Christen im Nordosten Indiens: Wenn Verfolgung zum Alltag wird; Hilferuf aus dem Heiligen Land
Shownotes
Die Themen: Christen im Nordosten Indiens: Wenn Verfolgung zum Alltag wird. Mit Pater Bobby Emprayil VC, Gründer geistlicher Zentren im Bundesstaat Manipur
- „Heiliges Land darf kein ,christliches Disneyland‘ werden“ - Mit Florian Ripka, Geschäftsführer von KIRCHE IN NOT Deutschland
Erstausstrahlung: 10. Mai 2026; © KIRCHE IN NOT
Die katholische Kirche kennt viele Helden des Glaubens; Menschen, die oft fernab der Öffentlichkeit unter schwierigsten Bedingungen Zeugnis für Christus geben. Einer von ihnen ist Pater Bobby Emprayil aus Indien. In der nordostindischen Krisenregion Manipur, die seit Jahren von Gewalt, Vertreibung und religiösen Spannungen erschüttert wird, setzte er sich bis vor Kurzem für Versöhnung, Heilung und Frieden ein. Bei seinem Besuch im Studio von KIRCHE IN NOT in München berichtete er von seiner bewegenden Kindheit in Armut, seiner Berufung zum Priestertum und davon, wie christlicher Glaube Menschen selbst mitten im Leid Hoffnung schenken kann.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Herzlich Willkommen zu Weltkirche aktuell auf Radio Horeb und Radio Maria.
00:00:05: Aus dem Studio der päpstlichen Stiftung Kirche Not begrüßt sie an diesem Sonntag ihr Volker Nigewöner!
00:00:13: Die katholische Kirche kennt viele Helden-und Helldinnen des Glaubens, also Menschen die oft fern ab der Öffentlichkeit unter schwierigsten Bedingungen Zeugnis für Christus geben.
00:00:27: Einer von ihnen ist Partha Bobby Amprayil aus Indien.
00:00:32: In der nordostindischen Krisenregion Manipur, die seit Jahren von Gewaltvertreibung und religiösen Spannungen erschüttert wird, setzte er sich bis vor Kurzem für Versöhnung Heilung und Frieden ein.
00:00:48: Bei einem Besuch des Studios von Kirchenot in München berichtete er von seiner bewegenden Kindheit in Armut seine Berufung zum Priestatum und davon, wie christlicher Glaube Menschen selbst mitten im Leid Hoffnung schenken kann.
00:01:07: Ein herzliches Willkommen Pater Bobby!
00:01:11: Vater
00:01:13: Bobby, könnten Sie uns zunächst etwas über Ihre Herkunft und Ihren familiären Hintergrund erzählen?
00:01:22: Ja es ist gut mit meiner Familie anzufangen.
00:01:27: Meine
00:01:28: Kindheit war nämlich sehr wichtig für meinen Dienst und meine heutige Arbeit.
00:01:36: Es gibt
00:01:37: viel Einfluss aus meiner Kindheit.
00:01:40: Ich
00:01:40: wurde am eighth und zwanzigsten Dezember, in einem sehr ärmlichen Dorf in den Höhenlagen von Kerala, Indien geboren.
00:02:00: Meine
00:02:01: Eltern sind beide noch am Leben.
00:02:03: Ich habe drei Geschwister, wir gehören zu den syrischen Sankt Thomas Christen.
00:02:10: Wissen Sie die katholische Kirche bei uns ist eine orientalisch-katholischen Kirche.
00:02:16: So war meine Eltern und meine Großeltern vor allem meine Großältern väterlicherseits sehr heiligmäßige
00:02:23: Persönlichkeiten.".
00:02:25: Und sie hatten einen großen Einfluss auf mich von Kindheit an.
00:02:33: Ursprünglich
00:02:33: stammte ich aus einer Mittelklasse-Familie, aber meine Eltern gerieten nach meiner Geburt in eine tiefe finanzielle Krise.
00:02:43: Wir verloren
00:02:44: unser Land – unser Haus!
00:02:51: Und
00:02:51: bis ich fünfzehn war, hatte ich bereits in mindestens zwölf unterschiedlichen Häusern gewohnt.
00:02:59: Die Armut und die Kämpfe, die wir durchgemacht haben – und die ich bei meinen Eltern miterlebt habe – haben mich also sehr geprägt...und gestärkt!
00:03:13: Wenn ich jetzt zurückblicke, würde ich sagen das es der größte Segen war.
00:03:18: Die Kämpfe, die ich in meiner Kindheit hatte, haben mir sehr geholfen, die Person zu sein, die Ich heute bin.
00:03:26: Das waren also die familiären Umstände!
00:03:29: Aber wer hat ihren Glauben geprägt?
00:03:33: Die
00:03:33: wichtigste
00:03:33: Person war meine Mutter.
00:03:35: Sie
00:03:35: kam aus einer sehr wohlhabenden Familie und geriet nach der Heirat in diesen Existenzkapf hinein.
00:03:42: Mein Vater war ein sehr guter Mann, ein Grundschullehrer aber später ging er in die Politik.
00:03:48: Das
00:03:48: war der Anfang seines Abstiegs.
00:03:50: Die Politik
00:03:51: war kein guter Ort für ihn.
00:03:53: Er war so großzügig und hat allen geglaubt, und er hat so viel verloren.
00:03:58: Und so geriet
00:03:59: er in die falschen Hände würde ich sagen!
00:04:01: Er hat also alles verloren – das war die Zeit, in der meine Mutter in die Charismatische Erneuerung eintrat.
00:04:07: Und das veränderte ihr
00:04:08: Leben.".
00:04:11: Inmitten all der Existenzkämpfe begannen sie, die Schätze zu finden, die in der Dunkelheit verborgen sind.
00:04:18: Und sie begann
00:04:19: Jesus mehr als alles andere zu lieben!
00:04:24: Als Sie alles verloren hatte bekamen sie den wahren Glauben.
00:04:28: Als ich aufwuchs habe ich den Glaubem meiner Mutter gesehen und eine Erinnerung, die ich nicht vergessen kann ist – Ich stand irgendwann mitten in der Nacht auf.
00:04:39: Ich sah meine Mutter, wie sie ihre Hände ausstreckte.
00:04:42: Sich hinkniehte und tränen vergoss und betete.
00:04:46: Und
00:04:46: dieses Bild kann ich nicht vergessen!
00:04:48: Das war also das Bild, dass ich von meiner Mutter
00:04:50: hatte.".
00:04:52: Ihre Mutter war also sehr entscheidend für ihren Glauben aber wann haben Sie Ihre Berufung zum Priestatum erkannt?
00:05:02: Ich würde
00:05:02: sagen, das liegt an der Prägung durch meine Familie
00:05:06: und
00:05:06: auch meinen Großeltern.
00:05:11: Für
00:05:11: sie war die heilige Messe, die Eucharistie das Wichtigste in ihrem Leben.
00:05:18: Und deshalb wurden Priester von ihnen sehr geehrt und es wurde so gut über Sie gesprochen!
00:05:23: Ich habe es oft gehört – wir heißen Priester willkommen als wären sie die besten Menschen auf Erden.
00:05:29: Seit
00:05:29: meiner Kindheit hatte ich einen großen Wunsch.
00:05:33: Also habe ich als kleine Junge so getan also würde ich die Messe feiern.
00:05:36: Ich habe das Abendmal mit Bananenchips ausgeteilt.
00:05:41: Ich
00:05:41: hatte also das Bild in mir,
00:05:44: ich
00:05:44: wusste schon als Kind dass sich Priester werden würde und habe das beibehalten.
00:05:49: Als
00:05:49: ich in der Schule aufwuchs dachte ich immer, dass ich Priester werde obwohl ich viele Kämpfe hatte wie zum Beispiel emotionale Probleme und Minderwertigkeitskomplexe aufgrund dieser Kämpfer Und so viele Menschen haben mir geholfen.
00:06:04: Mein Onkel z.B war ein Missionspriester der in Nordindien arbeitete.
00:06:09: Meine beiden Tanten waren Ordensfrauen und sie schrieben mir.
00:06:17: Wann
00:06:17: immer Sie kamen, erzählten sie mir viel besonders die eine der Beiden vor allem über Don Bosco weil sie zu dieser Konkretation gehörte.
00:06:25: Sie sprach viel über Dominic Savio und ich hatte als Kind eine Sammlung von Dominik Savio Bildern so viele dass sich einer von ihnen werden wollte.
00:06:33: das war der Grund.
00:06:39: Gab es auch besondere Ereignisse, die sie auf diesem Weg inspiriert oder beeinflusst haben?
00:06:49: Wenn ich zurückblicke habe so viele Erfahrungen mit Kämpfen und Leiden gemacht wie zum Beispiel dass sich meine Onkel und Tanten um finanzielle Hilfe bitten musste um zur Schule zu gehen.
00:07:05: oder
00:07:05: dass ich die Schule schwänzte, um meinen Vater zu besuchen.
00:07:08: Der hart arbeitete, um von ihm etwas Geld zu
00:07:11: bekommen.".
00:07:15: Ich hatte als heranwachsendes Kind viele Probleme und Kämpfe – aber inmitten all dessen wusste ich immer das der Herr bei mir ist und dass sich ein Missionar sein werde.
00:07:26: Das hat mir geholfen!
00:07:30: Auch die Gebetsunterstützung meiner Mutter war immer da und ich erinnere mich, dass so viele Leute zu den Gebetsgruppen kamen.
00:07:37: Wissen
00:07:37: Sie, meine Mutter war sehr oft die Leiterin der Gebetsgruppe.
00:07:41: Früher
00:07:41: kamen so viele Menschen zu unserem Haus egal wo wir waren.
00:07:44: Wir haben die Häuser gewechselt aber es kam immer Leute und Beteten zusammen.
00:07:48: Ich habe das Bild vor Augen wie einige Leute dass Wort Gotteslasen und Auslegten darunter charismatische Prediger.
00:07:55: sie kamen mit der Bibel und ich war begeistert Und ich dachte mir, ich werde das auch machen.
00:08:03: Sie wollten also missionar werden.
00:08:05: Was bedeutet es für Sie, Priester zu sein?
00:08:08: Ganz allgemein.
00:08:12: Sehen sie
00:08:13: ich
00:08:13: bin seit meinem achten Lebensjahr Messdiener.
00:08:16: Ich habe also immer gesehen wie Priester Jesus
00:08:19: geben.
00:08:23: Für
00:08:23: mich war der Priester automatisch der
00:08:26: Geber
00:08:26: von Jesus.
00:08:29: Er gibt Jesus, er nimmt Jesus.
00:08:32: Er bringt Jesus, ergibt
00:08:33: Jesus.".
00:08:34: So hatte auch ich den Wunsch ein Geber von Jesus zu sein.
00:08:38: Ich hatte immer den Wunsch weit wegzugehen.
00:08:43: Ich möchte irgendwo sehr weit weg sein und Jesus denen geben die ihn noch nicht empfangen haben.
00:08:48: Das ist also
00:08:49: der Aspekt eines Missionars bei uns.
00:08:51: Der Wunsch war immer da.
00:08:56: Das ist wunderschön.
00:08:58: Ich habe gehört, Sie haben einen hervorragenden Universitätsabschluss.
00:09:03: Warum haben sie keine Karriere an der Universität gemacht?
00:09:09: In der Tat war ich sehr gut in der Schule und ich war immer klassenbester.
00:09:13: Da meine Familie in finanziellen Schwierigkeiten steckte, wollten alle meine Verwandten das sich einem guten Abschluss mache und gut weiterkomme weil ich sehr Und ich bin der Erstgeborene in der Familie, der erste Junge.
00:09:34: Ich habe eine ältere Schwester die verheiratet
00:09:36: ist.
00:09:37: Sie wollten also dass ich derjenige bin, der sich um die Familie kümmert.
00:09:42: Ich war dadurch sehr verwirrt!
00:09:44: Sollte ich mich um meine Familie kümmern oder meinem Traum folgen und mit Jesus weiter zu gehen?
00:09:52: Ich erinnere mich an die Zeit, als meine Mutter krank war nachdem ich ins Seminar eingetreten war und mein Bruder geboren wurde.
00:10:02: Also
00:10:02: meine Mutter war zu dieser Zeit kränklich
00:10:04: Und
00:10:04: ich habe meine Mutter gefragt was meinst du?
00:10:07: Was soll ich tun?
00:10:08: Ich
00:10:08: wollte ins Priester-Seminar gehen und sie sagte Mein Sohn Du wirst Priester wenn du diesen Wunsch hast
00:10:18: Und schau
00:10:18: einfach nicht auf die familiäre Situation.
00:10:21: Mach weiter, der Herr wird sich darum kümmern!
00:10:25: Sie war so krank als ich mein Zuhause verließ.
00:10:32: Aber
00:10:32: sie tröstete mich durch ihre Worte...
00:10:35: Als
00:10:35: ich gerade fünfzehn Jahre alt war, verließ ich mein Zuhause und fuhr zweitausendfünfhundert Kilometer weit weg um einen Seminar zu besuchen.
00:10:44: Zweitausend Fünfhundert Kilometer in einem anderen Staat nach Nordindien.
00:10:49: Ich bin also gegangen und so habe ich angefangen.
00:10:51: Es war also möglich für mich.
00:10:53: es war so dass meinen Verlangen mich gezogen hat... ...ich musste weitergehen immer weiter.
00:11:04: Das hört sich nach einer Mission an.
00:11:07: Jeder Bischof stellt seinen Dienst unter ein Motto, was wäre das ihre?
00:11:12: Als ich
00:11:14: in dem
00:11:15: Jahr zwei Tausend drei Priester wurde, wählte ich zwei Worte Gottes als mein Motto.
00:11:24: Und ich habe sie auf Karten und anderswo aufgeschrieben.
00:11:32: Zwei Worte Gottes aus dem zweiten Korintherbrief, Kapitel zwei, Vers fünfzehn.
00:11:38: Dort heißt es Wir sollen zum Duft Christi werden!
00:11:42: Das war
00:11:42: also mein Vorbild.
00:11:44: Christi zu werden.
00:11:46: Und ein
00:11:46: zweiter Vers aus dem Epheser Brief, Kapitel eins, Vers zwölf.
00:11:50: Dort steht geschrieben Wir sind zum Lob seiner Herrlichkeit bestimmt.
00:11:55: Ich wusste also immer dass ich zur Ehre Gottes leben soll.
00:12:01: So heißt auch der Dienst den ich in Manipur leite Die Weinglory Ministry.
00:12:07: Deshalb
00:12:07: wollte ich immer die Herrlichkeit Gottes verbreiten und für seine Herrlichkeit Leben.
00:12:12: Wo immer ich hingehe, wollte ich seine Herrlichkeit bekunden.
00:12:15: Das ist also mein Motto den Duft und die Herrlichkeit Gottes zu
00:12:18: verbreiten.".
00:12:34: Und genau über dieses Zentrum und seinen Einsatz in einer Region, in der es immer wieder zu Gewalt- und Christenfeindlichen Ausschreitungen kommt, sprechen wir gleich weiter.
00:12:47: Hier bei Weltkirche Aktuell auf Radio Horeb!
00:12:50: Bleiben Sie bei uns!
00:12:52: Radio HOREB ihre christliche Stimme in Deutschland mit dem Magazin WK aktuell.
00:13:00: Heute blicken wir nach Manipur in den Nordosten Indiens, eine Region die seit Jahren von ethnischen Konflikten Gewalt und Angriffen auf Christen erschüttert wird.
00:13:13: Dort entstand auch ein geistliches Zentrum das vielen Menschen Hoffnung Heilung und Orientierung schenkt.
00:13:21: Sein langjähriger Leiter ist heute unser Gesprächsgast der indische Vincentina Pater Bobby Emprail.
00:13:29: Nachdem er uns im ersten Teil der Sendung von seiner Berufung und seinem persönlichen Glaubensweg erzählt hat, sprechen wir nun über dieses katholische Zentrum in Manipur und über seine Bedeutung für die Menschen vor Ort.
00:13:47: Lassen Sie uns über die Gegenwart sprechen!
00:13:49: Was charakterisiert diese Region im äußersten Nordosten Indiens?
00:13:54: Und was hat sie dorthin
00:13:56: geführt?!
00:13:59: In fact...
00:14:00: Als ich Priester wurde, war ich erst einmal sieben Jahre lang in einer Mission mit den Hindus.
00:14:06: Wissen Sie nur Hindus?
00:14:07: Keine Christen!
00:14:08: Sieben Jahre ging ich unter ihnen umher gegen die Dörfer und von dieser Zeit an hatte ich den Wunsch, Märtyrer zu werden Denn seit meiner Kindheit hörte ich von den vielen Märtyern.
00:14:19: Ich
00:14:19: erinnere mich noch daran dass meine Mutter mir von Maria Goretti und anderen erzählte.
00:14:31: später kam ich in den Nordosten.
00:14:33: Ich
00:14:33: war fast acht Jahre in Margarita im Bundesstadt Assam, bevor ich dorthin kam.
00:14:38: Damals wusste ich dass Manipur zu dieser Zeit der gefährlichste Ort in Indien war.
00:14:43: Warum ist es dort so gefährlich?
00:14:45: Es liegt an einer politischen Situation und auch an der Geografie das die Menschen sich bekämpfen.
00:14:55: In
00:14:55: den letzten fünf Jahrzehnten gab es viel Gewalt zwischen den Stämmen und zwischen den Religionen, weil es dort vierzig Prozent Christen und sechszig Prozent Hindus gibt.
00:15:04: Und sie sind so angesiedelt dass es zwischen ihnen immer wieder Kriege um Land
00:15:08: gibt.".
00:15:10: Aus
00:15:11: diesem Grund gab es viel Gewalt.
00:15:13: Wir haben in den letzten Jahrzehnten viel über Gewalt im Manipur und den Tod von Tausenden Menschen gehört, also begann ich in dem Jahr zum Beten.
00:15:27: Ich fing an für Manipurt zu beten!
00:15:30: Ich wollte dort eine Mission gründen, weil ich dachte dass es eine Chance geben könnte mehr Türer zu werden.
00:15:43: Das war also auch ein Grund für mich!
00:15:45: Also begann nicht zu beten und nach sieben Jahren des Gebetes bekam ich die Chance nach Manipur zu kommen.
00:15:51: Und dort gab es viele Entwicklungen, aber auch viele Wunder.
00:15:54: Eins
00:15:55: nach dem anderen.
00:15:56: Die Dinge waren klar und deutlich – sie fügten sich zusammen!
00:16:00: So kam ich im Dezember, in Manipur, aber ich konnte noch nicht anfangen mit meiner Arbeit.
00:16:07: Es gab viel Widerstand und ich wurde aus zwei Orten verjagt.
00:16:11: Aber ich habe bis zum Jahr ein ganzes Jahr durchgehalten.
00:16:14: Ich habe mich auf einen Berggipfel zurückgezogen
00:16:21: Und was hat Gott dann zu Ihnen gesagt?
00:16:24: Was war die Vision für das, was Sie jetzt in Manipur tun?
00:16:30: Als wir dort ankamen, erhielten wir zunächst keinen Platz um das Exerzitienzentrum im Manipurt zu gründen.
00:16:36: Dann bekamen wir schließlich einen Platz durch die Salisiana.
00:16:39: Sie hatten ein großes Zentrum, das verlassen worden war weil dort drei Priester erschossen wurden waren.
00:16:46: Danach
00:16:46: verließen sie diesen Ort Ein riesiges Haus dort, kein Schatten.
00:16:54: Also wollten wir das übernehmen.
00:16:56: ich ging also dorthin aber die Regierung und einige Leute waren dagegen und wir wurden verjagt.
00:17:01: später
00:17:01: bekam ich einen anderen Platz zu gewiesen Aber eine Untergrundgruppe wissen sie eine Terrorgruppe kamen Und wir wurden wieder verjagd.
00:17:09: Ich habe gebetet.
00:17:10: dann gab es eine Menge Kämpfe.
00:17:12: Ich wurde in den letzten vier Jahren viermal operiert und es gab viel Blutvergießen.
00:17:18: Wissen Sie,
00:17:18: ich musste da durch.
00:17:20: Der Herr bereitete mich also vor indem er mir sagte dass ich selbst leiden muss um ein Werkzeug des Segens für einen Ort zu sein an dem es viel Gewalt gibt.
00:17:28: So lehrte mich der Herr, irgendwie voran zu gehen und zwei Exerzitzienhäuser zu gründen.
00:17:34: Und so konnten wir an zwei verschiedenen Orten in Manipur
00:17:36: beginnen.".
00:17:38: Es war also ein großer Segen für die Menschen – v.a.
00:17:41: im letzten Jahr der Gewalt, in dem dreihundertfünfzig Kirchen zerstört und mehr als fünfhundert Menschen getötet wurden oder mehr als fünftigtausend Menschen obdachlos sind … sodass wir ihnen sehr helfen konnten!
00:17:55: Lassen Sie uns über die Früchte dieser Zentren sprechen.
00:17:59: Wie konnten sie den interreligiösen Dialog und das Zusammenleben in diesem multikulturellen Gebiet fördern?
00:18:08: Es ist wunderschön!
00:18:10: Das Wichtigste, was Manipur braucht,
00:18:12: ist Frieden.
00:18:13: Denn
00:18:15: jeden Tag hören wir von Gewalt – ich treffe viele Familien, die Angehörige verloren haben.
00:18:23: Die meisten Familien haben jemanden verloren.
00:18:26: Sie haben Gewalt erlebt, die zu Blutvergießen geführt hat.
00:18:29: Sie habe viel Armut und schwierige Momente erlebt.
00:18:32: Als wir dort waren, haben wir angefangen das Wort Gottes zu predigen – und zwar ununterbrochen!
00:18:38: Es geht um die Liebe Gottes wie man vergebt.
00:18:41: Das Wichtigste was wir predigen ist die Bedeutung der Vergebung,
00:18:44: die
00:18:44: wir geben sollen... ...die bedingungslose Vergebungen inmitten all unserer Schwierigkeiten.
00:18:53: Wie wir unsere
00:18:53: Feinde lieben sollen, das ist die größte Lehre Christi.
00:18:57: Zusammen mit dieser Aktion hatten wir also vierundzwanzig Stunden Fürbitte.
00:19:01: Das
00:19:01: ist eine der größten Aufgabe, die wir haben.
00:19:04: Wir haben so viele Familien mindestens hundert Familien, die sich für diese Fürbite engagieren und wir haben immer etwa fünfzig, die bei uns sind Die bleiben und beten.
00:19:14: Daher konnten wir sie ausbilden.
00:19:16: Wissen Sie verschiedene Stämme kommen und bleiben?
00:19:21: Also das Schöne daran Auch viele Nicht-Katholiken kommen Und bleiben bei uns.
00:19:25: Sie erfahren innere Heilung durch das Wort Gottes und sie gehen und verbreiten diesen Duft der Liebe Gottes.
00:19:32: In den letzten drei Jahren hat sich also eine Menge getan, wissen sie tausende von Familien sind gekommen und haben an den Einkehrtagen teilgenommen.
00:19:41: Das Wichtigste ist die Heilung!
00:19:43: Die Innere Heilungen bereit sein zu vergeben und das Trauma der bitteren Erinnerungen an die Vergangenheit zu überwinden – und das hat ihnen geholfen vor allem jetzt wo viele sagen wir wurden durch das der gegenwärtigen Gewalt und den Problemen zu begegnen.
00:19:59: Sie sind dadurch gestärkt worden, und ich persönlich fand das der Herr mir so sehr geholfen
00:20:04: hat.".
00:20:06: Ich habe selbst viele Jahre lang die Erfahrung der Heimatlosigkeit gemacht und so können wir jetzt ein Instrument des Segens für sie sein, denn ich kenne den Schmerz der Heimatlosigkeit aus eigener Erfahrung.
00:20:19: So haben wir in unserem eigenen Zentrum mindestens fünfzig Familien helfen können.
00:20:23: Wir
00:20:23: konnten Häuser bauen mit der Hilfe von vielen guten Freunden von mir Und wir haben Häuser für die Obdachlosen gebaut.
00:20:31: Wir haben die Hälfte unseres Grundstücks zur Verfügung gestellt Familien in unserem Gebäude.
00:20:37: Und wir wollen noch viel mehr helfen, mindestens sechshundert katholischen Familien, deren Häuser abgebrannt sind und auch vielen Nicht-Katholiken.
00:20:45: Deshalb wollten wir auch ihnen in dieser schweren Zeit helfen.
00:20:49: Viele kamen und blieben bei uns – und wir konnten sie stärken!
00:20:53: Wir
00:20:53: konnten mit Ihnen beten und Sie in Ihrem Glauben bestärkten zu vergeben und für unsere Feinde zu beten.
00:21:01: Das war eine schöne Erfahrung.
00:21:04: Im letzten Jahr war Reisen zwar sehr gefährlich, aber zwischen diesen beiden Zentren konnte ich ständig pendeln weil der Herr mir Mut gegeben hat.
00:21:12: Und dafür danke ich ihm!
00:21:24: Sie verbreiten also das Evangelium, um Wunden zu heilen.
00:21:31: Und wie wichtig ist andererseits Bildung für ihre Arbeit, um bestehende Vorurteile herzubauen?
00:21:40: Sie meinen Ausbildung?
00:21:43: Ja, das
00:21:44: ist wirklich wichtig.
00:21:45: Wir helfen mit diesem Projekt vielen Menschen, vielen Jugendlichen die ihre Ausbildung nicht fortsetzen konnten.
00:21:52: Unsere Exerzitzienzentren unterstützen viele arme Menschen, die aufgrund dieser Probleme ihr Studium abgebrochen haben.
00:22:02: Wir helfen Ihnen so viel wie möglich, damit Sie Ihr Studium fortsetzen können
00:22:06: und
00:22:07: nicht nur damit sie gebildet sind.
00:22:09: Denn sehen Sie die Menschen sind gebildete aber was sie beherrscht ist ihr Stammesdenken und ihre bitteren Erinnerungen angegriffen worden zu
00:22:16: sein.".
00:22:23: Was wir also inmitten all dessen brauchen, ist der wahre Glaube.
00:22:26: Die wahre Lehre von Christus.
00:22:30: Viele
00:22:30: waren Christen aber sie hielten sich trotzdem an das alte Testament –
00:22:34: die Rache
00:22:34: regierte!
00:22:38: Sie
00:22:38: sind alle Feinde und mit der Hilfe des Herrn wollen wir sie vernichten, diese Geisteshaltung.
00:22:43: Aber
00:22:44: wir setzen auf die heilende Berührung, auf die vergebene Liebe Christi.
00:22:48: Das
00:22:48: ist also das Wichtigste – der Frieden!
00:22:54: Haben Sie eine Vision für die Zukunft?
00:22:57: Neue Pläne?
00:22:58: Ja,
00:22:59: wir haben einen großartigen Plan um verschiedene Stämme zu vereinen und sie an diesem Ort zu versöhnen.
00:23:05: An dem es so viel Gewalt gibt.
00:23:10: Das
00:23:10: soll ein Ort zur Ehre Gottes sein!
00:23:12: Denn ich halte mich immer an ein schönes Wort Gottes.
00:23:17: Isaiah Kapitel
00:23:20: Ich
00:23:20: gebe dir verborgene Schätze und Reichtümer, die im Dunkel versteckt sind.
00:23:26: Wo also Finsternis ist?
00:23:28: Wo Erfahrung von Schmerz und Kreuz ist?
00:23:30: Da wird der Herr seinen Schatz offenbaren!
00:23:34: Manipur wird also ein Ort sein an dem sich die Herrlichkeit Gottes manifestieren wird.
00:23:38: Dessen bin ich mir
00:23:39: sicher.".
00:23:40: Und es wird so viele Menschen geben, die Christus und das Gesetz des Herrn kennenlernen werden.
00:23:45: Es wird eine Lösung für all die Probleme geben, sie gegenwärtig auftreten.
00:23:49: Wir finden keine politische Lösung menschlich gesprochen.
00:23:52: Es gibt diese Lösungen nicht wegen der unterschiedlichen Interessen der verschiedenen Stämme Aber der heilige Geist wird sicher etwas bringen Eine Lösung!
00:24:00: Und er wird alle in Liebe zusammenhalten.
00:24:03: Diesen
00:24:03: Wunsch haben wir also.
00:24:05: Also gehen wir langsam darauf zu, mit Gebet, Buße und der Verkündigung des Wortes Gottes
00:24:10: oder
00:24:10: ein weiteres Exerzitzienzentrum soll entstehen.
00:24:18: Noch eine letzte Frage!
00:24:20: Wir in Europa haben fast keine materiellen Bedürfnisse – dafür aber viele geistliche.
00:24:28: Inwieweit können wir von den jungen, aber dynamischen Kirchen in anderen Ländern lernen?
00:24:35: Sie wissen das aus Indien, aber auch sie sind immer in der Welt unterwegs.
00:24:40: Was können wir lernen?
00:24:44: Ich
00:24:44: sage den Leuten immer wenn ich hierher komme – Das Leben dass ihr habt ist ein Traum von Millionen!
00:24:53: Das Leben, das ihr in Frieden habt und indem ihr zumindest finanziell abgesichert seid.
00:24:58: Und dass ihr in die Kirche gehen und Gottesdienst feiern könnt, wann immer ihr wollt – das Leben, was ihr habt ist also ein Traum von Millionen!
00:25:06: Nehmen Sie also den Segen des Herrn nie als selbstverständlichen.
00:25:10: Aber wem mehr gegeben wird, von dem wird auch mehr verlangt.
00:25:14: Wir sollten also Menschen sein, die großzügiger sind wenn es darum geht Gott zu danken, Almosen zu geben und zu vergeben.
00:25:21: Wir sollten mit diesen Dingen freigiebig sein und den Duft der Liebe Christi verbreiten, denn die Zeit ist begrenzt.
00:25:28: Und wir sollten zu Ehre Gottes
00:25:30: leben.".
00:25:37: Ich
00:25:39: bin dem Herrn so dankbar, Kirche in Not zu besuchen ist wie eine Heimkehr für mich.
00:25:44: Denn Kirche In Not hat uns so sehr geholfen und unseren Glauben gestärkt – ich danke ihnen!
00:25:50: Gott segne sie für ihre tolle
00:25:51: Arbeit!".
00:25:54: Das war unser Gespräch mit dem indischen Vincent Tina-Pater Thomas Bobby Emperial über seinen Einsatz in der Nordostindischen Krisenregion Manipur.
00:26:07: Dieses Interview wurde im Jahr hier im Tv-Studio von Kirchenot in München aufgezeichnet.
00:26:16: Pater Bobby wurde inzwischen zum Provinzialoberen der St.
00:26:20: Thomas-Provinz der Vincentiner Kongregation gewählt, er ist aber darüber hinaus weiterhin als Exerzitienprediger und Leiter geistlicher Zentren in Indien tätig und auch immer wieder mal zu Besuch In Deutschland, wo er ebenfalls Exizitien leitet.
00:26:41: Vielleicht ein kurzes Update zur Lage in Manipur, das eigentlich kein Update ist.
00:26:47: Denn die Situation hat sich im Frühjahr zwanzig nicht wesentlich geändert.
00:26:55: Es gibt immer noch zehntausende Menschen, die in Flüchtlingslagern leben und Christen sind nach wie vor Zielscheibe von Gewalt- und Einschöchterung.
00:27:06: Aber umso wichtiger ist es dass wir über dieses Thema sprechen Und umso wichtiger bleibt auch der Einsatz von Menschen wie Pater Bobby Emprayle, die sich eben in dieser von Gewalt verseuchten Umgebung für Versöhnung Heilung und Frieden einsetzen.
00:27:24: Mehr Informationen zur Arbeit von Kirche in Not – auch in dieser Region finden Sie wie gewohnt im Internet unter www.kircheinotde.
00:27:36: Bleiben Sie bei uns, gleich sprechen wir über einen dramatischen Appell aus dem heiligen Land.
00:27:43: Der Jerusalemer Abt Nicodemus Schnabel hat bei seinem Besuch der internationalen Zentrale von Kirche in Not eindringlich auf die Not der Christen im Nahen Osten aufmerksam gemacht.
00:27:57: und mehr dazu hören sie hier auf Radio Hoheb ihrer christlichen Stimme des Glaubens in Deutschland.
00:28:04: Radio Horeb leben mit Gott.
00:28:07: In unserem Magazin Weltkirche aktuell geht es jetzt um das heilige Land.
00:28:13: Früher hat man damit vor allem in der Osterzeit volle Pilgerstraßen im Jerusalem lebendige Gemeinden und Gottesdienste an den Heiligen Städten verbunden, doch seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel und dem folgenden Krieg hat dieses Bild tiefe Risse bekommen.
00:28:35: Darauf macht ausgerechnet jemand aufmerksam, der eigentlich für Zuversicht und Optimismus steht.
00:28:42: Abt Nicodemus Schnabel von der Domitioabtei in Jerusalem.
00:28:47: Bei einem Treffen mit Vertretern von Kirche Inot hat er jetzt ungewöhnlich eindringliche Worte gefunden.
00:28:56: Und über diesen fast schon dramatischen Appell spreche ich jetzt mit Florian Ribka, dem Geschäftsführer von Kirch in Not Deutschland.
00:29:05: Herzlich willkommen Herr Ribka!
00:29:08: Herr Rippker, viele kennen ab Nikodemus Schnabel genauso wie ich ihn gerade beschrieben haben also als jemanden der anpackt und auch Hoffnung macht.
00:29:19: Bei dem erwähnten Treffen mit Vertretern von Kirche Not klang er aber ganz anders – was hat sie an seinen Worten besonders alarmiert?
00:29:29: Ja, ich war ja dabei als er diese Dinge erzählt hat.
00:29:32: Das hatte im Rahmen einer Konferenz von Kirche in Not gemacht.
00:29:36: Ich konnte auch seine Mimik und seinen Tonfall mitbekommen.
00:29:41: Es ist halt jetzt nicht nur eine schwierige Lage sondern eine tatsächliche Existenzfrage des Christenfums dort Erwarent ausdrücklich vor einem christlichen Disneyland Und es ist wirklich eine Gefahr dass zwar die heiligen Städten bleiben aber die Christen verschwinden.
00:29:55: Besonders alarmieren finde ich, weil ab Nicodemus – Sie haben es ja erwähnt – die Gewöhnung sonst Hoffnung vermittelt.
00:30:02: Mittlerweile gibt's weniger als zwei Prozent Christen in der Bevölkerung und das muss man einfach mal auch so benennen!
00:30:08: Ja, Sie sagen es ab.
00:30:10: Nicodemus hat sehr drastische Worte gewählt.
00:30:13: Er warnt vor einem christlichen Disneyland wie er sich ausdrückte.
00:30:18: und stellen wir uns das mal vor was würde denn ein heiliges Land ohne Christen eigentlich bedeuten auch für das Zusammenleben der Religionen?
00:30:28: Ja, es wäre genau dieses christliche Disneyland.
00:30:31: Diesen Begriff den nutzt ihr glaube ich ganz gerne.
00:30:33: und da schwingt schon eine Spur von Oberflächlichkeit.
00:30:37: oder dass das Hohl ist mit... Es würden zwar die Kirchen- und Pilgerstätten erhalten bleiben aber es gäbe eben keine lebendige christliche Gemeinde mehr.
00:30:45: Die Pilger würden Museumsorte statt lebendiger Kirche besuchen und es gäbe halt kaum mehr christliche Familien, Schulen oder christliches Alltagsleben.
00:30:54: Also das heißt dass Christentum wäre nichts weiter als eine historische Kulisse.
00:30:59: Wer geht denn im Moment vor allem?
00:31:01: Und wer bleibt?
00:31:03: sind das jetzt eher junge Familien die keine Perspektive mehr sehen?
00:31:08: Es bleiben vor allem ältere Leute oder Familien ohne Ausreisemöglichkeit, wer geht sind junge Familien und Familien die halt jetzt eh ans Auswandernden schon denken.
00:31:18: Warum?
00:31:19: Es fehlt einfach an Sicherheit, an Arbeitsplätzen und generell an der Zukunftsperspektive.
00:31:24: viele Christen sind gut ausgebildet und haben Chancen im Ausland.
00:31:27: warum sollten sie die nicht nutzen?
00:31:29: Und es ist ein schleichender Exodus der Mittelschicht des Rückrades der christlichen Gemeinschaft.
00:31:35: Ja, viele Christen leben vom Pilger-Tourismus und wir wissen alle erst kam Corona.
00:31:43: Und jetzt der Krieg.
00:31:45: die Pilger bleiben dementsprechend aus.
00:31:48: Wovon leben denn die Familien heute überhaupt noch?
00:31:53: Hingen direkt am Pilger-Tourismus, denn Abneko Demos hat auch gesagt natürlich möchte jemand ein Pilger lieber von einem christlichen Busfahrer gefahren werden oder er findet es gut wenn man dann in ein christliches Restaurant geht.
00:32:04: Das war eigentlich eine sehr sehr clevere Nische in der Wirtschaft dieses Landes.
00:32:10: aber das ist jetzt natürlich Hotels, Restaurants, Reiseagenturen.
00:32:14: Auch Olivenholzkunst ist ganz stark betroffen und seit dem Krieg und auch seit Corona eine Katastrophe jagte da die andere gibt es tatsächlich massive Einbrüche.
00:32:24: viele Familien haben kein Einkommen mehr.
00:32:26: sie leben ja.
00:32:27: wovon leben Sie?
00:32:28: Sie erleben von den Ersparnissen oder von kirchlicher Hilfe.
00:32:31: Die Noten sind besonders in Bethlehem groß.
00:32:34: Ab Nicodemus hat uns zum Beispiel auch gesagt, dass seine Dormizio-Abteil die Leute so lang anstellt wie überhaupt möglich.
00:32:41: Auch wenn keine Pilger kommen!
00:32:42: Das ist keine wirtschaftliche Entscheidung sondern wirklich eine Entscheidung der nächsten Liebe.
00:32:48: Ab Nikodemos Schnabel beschreibt aber nicht nur die wirtschaftlichen Not, sondern auch wachsende Anfeindungen gegenüber Christen.
00:32:56: Wie erleben die Menschen das konkret und warum Gerät eine so kleine Minderheit überhaupt unter solch enormen Druck?
00:33:14: laut ihm das Gefühl im eigenen Land nicht mehr willkommen zu sein und dadurch wachsen natürlich Angst und Verunsicherung.
00:33:20: Und wir haben es gerade schon gesagt, die Leute möchten dann auswandern.
00:33:24: Es ist auch absolut nachvollziehbar und die kleine Minderheit fühlt sich oft alleine gelassen.
00:33:29: Die Regierung ist wie jede Regierung verpflichtet sich um die Menschen zu kümmern.
00:33:34: Die Leute, wie gesagt, fühlen sich aber auch von der Regierung allein gelassen.
00:33:39: Auch der lateinische Patriarch von Jerusalem Kardinal Pierre Batista Pizzaballa hat eindrückliche Worte gefunden kürzlich.
00:33:49: Er sagte, jeder Stein in Jerusalem sei zugleich Verheißung und Wunde!
00:33:55: Woher nimmt er aus ihrer Sicht trotz allem noch die Hoffnung?
00:33:59: Nun erlebt er sogar in diesem Land, dass sogar als fünftes Evangelium bezeichnet wird.
00:34:04: Also sprich dort wo Jesus gewandelt ist, wo er gelitten hat aber auch auferstanden ist also das heißt des heilige Landes gleichzeitig ein Land der Krise und der Hoffnung.
00:34:14: Krieg Angst und Perspektivlosigkeit sind jetzt zwar im Vordergrund und prägen den Alltag Aber wie gesagt gleichzeitig ist es auch der Ort von Auferstehung und Verheißung Und die Christen sind schon immer Brückenbauer gewesen, zwischen den verfeindeten Parteien dort.
00:34:29: Sie sind ja eigentlich keine wirkliche Partei in diesem Konflikt und Cardinal Pizzaballa betont deswegen auch immer wieder die Hoffnung und die Versöhnung.
00:34:37: Und wir haben zwar gesagt dass viele Christen das Land verlassen aber es gibt auch viele Christinnen die bewusst bleiben trotz aller Schwierigkeiten Und nach wie vor, das sagt auch Abneko Demus.
00:34:49: Es ist die größte Hoffnung für die Christen sind die ganz normalen israelischen Staatsbürger, die eben auch ein gutes Zusammenleben wollen und da gibt es schon Hoffnungen.
00:35:01: Es sind eben diese, ihr sagt immer, diese Hooligans des Glaubens, die alles verderben in diesem Land, die wirklich zu diesen Gewalttaten führen.
00:35:08: aber die ganze normale Bevölkerung, sagt Abneco Demus, ist ja auch ganz normal.
00:35:12: Die wollen ein normales Zusammenleben.
00:35:14: Da wird sich gegenseitig geschätzt, aber das müsste halt noch mehr durchschlagen und die Hoffnung gibt's.
00:35:20: Weil es ist die ganz überwiegende Mehrheit und deswegen gibt es definitiv Grund zur
00:35:25: Hoffnung.".
00:35:26: Wenn es um die Hilfe der Christen im heiligen Land geht hätte man früher vielleicht gesagt Fahrt als Pilger dorthin besucht die Menschen dort.
00:35:36: Das ist aber natürlich moment schwierig.
00:35:39: Aber wie können wir denn trotzdem helfen Herr Rübker damit dass Christentum dort wirklich eine Zukunft hat?
00:35:45: Ja, also wir dürfen zuallererst die Christen im Heiligen Land nicht vergessen.
00:35:49: Solidarität und Aufmerksamkeit geben ihnen Kraft weil sie bekommen das natürlich mit!
00:35:53: Und ganz zentral ist immer das Gebet der Christen vor Ort.
00:35:57: Natürlich... Können wir auch schauen, dass wir den Christen im nahen Ort durchtätige Hilfe helfen.
00:36:05: Die Kirche betreibt ja auch Schulen, Gemeinden und soziale Projekte Und langfristig ist das Pilgern immer noch ein Weg wie wir den Christian dort helfen können.
00:36:14: Denn das Ziel ist klar ausgesprochen Es braucht lebendige christliche Gemeinden Im heiligen Land und nicht nur heilige Orte.
00:36:22: Also ich denke wenn die Krisen vorbei sind Wenn wir Auch in der Öffentlichkeit immer weiter bekannt machen in unserem Wirkungskreis eben, dass die Christen im heiligen Land eine schwierige Situation haben.
00:36:34: Dass wir für sie beten und einstehen, dass wir sie unterstützen auch tätig.
00:36:39: Ich glaube das sind die wichtigen Dinge und jeder der sich eine Wahlfahrt vorgenommen hat sollte das bitte auch tun sobald natürlich die Sicherheitslage wieder erlaubt.
00:36:49: Vielen Dank Herr Ribka für diese aktuelle Einordnung der Lage im Heiligen Land und Gottes Segen für ihre Arbeit.
00:36:57: Ich danke Ihnen, Herr Degewöner.
00:36:59: Soweit unser Gespräch mit Florian Ribcker von Kirche Inot zur Lage der Christen im heiligen Land.
00:37:07: Abt Nicodemus Schnabel ist übrigens seit vielen Jahren ein Projektpartner von Kirchennot unterstützt und wurde zuletzt unter anderem ein besonderes Projekt in Tapgar am See Genesaret.
00:37:20: dort konnte auch dank ihrer Spenden das sogenannte Julius Izzelhaus gerettet und als Ort der Erholung- und Seelsorge für Menschen gestaltet werden, die in der Seelsorge mit Jugendlichen und Menschen mit Behinderungen arbeiten.
00:37:38: Ganz herzlichen Dank an alle, die mit geholfen haben – auch im Namen von Abt Nicodemus!
00:37:45: Und noch ein Hinweis beim Katholikentag in Würzburg spricht abt Nicodemus Schnabel auch über die Zukunft der Christen im Nahen Osten.
00:37:55: Dort gibt es eine Podiumsveranstaltung unter dem Titel, Christen Im Nahen Ostern Bleiben oder Gehen mit.
00:38:02: dabei ist neben anderen auch der Paderborner Erzbischof Dr.
00:38:07: Udo Marcus Bens.
00:38:08: Diese Veranstaltung findet am Donnerstag, also Christi Himmelfahrt um neunzehn Uhr in mein Frankenteater statt.
00:38:18: Und natürlich finden Sie auch Kirche Not auf dem Katholikentag!
00:38:22: Der Standort ist in der Nähe der Friedensbrücke.
00:38:26: auf der Mainseite.
00:38:27: kommen sie gerne vorbei zu einem Gespräch, einem Kaffee oder auch um Infomaterial mitzunehmen.
00:38:35: Das war Weltkirche aktuell für heute, vielen Dank Ihnen fürs Zuhören und Ihnen allen einen gesegneten Tag hier bei Radio Horeb!
00:38:44: Ein Mikrofon verabschiedet sich ihr Volker Nigewöhner.
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