03:06: Ein maßgebliches Beispiel, Sie wird ja auch deshalb Urbild des Glaubens genannt.
00:03:13: da sagen wir wiederum viele Christen naja das war so ein bisschen eine Ja-Sagerei.
00:03:19: wie wollen sie denn den Glauben Marias in einer Zeit plausibel machen, wo viele doch so viel über Selbstbestimmung reden und wo Maria für viele gar kein Vorbild sein kann.
00:03:35: Nun, Maria wird heute in der Tat sehr oft missverstanden, fehlgedeutet manchmal sogar ideologisch gedeutet.
00:03:42: Wofür steht Maria?
00:03:43: Das wird sehr deutlich mit einem Blick auf die heilige Schrift vor allem auf das Lukas Evangelium.
00:03:48: von Maria wird gesagt dass sie voll der Gnade ist Das heißt, sie ist von Gott unendlich reich beschenkt.
00:03:59: Gott hat ihnen etwas hineingelegt um Sie zu einer Vollendung zu führen die keinem anderen Geschöpf zukommt.
00:04:05: Nun das könnte jetzt uns dazu veranlassen anzunehmen ja wenn sie so perfekt ist da muss ich es auch darstellen dann muss sich zeigen.
00:04:12: und dann sagt Maria von sich im Magnifikat nur zehn Verse weiter in Lukas Evangelium im ersten Kapitel Vers sagt sie dann, ich bin die Mark des Herrn.
00:04:23: Eigentlich wäre es sich, wenn die Sklaven des Herrn richtig übersetzt aus dem griechischen Mir geschehen nach deinem Wort.
00:04:29: und da zeigt sich was eigentlich Christsein bedeutet in Maria.
00:04:32: und deswegen ist Maria so wichtig.
00:04:34: Es zeigt sich wie folgt Dann ist man wirklich Christ, wenn man das göttliche In sich aufnimmt, dann werden Die Niedrigen erhöht Und die Hohen erniedrigt Weil es sich nämlich hier so verhält, dass nur derjenige Gott aufnehmen kann, der niedrig ist und bedürftig ist diese Gnade aufzunehmen.
00:04:51: Und dafür steht Maria Sie sozusagen das Urbild für uns Christen was es bedeutet Christ zu sein.
00:04:56: Wenn wir die Gnaden die Gottern schenken würde Aufnehmen würden uns dann würden wir ganz anders aufleben.
00:05:01: Aber es tun wir oft umgekehrt.
00:05:03: Wir stellen unsere eigenen Qualitäten groß da wie glauben wir sind wer?
00:05:07: Das Göttliche wird dann immer kleiner in uns.
00:05:10: Und wir brauchen gerade heute wieder eine Marianische Spiritualität, die uns erkennen lässt, dass das große im Leben und über dieses Leben hinaus nur von Gott kommt.
00:05:21: Dafür steht alles Maria!
00:05:22: Deswegen hat Maria uns hier sehr viel zu sagen auch über die Art und Weise wie wir denn Christ sein sollen und was einen Christen fundamental ausmacht.
00:05:32: Und die Marienverährung ist sehr alt, das sollte man vielleicht auch erwähnen.
00:05:38: Sie wird ja unter anderem schon auf dem Konzil von Ephesus als Gottesgebärerin bezeichnet.
00:05:45: Warum ist dieser Titel so zentral, so wichtig?
00:05:49: Nun, die Verährungen der Gottesmutter geht, wenn man sowohl schon auf die Heilige Schrift zurück.
00:05:54: Also unter dem Kreuz hat Jesus sie uns als Mutter gegeben.
00:05:58: dem Apostel Johannes ging über.
00:06:00: In der Apostelgeschichte wird deutlich, dass sie im Obergemach mit den Jüngern betete und auf diesen Heiligen Geist, sag ich mal wartete.
00:06:08: Das heißt hier merkte man schon die Verehrung auch der Jünger.
00:06:10: deswegen hat man das auch erwähnt.
00:06:12: aber was Sie richtig sagen, vierhundertdreißig gab es das Konzil von Ephesus und dort wurde dann Maria als Gottes Gebärerin definiert also als dieser Titel.
00:06:22: Und diese Titel ist insofern wichtig weil alles was über Maria gesagt wird wird letztendlich über Jesus Christus gesagt.
00:06:30: Denn sie zeigt in allem, was sie ist auf ihn!
00:06:33: Sie führt nicht zu sich selbst – sie ist keine vierte Göttin, da braucht man keine Angst haben in der Halligsten Dreifaltigkeit oder sonst was, sondern sie ist ein Geschöpf.
00:06:40: Aber das Auserlesenste des bedeutendste Geschöpfs ist vollendetste und in diesem Titel Gottesgebärren wurde dann festgemacht, bis Jesus Christus warer Mensch und wahrer Gottes.
00:06:52: Denn in diesem Marianischen Titel spiegeln sich die beiden Naturen Jesu Christi wieder.
00:06:56: Er ist Mensch geworden als wahrer Mensch ein wahrer Gott.
00:07:00: In diesen zwei Naturen der einen göttlichen Person des Sohnes und Maria hat ihn geboren und es damit zu Gottes Gebärerin Theotokos geworden.
00:07:09: Und das ist etwas was im Konzil von Ephesus erklärt wurde, definiert wurde auch als Dogma dann definiert weiter begleiten sollte.
00:07:19: Denn dadurch wird nochmal deutlich, dass Maria eine besondere Position zukommt – eine besonde Rolle im Heilsplan Gottes.
00:07:26: aber dieser besondere Rolle basiert nicht primär auf ihren eigenen Verdiensten die unendlich groß sind sondern auf der Gnade Gottes, die ihr zuteiligt und die ihr vorangeht und auch ihrem Jahr immer vorangegangen ist.
00:07:40: Maria wird ferner als Mutter der Kirche verehrt.
00:07:45: Was bedeutet das konkret?
00:07:47: Wie muss man ihre Mutterrolle in Bezug auf die Kirche
00:07:51: verstehen?".
00:07:52: Schon der Heilige Ambrosius hat diesen Titel geprägt, der im zweiten Vatikanischen Konzil dann vom Papst Paul dem Sechsten offiziell eingeführt wurde.
00:08:01: Aber ein Titel, der schon auf die frühe Zeit zurückgeht.
00:08:04: Nun, Maria als Mutter bedeutet dass sie diejenige ist, die uns geistlich gesehen auf unserem Weg begleiten möchte.
00:08:12: Jeder weiß was eine gute Mutter ist?
00:08:14: Eine gute Mutter is unersetzlig nicht nur für Kinder und kleine Kinder auch für größere Kinder.
00:08:19: Eine gute Mutters unersetzlich!
00:08:21: Sie wird einen auf den Weg begleiten mit ihrer Nähe, mit ihrer Liebe und ihrem Vertrauen aber auch mit Wegweisungen.
00:08:27: Und sie wird auch betend einen begleiten auf dem Weg.
00:08:31: Nun für all das und viel mehr steht Maria.
00:08:34: Gerade nach heutigen Zeit wo viele Menschen so älterlos geworden sind ist es ein sehr... sage ich mal hoffnungsvolles Bild auch, was uns auch wieder neu zu einer Marianischen Frömigkeit führen kann.
00:08:45: Eine gesunde Frömlichkeit, dass man Maria wirklich als Mutter annimmt die einen auf dem Weg zu Gott führen möchte.
00:08:51: und das ist ja was eine gute Mutter tut.
00:08:53: sie führt ja das Kind auf den möglichst besten Weg.
00:08:56: nun Maria kann nicht anders als uns nur zu einem zu führen nämlich zu ihrem Sohn und von deswegen lohnt es sich Maria als Mutter im eigenen Leben anzunehmen und sich auch bewusst zu werben die Mutter der Kirche ist und dass die Kirche diese mütterliche Dimension hat.
00:09:12: Wenn das manchmal fehlt beim Bodenpersonal, dann lohnt es sich gerade darauf zu schauen und zu wissen da ist auch unsere himmlische Mutter.
00:09:19: sie möchte uns unter ihrem Schutzmantel nehmen uns behüten und uns führen.
00:09:24: Gerade die Gottesmutter ist ja im ökumenischen Dialog immer mal wieder so ein Zankapfel oder ein sensibles Thema.
00:09:34: Wie kann man denn auch Christen anderer Denominationen klarmachen, dass Maria die Mutter aller Christen allerglaubend ist?
00:09:46: Nun wer Jesus als Gott annimmt – als Christus der Er ist, der kommt nicht drum herum auch die anzunehmen durch die er Mensch geworden ist, nämlich seine Mutter.
00:09:59: Und da sieht man schon hier, dass man den Blick nur richtig zentrieren muss.
00:10:04: Das heißt Maria führt uns nicht weg von Jesus Christus sondern hin zu ihm.
00:10:12: jemand, der uns auf dem Weg unterstützen möchte und das neu in den Mittelpunkt zurück aus einer christologischen Perspektive also von Christus her Maria zu betrachten.
00:10:21: Das könnt auch als Brücke dienen um andere Menschen zusammenzuführen dann wird jeder Mensch doch merken wir brauchen doch eine Mutter eine geistige Mutter Wir brauchen doch jemanden Der uns zur Seite gestellt wird.
00:10:31: und so wie ihr zu Gott Vater sagen dürfen Vater unser der du bist im himmel.
00:10:36: So es ist doch wunderbar zu wissen dass wir zugleich noch eine mutter haben die im Himmel ist, die sich um jedes Einzelne ihrer Kinder kümmert, der wir nicht gleichgültig sind und die nichts mehr möchte als uns zu ihm oder zu Gott zu führen.
00:10:50: Und von daher zeigt sich hier schon dass es eine wirkliche Brückenfunktion gegeben ist um auch eine Brücke zu bauen.
00:10:56: zur anderen Denomination
00:10:58: Es wird ja oft gesagt Maria quasi auch ein Synonym für die Kirche sei, also dass die Kircher an sich Marianisch sei.
00:11:12: Wie ist das richtig zu verstehen?
00:11:14: Nun, Maria steht für das Empfangene.
00:11:18: Sie ist nicht die das männliche Prinzip verkörpert Das heißt ich mache es selber Ich verändere!
00:11:22: Ich muss jetzt reformieren!
00:11:24: Ich muß' das machen.
00:11:25: So und Maria zeigt ganz im Gegenteil ganz, dass alles Große Wir uns nur schenken lassen können.
00:11:30: Und das ist etwas, was uns in der heutigen Zeit so sehr fehlt.
00:11:33: Wir sind gewohnt Dinge selber zu machen.
00:11:35: Das maskuline Prinzip steht im Vordergrund aber in der Kirche.
00:11:37: deswegen wird die Kirche auch als Frau immer dargestellt und deswegen auch als Maria es als Symbol-Urbild der Kirchen auch zu bezeichnen weil Maria sich ganz von Christus her empfängt.
00:11:47: Sie ist ganz voll der Gnade, sie ist ganz mit ihm gefüllt und tritt dann selber ganz zurück indem sie sagt ich bin nur die Magdessern Mir geschehe nach seinem Wort Und das drückt, dass aus, was jetzt endlich Christsein ausmacht und warum sie auch das Urbild für die Kirche ist.
00:12:03: Denn die Kirsche empfängt alle Gnade nicht von uns, von uns Menschen sondern die Kirchen empfängt alle Gnaden vom Gott!
00:12:09: Und diese Gnaden gibt Sie weiter an die Menschen in den Sakramenten, Sakramentalen und vielen anderen Dingen.
00:12:14: Von daher ist es sehr wichtig, diese Marianische Perspektive wieder neu zu entdecken und sie dann auch den Gläubigen bekanntzumachen.
00:12:22: Ich glaube, es wird vielen Menschen helfen Polemiken und Streitereien auch überwinden helfen.
00:12:28: Noch ein letzter Titel, Maria wird immer wieder die neue Eva genannt.
00:12:34: Was ist darunter zu verstehen?
00:12:36: Nun, Maria steht für die Neuschöpfung.
00:12:40: Eva als Beginn der Lebenden ist diejenige gewesen, die durch die Sünde sich von Gott getrennt hat, die heilig machende Gnade verloren hat.
00:12:51: nun Maria ist diejenige, die von Anfang an ganz geheiligt ist sozusagen als Vorausbild für den Himmel.
00:12:56: Für das was uns im Himmel erwartet, für die wir den Weg des Glaubens gehen.
00:13:00: und deswegen ist Maria die neue Eva Die Neuschöpfung von der auch in der Offenbarung des Johannes bereits die Rede ist.
00:13:07: wenigstens haben die Kirchenväter es in die Richtung gedeutet dass Maria für diesen neuen Anfang steht und dafür sollen auch wir stehen in der Glaube, bedeutet einzutreten die Neuheit, die Jesus Christus ist.
00:13:18: Und Maria hat das bereits in sich.
00:13:19: verwirklichen Sie es uns damit zuversicht und Hoffnung weil sie den Weg bereits gegangen ist aber zugleich ist sie uns auch Fürsprecherin im Himmel denn sie möchte mit ihrer Fürsprache uns helfen dass auch wir diesen Weg gehen.
00:13:31: von daher ist es wichtig Maria auch an den Fräumigkeitsformen anzurufen und sie zu bitten dass sie uns mit Ihrer Fürsprach zur Seite steht.
00:13:40: Vielen Dank, Herr Prof.
00:13:41: Weimann für diese Einblicke in ein sehr wichtiges aber auch sehr schönes Thema.
00:13:47: Gerne!
00:13:47: Denn über Maria zu sprechen lohnt sich immer.
00:13:49: sie ist wirklich unsere Mutter.
00:13:52: Das war Professor Ralf Weimahn aus Rom mit seinen Gedanken zur Bedeutung Mariens Für den Glauben und für die Kirche weltweit.
00:14:02: Dazu noch einen Hinweis ist Mitorganisator und einer der Referenten beim Forum Papst Benedict XVI Anfang Juli in Altötting.
00:14:15: Unter dem Leitwort Heilung durchglauben, geht es dort um zentrale Fragen christlicher Spiritualität und Theologie mit Vorträgen Gottesdiensten und geistlichen Impulsen.
00:14:30: Mit dabei sind übrigens auch Pater Anton Lesser, der Internationale kirchliche Assistent und Kurt Kardinal Koch.
00:14:40: Der Präsident von Kirche in Not International.
00:14:44: Also wir sehen Maria verbindet Christen weltweit über Kulturen Sprachen und Kontinente hinweg.
00:14:53: Und gerade dieser Blick auf die Weltkirche führt uns jetzt zu zwei Regionen, in denen Christen nach wie vor besonders unter Krieg und Unsicherheit leiden.
00:15:04: In die Ukraine und in den Irak
00:15:07: –
00:15:07: darüber spreche ich gleich mit Tobias Lena aus der Presseabteilung von Kirche in Not hier bei Radio Horeb.
00:15:16: Radio HOREB leben mit Gott!
00:15:18: Sie hören das Magazin Weltkirsche aktuell.
00:15:21: Wir sprechen jetzt über zwei Länder, die ein wenig aus dem Blick geraten sind – die Ukraine und den Irak.
00:15:28: Und auch wenn sie nicht mehr täglich im Zentrum der Berichterstattung stehen, bleiben es Krisenregionen in denen Menschen seit Jahren mit Krieg Angst-und Unsicherheit leben.
00:15:41: Und eines fällt auf ….
00:15:43: In beiden Ländern spielt die Kirche für viele Menschen eine entscheidende Rolle.
00:15:49: Darüber spreche ich jetzt mit Tobias Lena aus der Presseabteilung von Kirche in Not in München.
00:15:56: Hallo Tobias, grüß dich!
00:15:58: Hallo Volker, grüss dich!
00:16:00: Tobias sprechen wir zunächst über die Ukraine.
00:16:03: Kirche Innot hat vor kurzem eine Videokonferenz mit dem apostolischen Nunzius nämlich Erzbischof Wiswaldas Kulbolkas organisiert Und dabei sprach er offen von einer wachsenden Erschöpfung der Bevölkerung.
00:16:21: Was bedeutet das konkret?
00:16:24: Man muss sich das mal klarmachen, über vier Jahre Krieg in der Ukraine Ausnahmezustand.
00:16:32: Der Nunzius hat sehr eindrücklich beschrieben, wie tief sich der Krieg inzwischen in den Alltag und die Seelen der Menschen eingegraben haben.
00:16:40: Viele Menschen schlafen schlecht weil es nachts ständig Drohnenalarm gibt.
00:16:44: Familien leben mit der dauernden Angst um Angehörige an der Front.
00:16:48: Kinder, wir haben das ja in den Medien verfolgen können auch in den letzten Wochen, werden verschleppt.
00:16:54: sie wachsen auf unter seräne Explosionen.
00:16:58: Ganze Städte haben sich verändert, weil Millionen Menschen vertrieben worden sind oder geflohen sind.
00:17:03: Aber diese Erschöpfung gilt nicht nur körperlich und wirtschaftlich.
00:17:07: Sie ist auch emotional – und sie ist auch geistlich!
00:17:11: Die Menschen fragen sich, wie lange halten wir das noch durch?
00:17:14: Wo ist Gott?
00:17:15: Was passiert mit unserem Land?
00:17:18: sind wir ganz vergessen.
00:17:19: Wir hören von unseren Projektpartnern in der Ukraine jetzt vor allem in dieser Situation oft die Worte bitte bitte vergisst uns nicht.
00:17:28: darum weisen wir diesen Wochen wieder ganz besonders auf den Menschen in der ukraine hin und wollen ihnen Sie wollen nicht lachlassen ihnen beizustehen, weil sie gerade jetzt diese Hilfe brauchen.
00:17:41: Die gilt auch in einer geistlichen pastoralen Hilfe.
00:17:46: die Menschen brauchen alles was sie bekommen können um diese schwierige Situation durchzuhalten.
00:17:52: man muss sich vor Augen halten selbst wenn es Verhandlungen geben sollte.
00:17:56: wir hören ja in letzter Zeit diese Angebote wieder aus Moskau.
00:18:00: Wir wissen nicht wie ernst sie gemeint sind Aber selbst wenn mal die Waffen schweigen sollten, sind ja die Wunden der Seele.
00:18:08: Die Wunden in den Herzen der Menschen einfach noch da und werden weiterhin Hilfe und Unterstützung
00:18:14: brauchen.".
00:18:15: Also ein Leben im Ausnahmezustand für viele Menschen.
00:18:20: Und das hat der Erzbischof der Nunzius auch gesagt, Gottesdienste finden in Luftschutzkellen statt und der Unterricht für die Kinder in Bunkern – das muss man sich ja vor Augen halten.
00:18:32: Gleichzeitig hat er Nunziuss aber auch gesagt gerade in Frontnähe wachse die Sehnsucht nach Gott!
00:18:40: Wie erklärst du dir das?
00:18:45: Eindrücklich formuliert, vielleicht erst mal wenn man so zuhört etwas überraschend er sagt.
00:18:50: Die Suche nach Gott nimmt dramatisch zu je näher man an die Front kommt.
00:18:56: das ist schon eine bemerkenswerte Beobachtung.
00:18:59: Menschen sind täglich mit Tod Angst, Verlust konfrontiert und stellen sich deshalb existenzielle Fragen noch unmittelbarer.
00:19:06: Was trägt mich?
00:19:06: Wo?
00:19:07: es gibt meinem Lebenssinn?
00:19:08: Worauf kann ich noch
00:19:09: hoffen?".
00:19:10: Und viele Priester berichten dass Soldaten oder junge Menschen die vorher kaum in Berührung gekommen sind mit dem Glauben plötzlich das Gespräch suchen sie beten, die Sakramente empfangen.
00:19:20: Der Nunzius hat eine bewegende Geschichte erzählt von einem jungen Mann der in seiner Jugend nie Kontakt mit der Kirche hatte überhaupt nicht im Glaubens aufgewachsen ist Ein tiefes Bekehrungserlebnis in dieser Kriegssituation erfahren hat, jetzt Priester werden möchte sich vorbereitet für den Dienst an den Menschen.
00:19:38: Leid macht nicht automatisch gläubig aber in Extrem-Situationen merken viele Menschen das sie es nicht allein tragen können und die Kirche, die katholische Kirche ,die griechisch-katholischen oder römisch-katolische kirche werden zu Anlaufstationen für Menschen die nie Kontakt hatten mit dem Glauben.
00:19:57: Ja, wie soll man sagen?
00:19:58: Pastoralen Aufbruch in einer so dramatischen Situation.
00:20:01: Den wollen wir fördern und unterstützen einfach auch um die Seelen der Menschen zu stärken.
00:20:07: Blicken wir jetzt auf den Irak.
00:20:10: Der neue gewählte Patriarch der Kaldeisch-Katholischen Kirche Paul III.
00:20:15: Nona hat sich kürzlich mit kirchen Notvertretern ausgetauscht – auch in einer Konferenz.
00:20:25: Was hatte er gesagt?
00:20:27: Er hat einen sehr, sehr eindringlichen Appell gemacht.
00:20:31: Den man glaube ich wenn man täglich die Nachrichten anschaut absolut nachvollziehen kann.
00:20:36: Patriarch Paul III sagt Der Nahe Osten darf
00:20:41: nicht
00:20:41: zu einem dauernden Schlachtfeld von globalen Interessen werden.
00:20:46: Wir erleben das doch angefangen vom Irak über Syrien, über das heilige Land bis in den Iran hinein.
00:20:53: Es geht um geopolitische Interessen es geht um Macht und wirtschaftlichen Einfluss Und er sagt der Nahe Ostern hat genug gelitten.
00:21:01: Er appelliert auch an die Weltgemeinschaft beendet dass die Konflikte die ihr habt einfach führen müssen, auf dem Rücken der Menschen im Nahen Osten auszutragen.
00:21:12: Natürlich besonders auf den Rücken von Minderheiten.
00:21:15: die Christlichen und die Christen im Nahem Osten sind eine kleine Minderheit und sie werden immer kleiner.
00:21:21: es ist ein dramatisches Schrumpfen.
00:21:24: das sieht der Partitär auch aber er sieht auch eine lebendige Gemeinschaft und macht deshalb deutlich bitte zeigt Solidarität bitte stoppt das Töten Gesanktionen, den Kampf gegen alles Mögliche.
00:21:39: Und lasst uns die Freiheit in Würde zu leben und wieder sozusagen auch zu Kräften zu kommen im Nahen
00:21:45: Ost.".
00:21:46: Patriarch Nona hat als Leitwort für sein Patriarchat ausgerechnet die Worte gewählt.
00:21:52: Fürchte dich nicht!
00:21:54: Glaub nur!
00:21:55: Und man spürt in seinen Worten, dass spricht jemand der Krieg, Vertreibung und Angst selbst erlebt hat.
00:22:03: Und hören wir da einmal kurz hinein in dieses Gespräch mit Kirche in Not!
00:22:38: Also er sagte jeder Mensch hat Angst vor etwas, Angst vor der Zukunft davor die eigene Lebensweise zu verlieren oder Angst vor anderen Menschen.
00:22:48: Aber gleichzeitig sagte Jesus Glaube nur, fürchte dich nicht.
00:22:53: Ja Tobias das hört sich so einfach an aber woher nehmen die Menschen die Kraft dazu?
00:23:00: Das lässt sich gar nicht so leicht beantworten.
00:23:02: Manchmal ist es, glaube ich tatsächlich ein Wunder was Menschen an Kraft zuwächst, was Priestern, Ordensleuten aber auch Gläubigen zuwächst in dieser Situation stand zu halten.
00:23:12: Wenn wir das Beispiel Irak noch mal nehmen der Patriarche Nona ist selber aus Mosul vertrieben worden wie hunderttausende andere Christen.
00:23:19: paar Jahre später konnten sie zurückkehren.
00:23:21: Sie haben begonnen mühselig ihre Dörfer ihre Städte wieder aufzubauen.
00:23:26: Es war eines der größten Hilfsprojekte von Kirche Not die wir da im Irak gestartet haben und wo wir jetzt auch weiterhin helfen unterstützen.
00:23:34: In der Ukraine gilt es genauso, wenn Menschen in Kontakt kommen mit den Glauben erwachsen ihnen Kräfte in dieser Situation wirklich stand zu halten und auszuhören.
00:23:44: aber wir müssen schon auch sagen... betroffenen Länen gilt das auch.
00:23:49: Priestserseelsorgeordnungsleute brauchen, Unterstützung um selber wieder zu Kräften kommen zu können.
00:23:55: Sie brauchen Ausbildung und zum Beispiel Menschen die schwer dramatisiert sind entsprechend beistehen zu können.
00:24:01: und man muss ganz allgemein sagen Das gilt im Nahen Osten, das gilt in Ukraine.
00:24:05: Es gilt in afrikanischen Ländern wo die Kirche bleibt bleiben auch die Menschen und wo so viel Krieg Krisenterror herrscht ist die Kirch auf die einzige Institution die noch funktioniert und die bleibt.
00:24:18: und auch daraus erwächst schon eine Kraft eine Ausstrahlung die es für viele Menschen sehr sehr attraktiv macht und einfach hat die Entscheidung unterstützt.
00:24:27: wir wollen im Land bleiben.
00:24:29: Also das persönliche Vorbild, dass vor Leben ist sehr wichtig.
00:24:34: Gerade bei Kriegen oder Naturkatastrophen ist ja die Hilfsbereitschaft oft groß zumindest am Anfang.
00:24:41: aber was macht denn ein Hilfswerk wie Kirche in Not wenn Krisen wie in diesen Fällen über Jahre dauern und dann auch irgendwann aus den Schlagzeilen verschwinden?
00:24:51: Wie ich eingangs gesagt habe der Appell der Menschen in der Ukraine und es geht da für den Nahen Osten lautet bitte bitte vergesst uns nicht.
00:25:00: Es braucht den langen Atem, ja es ist so mühsam und wir werden auf Mühde von den Schreckens nachrichten.
00:25:06: was macht Kirche in Not?
00:25:08: Wir leisten die Nothilfe, die geht weiter für Flüchtlinge, für Vertriebene, für Wiederaufbau
00:25:14: usw.,
00:25:15: sofern das eben möglich ist.
00:25:17: aber Was noch dringender ist und wofür wir eintreten.
00:25:20: Und ich glaube, da sind wir so in Deutschland oder auch die Hilfswerke Landschaft betrachtet.
00:25:26: Einer der wenigen ist diese pastorale Hilfe das Seelsorge weitergehen kann.
00:25:32: Das brauchen die Menschen, dass Begleitung von Menschen weitergehen können.
00:25:36: Ich habe die Traumaseelsorge schon angesprochen also die Betreuung von schwer traumatisierten Menschen.
00:25:42: Da müssen Priesterordensleute entsprechend geschult werden und sie gemießen großes Vertrauen in der Bevölkerung.
00:25:48: Das unterstützen wir und unterstützen einfach, dass die ganz normale Arbeit, das ist alles andere als banal.
00:25:57: weitergehen kann, dass Gottesdienste gefeiert werden können.
00:26:00: Dass Priester ein Auskommen haben, dass sie Autos haben, das sie genügend Benzin haben und zu den Leuten kommen zu können.
00:26:06: Und einfach die wichtige Botschaft zu geben, die Kirche bleibt bei euch und bleibt ihr bei der Kirche.
00:26:12: halten wir zusammen, treten wir gemeinsam dafür ein, dass der Glaube Zukunft hat, dass die Menschen Zukunft haben, daß die Christen Zukunft haben.
00:26:21: Das
00:26:21: signalisieren wir dort mit der Hilfe aber das müssen auch hier signalisierend wenn diese Projekte zu unterstützen und einfach zu spenden.
00:26:30: Tobias, herzlichen Dank für dieses Gespräch und dieser Einblicke auch in die Arbeit von Kirche in Not!
00:26:36: Gerne und bis zum nächsten Mal.
00:26:38: Soweit also Tobias Lena aus der Pressestelle von Kirche in Not.
00:26:44: und gerade der Blick auf bedrängte Christen weltweit führt noch zu einem anderen Anliegen, das ich gerne mit Ihnen teilen möchte.
00:26:54: Am vierundzwanzigsten Mai begeht die Kirche den Weltgebetstag für die Kirsche in China Und dazu hat Kirchenot eine Gebetskarte für die Christen in China heraus gegeben.
00:27:08: Diese kostenlos bestellen im Internet unter www.kircheinnot.de.
00:27:15: Das war Weltkirch aktuell, vielen Dank fürs Zuhören und Ihnen weiterhin einen gesegneten Tag hier bei Radio Horeb!
00:27:23: Aus dem Studio von Kirchenot verabschiedet sich Ihr Volker Nigewöhner.
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